Test: Mantona Rhodolit Rucksack

Ein durchdachter, vielseitiger Rucksack gehört wohl mit zum wichtigsten Equipment, das man als Fotograf unterwegs benötigt. Wenn es darum geht möglichst viel Equipment nur sicher von A nach B zu transportieren, dann nutze ich eine etwas unhandliche Tamrac 12 Pro Schultertasche. Für unterwegs führt an einem Rucksack hingegen kaum ein Weg vorbei. Ich für meinen Teil habe knapp zwei Jahre lang den Rhodolit-Rucksack von Mantona genutzt und möchte Euch in diesem Post meine Erfahrungen damit schildern.

Produktmerkmale:

  • Außenmaße: 20 x 28 x 47 cm
  • Innenmaße oberes Hauptfach (Daypack): 13 x 23 x 15 cm
  • Innenmaße Kamerafach (unten): 27 x 27 x 15 cm
  • Verstellbarer Schultergurt und Bauchgurt
  • auch als Slingrucksack über eine Schulter verwendbar
  • flexible Inneneinteilung

Kommen wir zunächst zu den positiven Aspekten des Rucksacks. Der Rhodolit-Rucksack erlaubt drei mögliche Zugriffe auf das Hauptfach, in dem sich Kameras und Objektive befinden – an der Vorderseite und den Seiten lässt sich der Rucksack dazu per Reißverschluss öffnen. Zugriffe von Außen stellen z.B. in vollen Städten zwar unter Umständen ein Sicherheitsrisiko dar, auf den vielen Konzerten und Festivals, auf denen ich den Rucksack im Einsatz hatte, haben die verschiedenen Zugriffe jedoch auch ihre Vorteile gehabt, da ich etwa bei einem Objektiv-Wechsel nur eins der drei Zugrifffächer und nicht immer den kompletten Rucksack öffnen musste. Die beiden seitlichen Zugriffe lassen sich auch immerhin mittels Schnellverschlüssen verschließen, für den großen Zugriff auf der Vorderseite gibt es diese Möglichkeit leider nicht.

Ein Regencape, das den Rucksack bzw. den Inhalt auch bei stärkeren Schauern trocken hielt, ist im Lieferumfang enthalten. Ohne Regencape würde ich den Rucksack Regen allerdings nicht sehr lange aussetzen. Kleine Stative können in einer herausziehbaren Lasche am unteren Ende des Rucksacks eingeschoben und mittels eines Gurtes festgezurrt werden. Für Stative mit einer Größe über ca. 40 Zentimeter würde ich die Befestigung nicht mehr empfehlen. Bei befestigtem Stativ kann das Regencape nicht mehr verwendet werden.

Mit der Polsterung des Rückens und der Schultergurte war ich ebenfalls zufrieden. Weniger gut sagten mir indes die Mini-Karabinerhaken zu, mit denen die Schultergurte unten am Rucksack befestigt sind. Die schmalen ungepolsterten Beckengurte habe ich darüber hinaus nicht benötigt und zwischen Rückenpolsterung und Rucksack „versteckt“. Dadurch, dass zwischen Rückenpolster und dem eigentlichen Rucksack etwas Luft gelassen wurde, schwitzte man auch bei heißen Temperaturen selbst bei voll gepacktem Rucksack nicht besonders viel. Die Hartgummi-Füße am Boden des Rucksacks federten leichte Stürze zwar nicht übermäßig gut ab, sorgten aber zumindest dafür, dass der Rucksack nicht so schnell verdreckte. Wurde dennoch mal etwas dreckig, ließ sich der Stoff gut reinigen.

Die Dank Klettverschlüssen frei konfigurierbare Aufteilung im unteren Teil des Rucksacks kann sich durchaus sehen lassen. Für Ausflüge und Tagestouren war der Rhodolit-Rucksack aufgrund seines Fassungsvermögens stets ein guter Begleiter. Praktisch fand ich die beiden getrennten Fächer: Das Daypack oben bot Stauraum für eine Sommerjacke oder etwas Verpflegung, während das untere Fach zwei Kameras, zwei bis drei weitere Objektive, Blitz und Zubehör aufnahm. Durch die Zugriffe außen fehlen dem Rucksack logischerweise praktische Außennetze für Trinkflaschen oder Kartenmaterial. Die ideale Lösung für mich persönlich wäre gewesen, wenn der Hersteller einen der zwei Zugriffe an der Seiten zugunsten eines solchen Netzes geopfert hätte.

Bei Städtetouren und Ausflügen zu Sehenswürdigkeiten hatte ich meist folgende Ausrüstung im Rucksack dabei:

Canon EOS 60D inkl. Batteriegriff mit angesetztem Canon EF-S 15-85mm
Canon EOS 450D inkl. Batteriegriff
Canon EF-S 10-22mm
Canon EF 70-300mm
Externer Systemblitz
Zubehör (Akkus, Fernbedienung, Reinigungsutensilien, Filter)

Für Konzerte habe ich das 15-85mm in der Regel gegen ein lichtstärkeres Tamron 17-50mm und das 70-300mm durch ein (geliehenes) 70-200mm getauscht sowie den externen Blitz weggelassen, der auf Konzerten meist ohnehin nicht verwendet werden darf.

Aktuell (Januar 2016) liegt der Preis auf Amazon bei ca. 75€, damals habe ich den Rucksack noch für 65€ erstanden. Im Vergleich zu ähnlichen Rucksäcken anderer Hersteller kann der Preis, den der Hersteller Mantona für den Rucksack veranschlagt, durchaus als Kampfpreis angesehen werden. Nicht zuletzt aufgrund des vergleichsweise niedrigen Preises wird der Rhodolit Rucksack überwiegend gut bewertet. Bei Amazon hat der Rucksack (Stand Januar 2016) eine Gesamtbewertung von 4,2 von 5 möglichen Sternen bei 330 Bewertungen (davon immerhin 189 x 5 Sterne) erhalten. Ich selbst war auch knapp zwei Jahre durchweg zufrieden mit dem Rucksack und seiner Qualität, bis an einem der seitlichen Außenzugriffe der Reißverschluss seinen Geist aufgab.

Nach einer Anfrage über die Supportwebseite von Mantona wurde ich gebeten, den Rucksack an Foto Walser zu schicken. Binnen einer Woche kam der Rucksack mit reparierten Reißverschlüssen zurück. In einem beigefügten Schreiben wurde allerdings jede weitere Reperatur desselben Reisverschlusses ausgeschlossen. Nach nur einmaliger Verwendung des Rucksacks ging jedoch derselbe Reißverschluss erneut kaputt. Da eine erneute Reperatur des Reißverschlusses bereits ausgeschlossen worden war, kann der Rucksack seit dem zweiten Defekt des Reißverschlusses leider nicht mehr verwendet werden – da hilft dann auch kein Gaffer Tape mehr. 😉

Würde ich den Rucksack wieder kaufen? Aufgrund des nicht gerade kulanten deutschen Vertriebspartners eher nicht. Kann ich den Rucksack trotzdem weiter empfehlen: Wenn dann nur Personen, die den Rucksack nicht übermäßig viel strapazieren wollen, da die Verarbeitungsqualität einem täglichem Einsatz auf lange Sicht eher weniger gewachsen ist. Auch wenn mich der Rucksack „nur“ 65€ gekostet hat und er durchaus zu gefallen weiß, sind knapp zwei Jahre Haltbarkeit nicht genug.

Mehr Informationen zum Rucksack findet ihr auf der offiziellen Webseite des Herstellers.

PS: Seit einiger Zeit nutze ich den Lowepro Flipside 500 AW – ein separater Testbericht zu diesem Rucksack folgt in Kürze!

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