Städtetour Süddeutschland – Baden-Württemberg und Bayern

Für eine Familienfeier war ich im Apirl 2013 ins Schwabenländle gefahren. Jetzt, im März 2015, hat mich endlich die Lust gepackt, über meine Ausflüge zu diversen Sehenswürdigkeiten in Badenwürttemberg und Bayern zu berichten , die ich damals unternommen habe.

Wie zuletzt bei der Tour durch Norddeutschland werde ich auch dieses Mal wieder alle Tagestouren in einem Blog-Post zusammenfassen. Da die Unternehmungen nun schon ein paar Jahre zurückliegen, dürfte der Rückblick dieses Mal auch „relativ“ kurz ausfallen (zumindest für meine hin und wieder schreibwütigen Verhältnisse), aber vielleicht können die Verläufe meiner Reise-Routen ja dennoch dem ein oder anderen bei der Planung eines Besuches der Region helfen. Wie üblich werde ich natürlich nur einen kleinen Teil meiner geschossenen Fotos hier zeigen können. Ich hoffe, meine Auswahl gefällt euch!

Noch ein letzter Hinweis: Die Kilometerangaben bei den Tagestouren beziehen sich immer auf die gesamten gefahrenen Kilometer (Hinfahrt zu den Sehenswürdigkeiten von Großaltdorf aus und Rückfahrt zur Ferienwohnung in Großaltdorf). Für Wurzburg habe ich keine Kilometerzahl angegeben, weil wir diese Stadt quasi auf der „Durchreise“ besucht haben.

Tag 1 – Würzburg

Bei der Ankunft in Würzburg einige Stunden nach unserer Abfahrt im Ruhrgebiet herrschte bestes Sommerwetter, das natürlich umgehend ausgenutzt werden musste – vor allem, weil der Wetterbericht für die kommenden Tage schlechteres Wetter voraussagte.

Erster Halt in Würzburg war die rund 100 Meter über dem Main gelegene Festung Marienberg:

Nach einem kleinen Aufstieg über die langgezogene Burgeinfahrt erreichten wir schließlich die zwischen Weinbergen thronende Höhenburg. Dabei war nicht nur der Besuch der Festung selbst, die auch zwei Museen und eine sehr sehenswerte, kleine Kapelle beherbegt, interessant, sondern auch der Ausblick auf die Würzburger Innenstadt entpuppte sich als wahrlich grandios.

Da ich mein Brocken von Stativ bei den heißen Sommertemperaturen nicht mit hinauf auf die Höhenburg geschleppt hatte (in Kürze werde ich übrigens einen kleinen Beitrag über kompakte Reisestative, die man immer dabei haben kann, veröffentlichen), fertigte ich kurzerhand ein Schwenkpanorama aus der Hand an. Dafür ist das Ergebnis eigentlich ganz ansehnlich geworden oder?

Nach ausgiebiger Besichtigung der Festung ging es wieder hinunter in die wirklich schöne Altstadt von Würzburg. Hier bot sich ein kleiner Spaziergang am Ufer förmlich an. Zur Abkühlung gönnten wir uns ein Eis und wer noch mehr Kühlung benötigte, der konnte die Beine in die kühle Strömung halten.

Vom anderen Mainufer aus wurde die Festung Marienberg natürlich auch noch einmal von unten abgelichtet. In den Fotos unter diesem Absatz seht ihr auch die berühmte Alte Mainbrücke, die bis zum Jahr 1886 der einzige Flussübergang Würzburgs war. Das rechte Foto von einer der imposanten Heiligen-Statuen, die auf der Brücke stehen, gefällt mir besonders gut. Dies kommt nicht von ungefähr, denn die Brücke kenne ich quasi schon seit meiner Kindheit, da mein Opa während eines Aufenthalts in Würzburg vor vielen Jahrzehnten die Alte Mainbrücke mit ihren Statuen liebevoll gezeichnet hat. Ich werde schauen, ob ich bei Gelegenheit noch eine Kopie des Gemäldes hier im Blog hochlade.

Weiter ging es zur opulenten Residenz Würzburg, die u.a. bereits als Kulisse im Remake der Drei Musketiere diente. In der prächtigen Parkanlage gab es noch einmal ausreichend Gelegenheit zu einem kleinen Spaziergang durch das satte Grün.

Am späten Nachmittag ging die Fahrt schließlich noch rund 120 Kilometer weiter zu unserer gemütlichen Ferienwohnung Noodles in Vellberg-Großaltdorf, in der wir die kommenden Tage nächtigen würden. Leider hat die Familie ihre Ferienwohnungen und das Restaurant mittlerweile nach über 24 Jahren geschlossen.

Tag 2 – Schwetzingen & Heidelberg

Großaltdorf – Schweztingen – Heidelberg (260 km)

Wie von den Meterologen angekündigt, war das Wetter während der nächsten Tage leider nicht mehr so sonnig, sondern teilweise ordentlich bewölkt, was das ansehnliche Fotografieren der romantischen Schloss-Anlagen, die wir besuchten, etwas erschwerte. Ich hätte mir natürlich viel lieber strahlenden Sonnenschein und blaue Himmel gewünscht, als regelrecht bedrohlich wirkende graue Wolkenformationen, aber man muss das Wetter schließlich so hinnehmen, wie es kommt und das beste draus machen.

Erster Halt am zweiten Tag war das Schloss Schwetzingen mit seinem riesigen Schlosspark, in dem es allerhand zu sehen gab.

In dem rund 72 Hektar großen, bereits im 18. Jahrhundert angelegten Park gibt es neben den für Schlossanlagen vergleichweise typischen Objekte wie z.B. einem Französischen und einem Englischen Garten auch eher unübliche Bauwerke zu begutachten, etwa die rote Moschee im Türkischen Garten sowie verschiedene Tempelanlagen (Merkur-, Minerva- und Apollotempel). Darüber hinaus gibt es in dem weitläufigen Gelände unzälige Statuen, Figuren, Springbrunnen, Wasserspeier sowie einige Brücken und Seen, an denen man auch viele Enten, Gänse und andere Vögel beobachten kann. Angesichts der üppingen Gestaltung, ist es schon ein wenig verwunderlich, dass das Schloss Schweztingen den pfälzischen Kurfürsten Karl Philipp und Karl Theodor in erster Linie lediglich als Sommerresidenz diente.

Nach einer kleinen Stärkung auf dem Marktplatz vor dem Schloss fuhren wir weiter nach Heidelberg, wo wir uns zunächst die Ruine des Heidelberger Schlosses ansahen. Auf eine Innenbesichtigung verzichteten wir allerdings, da der Andrang immens war. Etliche Reisebusse mit zum Teil fast rüpelhaft auftretenden Touristen waren zeitgleich vor dem Schloss ausgekippt worden. Das Schloss Heidelberg ist vermutlich die bei Asiaten beliebteste Ruine in Deutschland. 😀

So zog ich es vor, lediglich einige Fotos von Außen zu schießen. Auch von der tollen Aussicht auf die Heidelberger Innenstadt und die opulenten Villen an den Berghängen wurden natürlich einige Aufnahmen angefertigt. Wie am Vortag in Würzburg ließ ich es mir auch nicht nehmen, vom gegenüberliegenden Ufer Fotos in Richtung Schloss zu machen.

Leider war die Ruine zum Teil auch eingerüstet, was auf den Fotos glücklicherweise relativ wenig auffällt.

Die Stunden in Schwetzingen und Heidelberg waren wie im Flug vergangen, so dass wir uns langsam aber sicher wieder auf den ca. 120 Kilometer langen Rückweg zu unserer Ferienwohnung machten.

Tag 3 – Tagestour bis Ludwigsburg

Großaltdorf – Schwäbisch-Hall – Waldenburg – Neuenstein – Weinsberg – Ludwigsburg (200 km)

Am dritten Tag fuhren wir zunächst rund 20 Minuten in Richtung Schwäbisch-Hall. Dort lohnte nicht nur die Besichtigung der kleinen Altstadt, sondern auch ein Besuch der auf einem Berg gelegenen Comburg. Die Comburg, auch Großcomburg genannt, ist ein imposantes ehemaliges Kloster der Benediktiner. Da wir ein recht straffes Tagesprogramm hatten, fuhren wir jedoch recht bald weiter zum kleinen Luftkurort Waldenburg, wo wir uns – ihr ahnt es sicherlich – die gleichnamige Waldenburg anschauten, die allerdings nicht geöffnet hatte.

Anschließend ging es direkt weiter zum nur wenige Kilometer entfernten Schloss Neuenstein. Hier herrschte leider ebenfalls Ruhetag, weshalb wir auf eine Besichtigung (z.B. der großen Festsaals) leider verzichten mussten, aber dieses schöne Foto konnte ich glücklicherweise immerhin von Außen schießen:

Nach knapp 30 Kilometern erreichten wir den nächsten Stopp unser Tagestour, die Burgruine Weibertreu.

Die Höhenburg in der Stadt Weinsberg ist vor allem aufgrund ihrer exponierten Lage oberhalb des Stadtkerns auf dem Burgberg, der heute fast vollständig für den Weinbau genutzt wird, bekannt. Allzu lohnenswert fand ich die Besichtigung der Ruine jedoch nicht.

Von der Burgruine Weibertreu legten wir noch einmal weitere 40 Kilometer zurück, um nach Ludwigsburg zu gelangen.

Dort verbrachten wir etliche Stunden im gleichermaßen großen wie großartigen Schloss Ludwigsburg.

Hier folgen noch einige weitere Fotos vom Schloss Ludwigsburg, das zu den größten barocken Schlossanlagen Deutschlands zählt. Am späten Nachmittag wurde zum Abschluss der heutigen Tagestour noch dem nur wenige Kilometer entfernten kleinen Lust- und Seeschloss Monrepos (Schwarzweiß-Aufnahme unten) ein Besuch abgestattet.

Am Abend klarte die Wolkendecke auf und während eines Spazierganges durch den Park von Schloss Monrepos ließen wir den Tag mit einem schönen Sonnenuntergang ausklingen – wäre da nicht noch die Rückfahrt zu unserer Ferienwohnung gewesen…

Tag 4 – Tagestour bis Rothenburg o. d. t.

Großaltdorf – Kirchberg an der Jagst – Bad Mergentheim – Weikersheim – Rothenburg ob der Tauber (200 km)

Das erste schöne Fotomotiv des vierten Tages erblickte ich während der Fahrt von unserer Ferienwohnung in Großaltdorf in Richtung Bad Mergentheim, wo wir den ersten Stopp des Tages einlegen wollten. Kurz hinter Ilshofen hielten wir an einem Serpentinenweg an und ich konnte fix diese Aufnahme des kleinen Städtchens Kirchberg an der Jagst anfertigen:

In Bad Mergentheim angekommen, schauten wir uns das Schloss Mergentheim, die dazugehörige Schlosskirche und das darin untergebrachte Deutschordensmuseum an.

Nach einem kleinen Mittagssnack fuhren wir weiter in Richtung Rothenburg ob der Tauber. Direkt auf der Straße nach Rothenburg ob der Tauber liegt auch das kleine Städchten Weikersheim. Hier empfahl sich ein kleiner Zwischenstopp, um das Schloss Weikersheim, dem Stammsitz der Herren von Hohenlohe, zu besichtigen.

Von der tollen Orangerie, die sich im wunderschönen Schlosspark befindet, fertigte ich – mal wieder – ein kleines Freihand-Panorama an:

An dieser Stelle habe ich noch einige weitere Fotos von Schloss Weikersheim herausgesucht, die u.a. die Blumenpracht im Garten sowie die Schlosskatze zeigen:

Letzter Halt unserer vierten und damit zugleich letzten Tagestour im Rahmen dieser Tour durch Süddeutschland war die berühmte Stadt Rothenburg ob der Tauber.

In Rothenburg ob der Tauber parkten wir etwas außerhalb der Stadtmauer und schlenderten anschließend mehrmals durch die vielen verwinkelten Straßen und Gassen der mittelalterlichen Altstadt. Nachdem wir uns in einem der vielen Cafés und Imbisse gestärkt hatten, machten wir uns wieder auf die rund 60 Kilometer lang Rückfahrt nach Großaltdorf.

Klitzekleine Fangfrage am Ende: Ist euch beim letzten Foto etwas besonderes aufgefallen? Kleiner Tipp: Schaut euch mal die Fassade des weißen Hauses an… 😉

Den fünften Tag über stand schließlich die eingangs erwähnte Familienfeier auf dem Plan. Am frühen Abend hieß es daher leider auch schon wieder Abschied nehmen und wir machten uns auf die Rückfahrt ins Ruhrgebiet. Eins steht jedoch fest: Auch wenn wir in den fünf Tagen (An- und Abreise eingerechnet) insgesamt über 1500 Kilometer getuckert sind, gibt es noch so viel mehr zu sehen im traumhaften Süden Deutschlands. Nach Schloss Neuschwanstein wäre ich z.B. noch liebend gerne gefahren, jedoch reichte die Zeit dafür nicht ganz aus. So wird dies jedenfalls nicht der letzte Besuch in dieser Region gewesen sein…

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2 Kommentare

  1. Hallo,

    ich habe den Bericht über den Vergleich der Cullmann-Stative gelesen.
    Ich will mir ein leichtes Stativ, evtl. von Cullmann zulegen. Deshalb war der Bericht für mich hilfreich.

    Ich habe mir noch die anderen Beiträge und den Link der Fotofreunde vom Ruhrpott angeschaut.
    Gefällt mir 🙂 vor allem weil ich (was viele wundert) vom Ruhrpott begeistert bin. Durch einen Urlaub auf einem Campingplatz in Essen und auf einer Fortbildung in Duisburg konnte ich mir einiges anschauen.

    Da ich aus dem „Süden“ komme, hat mich auch der Beitrag vom nördlichen Baden-Württemberg gefreut.
    Tipp: Noch einmal in den Süden fahren – da gibt es noch viel zu sehen. Aber Vorsicht, es gibt neben Heidelberg noch einen weiteren Platz, den jeder Asiate und Nordamerikaner anschaut: Das ist Schloss N e u s c h w a n s t e i n 🙂

    Viele Grüße vom wilden Süden

    • Hallo Peter,

      freut mich, wenn Dir der Stativvergleich weiterhelfen konnte. 🙂

      Ja, der Ruhrpott hat zwar auch seine weniger schönen Ecken (das braucht man gar nicht schönzureden), aber alles in allem isset doch ganz nett und vor allem abwechslungsreich hier im Revier, weil es eben nicht nur ausgediente Zechen- und Industrieanlagen zu fotografieren gibt, sondern auch jede Menge moderne Architektur, große Binnenhäfen, Kanäle, einige Burgen und Schlösser, viele, viele begrünte Halden, die grandiose Ausblicke bieten und teilweise interessante Landmarken beherbegen (z.B. die behehbare Grubenlampe auf der Halde Rheinpreussen in Moers, den Tetraeder auf der Halde Beckstraße in Bottrop oder Tiger and Turtle auf der Heinrich-Hildebrand-Höhe in Duisburg) sowie auch – mehr als mancher glaubt – reichlich Motive in der Natur.

      Ein weiterer Trip in den Süden steht nach wie vor auf dem Programm, dann natürlich inklusive eines Besuchs von Schloss Neuschwanstein – das war beim letzten Mal leider zeitlich nicht möglich.

      Viele Grüße aus dem (zumindest heute mal wieder) sonnigen Westen in den Süden. 🙂

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