Thessaloniki

Thessaloniki - Promenade mit dem weißen Turm

Der Tagesausflug nach Thessaloniki wurde mit dem Bus in Angriff genommen, da einem so ziemlich jeder – egal ob Einheimischer oder Tourist – davon abriet, mit einem Auto in die Stadt zu fahren. Wenn man unbedingt mit dem Auto nach Thessaloniki fahren will, da waren sich dann auch wieder fast alle einig, sollte man bei IKEA etwas außerhalb parken und von dort das letzte Stück mit einem Linienbus fahren.

Der Überlandbus von Psakoudia nach Thessaloniki fährt täglich um 6.45 und 9.00 Uhr ab (Stand August 2011). Er hält auf Höhe des dritten Supermarkts ein Stück vor dem Hotel Philippion Beach. Achtung: Es gibt kein extra Haltestellenschild.

Thessaloniki - Pärchen auf der PromenadeDie Fahrt verlief über die Küstenstraße nach Nea Moudania und von dort zum Busbahnhof von Thermi ein ganzes Stück außerhalb von Thessaloniki. Die Kosten beliefen sich auf 8,50 Euro pro Person. Im Busbahnhof angekommen, traf ich ein paar Deutsche und zusammen fragten wir uns durch, welchen Bus man am besten nehmen sollte, um in die Innenstadt zu gelangen. Aussagen von einigen muffigen Griechen deckten sich mit den Aussagen des Personals am Schalter: Bus 45b.

Für die etwas über einstündige Fahrt mit dem Linienbus musste man entweder am Schalter oder am Automaten ein Busticket über 90 Cent pro Person ziehen. Eine freundliche griechische Studentin erklärte uns dankenswerter Weise die einzelnen Ticketsorten. Die “1″ am Automaten steht nämlich nicht für “1 Person”, sondern meint lediglich, dass man nur einen Bus nutzen darf. Die “2″ heißt demnach, dass man einmal in einen anderen Bus umsteigen kann. Aufpassen beim Zahlen am Automaten: Er gibt kein Wechselgeld.

Der Bus 45b steuerte über einige breite Hauptstraßen die Innenstadt an und fuhr bis zum Bahnhof von Thessaolinki, wo wir ausstiegen. Um uns zu orientieren, liefen wir erst einmal in Richtung Meer am Ladadika-Viertel vorbei. Am Hafen angekommen, musste ich feststellen, dass der Hafen leider für Besucher gesperrt war. Schade, ich hätte mir gerne das dortige Foto- und Filmmuseum angeschaut.

EThessaloniki - Der einsame Reiters folgte ein Bummel über die sehr schöne Uferpromenade mit einem Gemisch aus schönen, alten Häiusern und neuen, modernen Bauten, vorbei am Aristoteles Platz zum Weißen Turm, dem Wahrzeichen Thessalonikis.

 Thessaloniki - Staatstheater von ThessalonikiZu jeder vollen Stunde hält dort der Sightseeing-Bus der Linie 50. Für zwei Euro pro Person kann man die 50 bis 60 minütige Tour (je nach Verkehrsdichte kann sie auch mal länger dauern) durch die Innenstadt genießen. An 15 wichtigen Sehenswürdigkeiten – z.B. dem Archäologischen und dem Byzanthinischen Museum, die wir aus Zeitdruck jedoch leider nicht besuchen konnten sowie dem Galerius Palast oder der berühmten Kirche Agia Sofia – macht er Halt. Man kann aussteigen und in ca. einer Stunde, wenn der Bus die Route erneut abfährt, wieder mit dem selben Ticket einstiegen.

Da der Bus nur stündlich fährt und man mehr als einmal aus- und wieder einsteigen will, sollte man mindestens einen halben Tag einplanen. So viel Zeit hatten wir nicht zur Verfügung, also nutzten wir die Busfahrt, um uns einen ersten Überblick über die Großstadt zu verschaffen. Zum Fotografieren eignet sich der Bus allerdings nur bedingt, da es sich bei ihm leider nicht um einen oben offenen Doppeldeckerbus, wie sie in anderen Großstädten wie London oder Dublin und seit dem Kulturhauptstadtjahr auch in Essen eingesetzt werden, handelt. Schlimmer noch: Der Bus ist komplett eingefärbt – sogar die Fenster! An einigen Stellen gibt es zum Glück Schiebefenster, die man zum Fotografieren öffnen konnte.

Die Begleitung, die während der Fahrt zusätzlich zu einem Video, das auf zwei Fernsehern lief, Wissenswertes zu Sehenswürdigkeiten auf Griechisch und Englisch erzählte, nahm Rücksicht auf die Fotografen und wies den Busfahrer an besonderen Stellen (wie etwa bei dem grandiosen Ausblick auf die gesamte Unterstadt vom höher gelegenen alten Ortskern) an, etwas länger zu warten.

Café mit der vermutlich besten Aussicht auf Thessaloniki

Am letzten Stopp vor dem Ende der Rundfahrt, stiegen wir an der Rotonda aus, um den Weg zur Busstation in Richtung Thermi mit einem ausgedehnten Fußmarsch durch die Innenstadt zu suchen. Mit Hilfe eines Stadtplans, der noch hilfreicher wäre, wenn man öfter Straßenschilder zur besseren Orientierung angebracht hätte, liefen wir an der Kirche Agia Sofia und am Galeriusbogen (siehe Foto weiter unten) vorbei bis zum Aritoteles Platz und dem Vlali-Markt bzw. der Modiano-Markthalle.

Thessaloniki - Markthalle in der WirtschaftskriseEin Bummel durch die lebhaften Hauptstraßen und ruhigeren Nebenstraßen mit den vielen kleinen Geschäften und Cafés lohnt aber auch, wenn man kein spezielles Ziel hat. Überall kann man Kirchen und andere schöne Fotomotive entdecken. Es gab jedoch viel zu viel zu sehen, so dass die paar Stunden Aufenthalt bei Weitem nicht ausreichten, um auch nur ansatzweise alles Wichtige abklappern zu können. Zwei Tage sollte man schon besser einplanen.

Da der letzte Chalkidiki-Bus nach Psakoudia schon um 18.30 in Thermi abfuhr, sollte man darauf achten, frühzeitig mit den Linienbussen zur Busstation zu gelangen. Dies erwies sich jedoch als nicht so einfaches Unterfangen, da es keinerlei englischen, geschweige denn deutschen, Fahrpläne gibt und die Busfahrer sowie Ticketverkäufer entweder kaum bis gar kein Englisch sprachen oder sich nicht für die Belange von Touristen interessierten.

Thessaloniki - Blick auf den Aristoteles-PlatzSchließlich sagte man uns, dass wir mit dem Bus zur Endstelle und von dort mit dem Bus 66 weiter nach Thermi fahren sollten. Soweit so gut. Leider fuhr der Bus 66 eine ganz andere Route über einige Außenbezirke von Thessaloniki ab als der Bus auf dem Hinweg. Deshalb wussten wir auch nicht, wo wir aussteigen sollten, als der Bus die Busstation – dies merkten wir jedoch erst an der Endstelle der Linie – nur umfuhr und nicht dort hielt.

Freundlicherweise sagte uns der Busfahrer beim Zurückfahren der Strecke, wo wir aussteigen mussten – nämlich beim Praktiker. Von dort aus musste man nur ein Stück zu Fuß laufen bis man bei der Busstation von Thermi ankommt. Dort traf ich auch zwei der deutschen Touristen vom Hinweg wieder. Sie erzählten uns, dass sie mit dem Bus 45a gekommen waren – hätte man sich ja irgendwie denken können. :D

Für den Überlandbus nach Psakoudia um 18.30, der wieder eine ganz andere Route nahm als der Bus am Morgen, musste man seine Tickets am Schalter ziehen – auf Hin verkaufte ein Schaffner im Bus die Tickets. Über die Bergdörfer Vasilika, Galarinos, Agios Prodromos und Poligiros tuckerte er schließlich nach Psakoudia. Zwischenzeitlich glich die Fahrt einem Wunschkonzert. Einheimische wiesen den Busfahrer an, wo er halten solle. Mehrmals wurde sogar ein Handy nach Vorne durchgereicht, damit der Fahrer mit den Angehörigen am Telefon einen Haltepunkt abseits der Strecke ausmachen konnte. Hier zeigte sich wieder deutlich: Andere Länder, andere Sitten.

Thessaloniki - Galeriusbogen

Es war ein abenteuerlicher Tag mit vielen Eindrücken. Der Ausflug hat sich auf jeden Fall gelohnt, um einen groben Umriss der Stadt Thessaloniki zu bekommen. Will man jedoch wirklich einen Großteil der Sehenswürdigkeiten abdecken, kommt man um einen längeren Aufenthalt nicht herum – aber das war mir im Vornherein schon klar gewesen. Und ich war sicher nicht zum letzten Mal in Griechenland. Athen und andere Städte will ich mir schließlich auch irgendwann noch anschauen…

Nach zwei Tagen Erholung am Strand nahm ich noch an einem weiteren und zugleich letzten Ausflug dieses Urlaubs teil: Der Athos-Kreuzfahrt.

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