Nord Open Air 2016

25 Jahre Cafe Nord in der Essener Nordstadt – das musste gefeiert werden! Dazu eignete sich natürlich das traditionelle Nord Open Air, das in diesem Jahr vom 29. bis 31. Juli über die Bühne ging, außerordentlich gut! Anlässlich des 25jährigen Bestehens fand das Nord Open Air erstmals auch drei statt wie bisher zwei Tage lang statt.

Der erste Tag der nunmehr bereits siebten Ausgabe des aus der Essener Innenstadt nicht mehr wegzudenkenden Nord Open Airs stand wieder hauptsächlich im Zeichen des Punkrock, Metal- und Hardcore. Freitags-Headliner war niemand geringeres als die schwedische Punk ’n’ Roll-Kombo The Bones – ein Garant für ausgelassene Partystimmung! Ebenfalls aus Schweden reisten die Co-Headliner Raised Fist an, die mit ihrem Mix aus Hardcore-Punk und Post-Hardcore für ordentlich Bewegung vor der Bühne sorgten. Ein besonderes Highlight stellte der Auftritt der Partyurgesteine von Superfly69 dar. Die Essener Lokalmatadore, die sich Ende der 80er als Dildo Bros. gründeten, um die Jahrtausendwende in Superfly 69 umbenennen mussten und 2004 leider auflösten, entwickelten über die Jahre im Ruhrpott regelrechten Kultstatus (wovon u.a. ein Auftritt in der ZDF Hitparade und Videoclips, die beim TV-Sender Viva liefen, zeugen). Mit ihrem ganz eigenwilligen Gute-Laune-Mix aus Rock, Punk und Metal feierten Superfly 69 auf dem diesjährigen Nord Open Air ihr grandioses und langersehntes Comeback!

Eröffnet wurde das Festival am frühen Nachmittag von den Bochumer Luxuspunkern von Hotel Energieball. Im Anschluss wurde die doppelte Löwenwildheit auf die Zuschauer losgelassen: Erst gab es bei Tausend Löwen unter Feinden geradlinigen Hardcore aus NRW auf die Ohren, dann bei Lionheart aus Oakland volle Möhre Hardcore-Punk auf die Zwölf. Schließlich boten Rise of the Northstar aus Paris ewas für die Metal-Fraktion: Die Kombo hatte einen deftigen Mix aus Thrash Metal und Metalcore auf Lager. Marathonmann aus München bereiten schließlich mit ihrem Post-Hardcore das Publikum für die eingangs bereits erwähnten (Co-)Headliner vor.

Auf den Hardcore-lastigen Freitag folgte traditionsgemäß ein Samstag, an dem eher die Heavy-Metal-Szene im Fokus des Billings stand. Als Headliner durfte sich das Publikum auf wuchtigen Thrash Metal der US-amerikanischen Urgesteine von Sacred Reich aus Phoenix freuen! Auch bei den Co-Headlinern handelt es sich um namhafte Vertreter der Szene: Das US-amerikanische Co-Headliner-Doppelpack bestehend aus den Groove/Melodic Deathern von DevilDriver aus Santa Barbara und den Heavy-Metal-Veteranen von Armored Saint aus Los Angeles spülte die Gehörgänge der Besucher aber mal so richtig durch!

Doch damit nicht genug: Vader, die auch beileibe keine Unbekannten sind, rissen – nachdem sie aufgrund eines Unwetters im vorherigen Jahr nur einen verkürzten Gig spielen konnten – zuvor ebenfalls den Viehofer Platz sprichwörtlich ab!Abgerundet wurde der Samstag von den Death-Metal-/Grindcore-Abrissbirnen Aborted aus Belgien sowie Misery Index aus dem US-amerikanischen Baltimore.

Bevor die geballte Kraft der oben genannten Metal-Bands auf die Besucher des Festivals einwirkte, konnte bei Double Cursh Syndrome zuvor noch zu bodenständigem Rock´n´Roll das Tanzbein geschwungen werden. Die Rolle des Openers am Samstag kam der noch recht jungen Speed-/Thrash-Metal-Band Manifestic zu, ehe die belgischen Female-Fronted-Thrasher von Bliksem, die in der Vergangenheit bereits häufiger in Essen zu sehen waren, für Stimmung sorgten.

Der Headlinerposten für den Sonntag wurde erst relativ zeitnah vor dem Festival bekanntgegeben: Niemand geringes als die australische Hard-/Rapcore-Institution Deez Nuts sollte das diesjährige Nord Open Air ausklingen lassen. Leider kam der Band, die einen Tag zuvor in Österreich aufgetreten war, ein Verkehrschaos bei Stuttgart in die Quere, so dass sie es nicht rechtzeitig nach Essen schaffen konnte. Verena und Marco, Besitzer des Café Nord und Veranstalter des Festivals, verkündeten daher schweren Herzens, dass der Auftritt von Deez Nuts abgesagt werden muss. Auch wenn man den Unmut einiger Fans, die unter Umständen extra für diese Band angereist waren, durchaus nachvollziehen kann, so muss an dieser Stelle festgehalten werden, dass Buhrufe als Quittung unter aller Sau waren. Das gehört sich einfach nicht, insbesondere dann nicht, wenn die Veranstalter wie in diesem Fall nichts dafür können, dass eine Band ausfällt! Dafür spielten Peter Pan Speedrock, der eigentliche Co-Headliner aus den Niederlanden, die für erstklassigen schnellen Hardrock weit über die Grenze bekannt sind, und die kanadischen Folkpunker von The Real McKenzies, die beide bereits auf dem Nord Open Air 2014 auftraten und dort mächtig Spaß und Partylust verbreiteten, volle Headliner-Sets! Außerdem wurde bereits angekündigt, dass sich das Nord Open Air Team bemüht, dass Deez Nuts ihren ausgefallenen Auftritt im nächsten Jahr nachholen können.

Im – bitte nicht falsch verstehen, dies ist keinesfalls negativ konnotiert – Nachmittagsprogramm tummelten sich neben den Punk’n’Rollern von V8 Wankers aus Offenbach auch einige hoffnungsvolle sowie hochkarätige Bands aus der Region: Rock’n’Roll aus dem Ruhrpott gab es von Three Minute Record, die den letzten Festivaltag einläuteten, eine Mischung aus Folk-Punk und Folk-Rock boten The Porters aus dem Einzugsbereich Düsseldorf bis Duisburg und aus Bottrop reiste schließlich die Melodic Hardcore-Kombo The Pariah an.

Umzungsbedingt konnte ich leider nur einen kleinen Teil des Festivals fotografisch festhalten. Von folgenden Bands habe ich dennoch Fotos gemacht:

Vader

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Armored Saint

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DevilDriver

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Sacred Reich

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The Real McKenzies

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Peter Pan Speedrock

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Summa summarum bleibt festzuhalten: Wenn bei diesem abwechslungsreichen Billing nicht für jeden etwas dabei war, dann weiß ich auch nicht. Das Nord Open Air war auch im Jahre 2016 wieder ein Pflichttermin für alle Liebhaber von Rock, Punk und Metal und man darf schon jetzt gespannt sein, welche Bands das Café Nord im nächsten Jahr für das hauseigene Open Air an Land ziehen wird.

Aktuelle Informationen zum Nord Open Air findet ihr auf der offiiziellen Facebookpräsenz.

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