Underground Winter Edition 2012

Am 28.01.2012 traten gleich fünf Metal Bands im Rahmen der Underground Winter Edition 2012 bei freiem Eintritt und neun Euro Mindestverzehr im Turock in Essen auf.

Aufgrund von Zeitmangel (ja, ja, die böse Universität) gibt es dieses Mal leider neben den Fotos nur einen für meine schreibwütigen Verhältnisse eher sporadischen Konzertbericht.

Die Death Metal Band Words Of Farewell aus Marl durfte den Abend um 20 Uhr vor einem bereits recht gut gefüllten Turock eröffnen und legte einen super Auftakt hin.

Hier stimmte eigentlich alles: Guter Sound und stimmige Lieder gingen mit einer energiegeladenen Performance aller Bandmitglieder einher. Wen wunderte es da noch, dass die Jungs – wie sie stolz berichteten – erst kürzlich einen Deal für die Veröffentlichung ihres ersten Albums Immersion mit AFM Records an Land gezogen haben.

Höhere Töne schlugen im Anschluss Gloryful an.

Die Gelsenkirchener Heavy / Power Metal Truppe um Frontmann Johnny la Bomba hatte bereits im Oktober vergangenen Jahres als Vorband von Powerwolf im Turock auf sich aufmerksam gemacht. Gestern war es zwar nicht ansatzweise so voll, wie bei ihrem letzten Auftritt im Turock, doch obwohl Gloryful mit ihrem cleanen Gesang musikalisch etwas aus dem Rahmen fielen, kamen sie sehr gut an. Erwähnen sollte man noch das Duett mit Diane bei Far Beyond Time. Auch Gloryful arbeiten übrigens mit Hochdruck an ihrem ersten Longplayer – man darf gespannt sein!

Die selbsternannten Fleischspezialisten von Risoid System aus Essen betraten als dritte Band des Abends die Bretter.

Stilistisch schon irgendwie dem Death Metal zuzuordnen führten sie nicht nur durch ihr Äußeres – allen voran Fronttöner Franz – die typischen Metalklischees ad absurdum (O-Ton “Schwarz war wohl leider ausverkauft!”), sondern auch die Hiphop-Anleihen – etwa beim Song Erste Welt Style – wurden von den anwesenden Besuchern teilweise recht kritisch aufgenommen.

Während vor allem Behind The Sun positiv im Gedächtnis blieb, dürften die Essener mit Songs wie Meating, Erste Welt Style, Mass Murder Happymeal oder Barbeque vor allem wieder bei Vegetariern für reichlich Gesprächsstoff gesorgt haben. Unvergesslich bleibt in diesem Zusammenhang der Auftritt beim Essen Original 2011, wo Risoid System einen Grill mit auf die Bühne brachten. Daher scheint das Motto dieser selbstironisch auftretenden Formation wohl auch zu lauten: Ohne Fleisch kein Preis. ;)

Mit klassischem Death Metal ging es anschließend mit My Dominion – ebenfalls aus Essen – weiter.

Auch ohne viertem Mann an Bord legten My Dominion einen stampfenden Song nach dem anderen aufs Parkett und der Meute gefiel es erstaunlich gut. Kurz vor Ende riefen die Jungs das Publikum auf, einfach mal auf die Bühne zu kommen, und mitzusingen oder sonst was zu machen.

Immerhin zwei Besucher jüngeren Semesters ließen es sich nicht nehmen, die Bühne zu entern und zu headbangen, während ein weiterer sich von der Bühne in die Arme der bereitstehenden Gäste fallen ließ.

Die Essener Melodic Death Meal Band Harasai setzte dem kurzweiligen Abend im Turock schließlich die Krone auf.

Während des Intros The Chosen Way wurde es gespenstisch ruhig im Turock – die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm. Kaum war das Intro jedoch verhallt, fielen die Lokalmatadore bei den ersten Takten von Into Oblivion, das übrigens wie schon das Intro  von The I-Conception, dem 2010 veröffentlichten ersten Album der Formation, stammte, regelrecht über die Bühne her.

Das letzte Mal hatte ich Harasai vor vielen Jahren ziemlich zu Beginn der Bandgeschichte im Julius in Kray gesehen und ich muss sagen: Ich hätte die Band beinahe nicht wieder erkannt. Nicht nur die Lieder wirkten ausgefeilter, sondern auch in Sachen Bühnenpräsenz konnten Harasai punkten. Vor allem Sänger Martin wirbelte wie der Teufel höchstpersönlich über die Bretter, aber auch die Männer an den Saiteninstrumenten posierten fleißig für die Besucher und ließen die Matten kreisen.

Harasai vergaßen es nicht, dem Turock, den Veranstaltern von My Dominion, den anderen Bands sowie natürlich den Fans zu danken, die allesamt dazu beigetraten hatten, an diesem Abend ein deutliches Zeichen zu setzen: Der Underground in Essen, im Ruhrgebiet und darüber hinaus lebt!

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