Rock The Mill 2010

Das Rock The Mill Festival 2010 war ein kleines aber feines Konzert von Freunden für Freunde des Power Metals. Fünf starke Bands (Stormgarde, Arcane Legion, Torian, Dawn of Destiny und Custard) rockten am 20.11.2010 das Jugendzentrum Mühle in Duisburg Rheinhausen für einen Obulus von gerade ein Mal sechs Euronen. Billiger geht es nun wirklich nicht!

Umso erstaunlicher war es jedoch, dass bis zum Höhepunkt des Abends nur rund 50 Fans gekommen waren – allerdings war die Mühle damit auch  schon fast voll. Hinzu kam, dass das Festival kaum beworben wurde.

So hatten es Stormgarde, die Opener des Abends, zunächst nicht leicht, für Stimmung zu sorgen. Dabei hauten Stormgarde ihre besten Lieder aus. Die Songs Answer, Fear und Sphere bildeten soweit ich mich erinnere den Anfang, gefolgt von Left Alone, Louise und Voice. Der neue Gitarrist Sebastian spielte sich fast die Finger krumm während Sängerin Sabrina versuchte, die “Menge” (bestehend aus einer Hand voll Fans) durch wildes Headbangen mit ihrer langen Mähne anzuheizen.

Zur Zeit sind Stormgarde auf der Suche nach einem neuen Keyboarder, so dass sie bei dem gestrigen Auftritt leider ohne Keyboard auskommen mussten und die Keyboard-Passagen vom Laptop aus eingespielt wurden. Als kleine Zugabe gab es schließlich noch Moon.

Arcane Legion, die als zweite Band an der Reihe waren, fielen musikalisch etwas aus dem Rahmen, obgleich sie wie die übrigen Bands auch dem Power Metal angehören. Nach dem Intro, bei dem das Roboter-Maskottchen der Band die meiste Aufmerksamkeit auf sich zog, ging es auch schon los mit Rush Of Frozen Thoughts und World Of Fear. Maltes Gesang sowie sein Verhalten (Gestik und Mimik sowie Gitarrenspiel) erinnerten mich ein wenig an Emil Bulls.  Die Backing Vocals vom Bassisten Jan waren da schon eher genretypisch.

Mittlerweile hatten sich 25 Leute mit einigem Sicherheitsabstand vor der Bühne postiert, aber auch wenn Arcane Legion sich sichtlich Mühe gaben und etliche neue Stücke präsentierten, kam nur selten jemand vor die Bühne, um zu rocken. Mit Out Of Control und Injection Of Chaos ging es weiter, ehe As I Bleed und Aiming Higher aus den Boxen dröhnten. Zum Abschluss wurde The Accused zum ersten mal vor Publikum gespielt.

Torian schafften es schließlich durch ihre Energie das bisher eher verhaltene Publikum zu (re)animieren. Mit Into The Winter hatten Torian aber auch gleich einen ohrwurmträchtigen Song zum Mitgröhlen am Start. Aber auch Stormbringer und Dragonfire, die im Anschluss folgten, waren die ideale Wahl zum warm werden. Mit Fall Of The Golden Towers und Addicted To Power gaben Torian eine Hörprobe für das Anfang 2011 erscheinende Album. Dazwischen ertönte noch  Thunder Times aus dem gleichnamigen zweiten Album. Ein Lied darf bei einem Auftritt von Torian jedoch auf keinen Fall fehlen: Gemeint ist natürlich das gleichnamige Lied Torian, bei dem die anwesenden Fans noch einmal kräftig mitsingen und die Hörner in die Lüfte recken konnten. Dann war der schöne Auftritt von Torian auch schon wieder vorbei.

Dawn Of Destiny, die das kleine Festival organisiert hatten, gebührt zunächst ein großes Dankeschön! Für kleinen Preis solch hochkarätige Bands anzukarren ist schon ein starkes Stück! Nachdem ich Dawn Of Destiny zuletzt beim Night Of Steele Festival 2009 in Dortmund gesehen hatte, war ich zunächst über den Schlagzeuger-Wechsel sowie die neue Sängerin  Jeanette erstaunt.

Über das “Warum?” will ich gar nicht schreiben. Zwar bringt ein Gesangswechsel immer einige Veränderungen mit sich, aber auch wenn Jeanette eine etwas andere Stimme hat und sich einige Passagen logischerweise anders anhören, so hat sich das Gesamtpaket Dawn Of Destiny dennoch nicht merklich verändert. Und so machte der Auftritt, bei dem so ziemlich die besten Lieder gespielt wurden, auch wieder viel Spaß!

Los ging’s nach dem gewohnten Intro mit dem Knaller Healing Touch, gefolgt vom etwas ruhigeren All Those Lies, ehe mit Days Of Crying wieder schneller wurde. Viele Fans waren augenscheinlich hauptsächlich für Dawn Of Destiny gekommen. Rund 50 Fans machten merklich Stimmung vor der Bühne. Bei Tears und spätestens bei Silent Suffering vom aktuellen Album war die kleine aber feine Meute nicht mehr zu halten.

End Of Pain und Unchained Someday konnte man etwas zum Verschnaufen nutzen, bevor sich der Gig mit dem abwechslungsreichen In A Heartless World auch schon langsam aber sicher dem Ende näherte. Den passenden Abschluss fand man mit Ending Dream. Als Zugabe gab es noch das nagelneue Miracles vom kommenden vierten Album der Band oben drauf – man darf gespannt sein, denn das Lied klang bereits sehr viel versprechend!

Und damit war auch schon die letzte Band des Abends an der Reihe. Die alten Recken von Custard sorgten für eine super Stimmung, auch wenn nach dem Auftritt von Dawn Of Destiny bereits etliche Besucher das Konzert verlassen hatten. So lieferten Custard eine gute Show ab und wurden dabei von nur noch gut 30 Mann ordentlich gefeiert.

Der Auftakt mit Dragonslayer war phänomenal – der Refrain schwirrt immer noch in meinem Kopf herum – und zeigte direkt, wofür Custard stehen: Kompromisslosen, harten Power Metal! Das belegte auch das nächste Lied Creature eindrucksvoll. Nach Chance und Signs, bei dem die Fans durchweg zum Mitgehen animiert wurden, wurde mit dem neuen Song 300 der Spartanische Geist unter den Zuschauern geweckt. Im Anschluss wurden bei Poke The Flames lautstark die Hexen verbrannt. Es folgten Charon’s Call und Death From Above (das Potential zum Klassiker hat) sowie die Klassiker Freedom For All und Up To The Sky.

Zwar gab es immer mal wieder kleine Soundprobleme, aber das bleibt bei einem Konzert dieser Größen- bzw. “Kleinen”ordnung nicht aus – und bei dem geringen Eintrittspreis darf man die Messlatte auch nicht zu hoch legen. Insgesamt ein wirklich geiler Abend mit einer tollen Bandauswahl in einer ungewohnten Location!

Share

Ähnliche Artikel:

3 Antworten zu “Rock The Mill 2010”

  1. mario23 schreibt:

    war ein schönes kleines festival!

  2. Metalscene Duisburg schreibt:

    Guter ausführlicher Bericht! Bist du auch am Wochenende beim Metal for Mercy?

  3. Androgan schreibt:

    WAS? nur 6 euro für torian, dawn of destiny und custard ?! und dann waren nur so wenige da?? eine schande für die metal szene! da hätten doch viel mehr fans kommen müssen!

Einen Kommentar hinterlassen