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Inhaltsverzeichnis folgt in Kürze…
Einleitung
Der Bildsensor ist das digitale Gegenstück zum Film in einer analogen Kamera. Er wandelt das einfallende Licht in elektrische Signale um und bestimmt damit maßgeblich, wie eine Kamera Bilder aufnimmt.
Digitale Kameras gibt es mit Sensoren in sehr unterschiedlichen Größen: von winzigen Sensoren in Smartphones und Kompaktkameras über 1-Zoll-, Micro-Four-Thirds- und APS-C-Sensoren bis hin zu Vollformat und Mittelformat.
Doch was bedeutet die Sensorgröße eigentlich für die Fotografie? Warum ist ein Vollformatsensor größer als APS-C? Was ist der Unterschied zwischen Four Thirds und Micro Four Thirds? Und warum entspricht ein 50-mm-Objektiv an einer APS-C-Kamera nicht dem gleichen Bildausschnitt wie an einer Vollformatkamera?
Die Antworten hängen eng mit dem sogenannten Crop-Faktor zusammen, doch der Reihe nach. Konzentrieren wir uns zunächst auf die Frage, warum es überhaupt unterschiedliche Sensorgrößen braucht.
Warum gibt es unterschiedliche Sensorgrößen?
Die Sensorgröße beeinflusst mehrere Eigenschaften einer Kamera:
- Bildwinkel bei gleicher Brennweite
- mögliche Schärfentiefe
- Rauschverhalten
- Dynamikumfang
- Größe und Gewicht von Kamera und Objektiven
- maximal mögliche Auflösung
- Größe des gesamten Kamerasystems
Dabei gilt zunächst eine einfache Faustregel:
Je größer der Sensor, desto größer kann die lichtempfindliche Fläche sein.
Aber Achtung: Ein größerer Sensor bedeutet nicht automatisch bessere Fotos! Moderne kleine Sensoren können eine erstaunliche Bildqualität liefern. Die Wahl der Sensorgröße ist vielmehr ein Kompromiss aus Bildqualität, Größe, Gewicht, Kosten und Einsatzzweck.
Die wichtigsten Sensorgrößen im Überblick
Die folgende Übersicht zeigt typische Sensorformate – von sehr kleinen Sensoren bis zum digitalen Mittelformat.
| Format | Typische Abmessungen | Fläche ca. | Crop-Faktor* | Typische Verwendung |
|---|---|---|---|---|
| Sehr kleine Sensoren | ca. 2–8 mm Diagonale | wenige mm² bis ca. 50 mm² | > 5× | Smartphones, Kompaktkameras |
| 1 Zoll | 13,2 × 8,8 mm | 116 mm² | 2,7× | Kompakt- und Bridgekameras |
| Micro Four Thirds (MFT) | 17,3 × 13,0 mm | 225 mm² | 2,0× | Systemkameras |
| Four Thirds (FT) | 17,3 × 13,0 mm | 225 mm² | 2,0× | ältere DSLR-Systeme |
| APS-C | ca. 23,5 × 15,6 mm | ca. 367 mm² | ca. 1,5× | DSLM/DSLR, Hobby & Profi |
| APS-C Canon | ca. 22,3 × 14,9 mm | ca. 332 mm² | ca. 1,6× | Canon APS-C-Kameras |
| Vollformat / Kleinbild | 36 × 24 mm | 864 mm² | 1,0× | Profi- und hochwertige Systemkameras |
| Mittelformat | z. B. 44 × 33 mm | 1.452 mm² | ca. 0,79× | Studio, Landschaft, Werbung |
| Größeres Mittelformat | z. B. 54 × 40 mm | 2.160 mm² | ca. 0,67× | hochwertige Spezialanwendungen |
| Großformat | nicht einheitlich | sehr unterschiedlich | – | Spezialkameras, Digitalrückteile |
* jeweils bezogen auf das Kleinbildformat 36 × 24 mm und dessen Diagonale.
Wichtig: Die Bezeichnungen sind teilweise historische oder marketinggeprägte Formatklassen. Insbesondere bei APS-C und Mittelformat gibt es verschiedene tatsächliche Sensorabmessungen.
Sehr kleine Sensoren
Am unteren Ende der Skala befinden sich die Sensoren in Smartphones, Actioncams und kleinen Kompaktkameras. Ihre tatsächlichen Abmessungen können stark variieren. Der große Vorteil ist die extrem kompakte Bauweise. Kleine Sensoren benötigen nur kleine Objektive und ermöglichen dadurch sehr kleine Kameras.
Allerdings hat die kleine Sensorfläche auch Konsequenzen: Bei wenig Licht entsteht schneller Bildrauschen und eine sehr geringe Schärfentiefe ist schwieriger zu erreichen. Für einen bestimmten Bildwinkel werden entsprechend kurze reale Brennweiten benötigt.
Gerade Smartphones gleichen einige dieser Nachteile heute allerdings durch moderne Sensoren, lichtstarke Objektive und vor allem computergestützte Bildverarbeitung aus.
1-Zoll-Sensor
Der sogenannte 1-Zoll-Sensor misst tatsächlich ungefähr 13,2 × 8,8 mm. Der Name ist historisch bedingt und entspricht nicht der tatsächlichen Diagonale des lichtempfindlichen Bereichs.
Mit einem Crop-Faktor von etwa 2,7 liegt der Sensor deutlich unterhalb von MFT und APS-C.
1-Zoll-Sensoren findet man beispielsweise in:
- hochwertigen Kompaktkameras
- Bridgekameras
- einigen Videokameras
Sie bieten einen interessanten Kompromiss zwischen kompakter Bauweise und Bildqualität.
Micro Four Thirds (MFT)
Micro Four Thirds, kurz MFT, besitzt eine Sensorgröße von etwa 17,3 × 13,0 mm.
Der Crop-Faktor beträgt 2×.
Das bedeutet: Ein 25-mm-Objektiv liefert an MFT ungefähr den gleichen Bildwinkel wie ein 50-mm-Objektiv an einer Vollformatkamera.
MFT hat einen wichtigen Vorteil: Durch den kleineren Sensor können auch die Objektive relativ kompakt und leicht konstruiert werden.
Das macht das System besonders interessant für:
- Reisen
- Streetfotografie
- Wildlife
- Reportage
- Video
Leider gibt es aktuell nur wenige MFT-Kameras von Panasonic bzw. OM System (ehemals Olympus), die auch wirklich klein und kompakt gebaut sind.
Four Thirds – der Vorgänger von MFT
Das Four-Thirds-System (FT) wurde ursprünglich für digitale Spiegelreflexkameras entwickelt. Der Sensor besitzt ebenfalls ungefähr 17,3 × 13,0 mm und damit denselben Crop-Faktor von 2× wie MFT.
Der entscheidende Unterschied liegt nicht in der Sensorgröße, sondern im Objektivanschluss und im Kamerasystem. Four Thirds war für DSLR-Kameras konzipiert, während Micro Four Thirds später gezielt für spiegellose Systemkameras entwickelt wurde.
APS-C
APS-C gehört heute zu den verbreitetsten Sensorformaten.
Die genaue Größe variiert je nach Hersteller. Typische Werte liegen ungefähr bei 23,5 × 15,6 mm.
Der Crop-Faktor beträgt bei vielen Kameras etwa 1,5×. Canon verwendet bei seinen APS-C-Kameras typischerweise etwa 1,6×.
Ein 50-mm-Objektiv liefert beispielsweise:
- Vollformat: 50 mm Bildwinkel
- APS-C 1,5×: entspricht ca. 75 mm
- APS-C 1,6×: entspricht ca. 80 mm
Wichtig ist dabei:
Das Objektiv wird nicht tatsächlich zu einem 75- oder 80-mm-Objektiv.
Seine physikalische Brennweite bleibt 50 mm. Der kleinere Sensor nimmt lediglich einen kleineren Ausschnitt des vom Objektiv erzeugten Bildkreises auf.
APS-C bietet einen guten Kompromiss aus:
- Bildqualität
- Kameragröße
- Objektivgröße
- Kosten
- Schärfentiefe
Deshalb ist das Format sowohl bei Einsteigern als auch bei ambitionierten Fotografen sehr beliebt.
Das früher von Canon in einigen Profi-DSLR verbaute APS-H-Format mit einem Crop-Faktor von 1,3× ist heute praktisch vom Markt verschwunden.
Vollformat – der digitale Kleinbildstandard
Als Vollformat bezeichnet man Sensoren mit ungefähr 36 × 24 mm. Das entspricht der Größe eines klassischen analogen Kleinbildfilms.
Der Crop-Faktor beträgt deshalb 1×.
Vollformat dient häufig als Referenz, wenn es um Brennweiten und Crop-Faktoren geht. Ein 24-mm-Objektiv ist beispielsweise an einer Vollformatkamera tatsächlich ein 24-mm-Weitwinkel.
Vollformatsensoren bieten gegenüber kleineren Sensoren unter anderem Vorteile bei:
- hohen ISO-Werten
- Dynamikumfang
- sehr geringer Schärfentiefe
- Nutzung lichtstarker Objektive
Sie führen allerdings auch zu größeren und schwereren Kameras und Objektiven.
Mittelformat
Noch größer sind die Sensoren im digitalen Mittelformat. Hier gibt es allerdings nicht die eine standardisierte Sensorgröße. Sehr verbreitet ist beispielsweise ein Sensor mit 44 × 33 mm. Daneben existieren größere Varianten, die sich stärker an den Abmessungen klassischer Mittelformatfilme orientieren.
Der große Sensor ermöglicht eine besonders hohe Bildqualität und einen großen Gestaltungsspielraum.
Typische Einsatzgebiete sind:
- Studiofotografie
- Modefotografie
- hochwertige Produktfotografie
- Landschaftsfotografie
- Architektur
- Fine-Art-Fotografie
Mittelformatkameras sind allerdings meist größer, schwerer und teurer als Vollformatkameras.
Großformat
Beim Großformat wird es noch einmal komplizierter. In der analogen Fotografie bezeichnet Großformat typischerweise Filmformate ab etwa 4 × 5 Zoll (ca. 10 × 12,5 cm) aufwärts.
Digitale Sensoren dieser Größe sind dagegen äußerst selten. Bei digitalen Großformatkameras kommen meist spezielle Digitalrückteile oder sehr große Spezial-Sensoren zum Einsatz. Sie sind vor allem für wissenschaftliche, technische oder hochspezialisierte fotografische Anwendungen interessant.
Für die klassische Alltagsfotografie spielen digitale Großformatsensoren praktisch keine Rolle, daher sind auch keine Digitalkameras mit Großformatsensoren auf dem Consumer-Markt erhältlich.
Was ist der Crop-Faktor?
Der Crop-Faktor wurde jetzt schon mehrfach erwähnt, daher hier nun die Erläuterung:
Der Crop-Faktor beschreibt das Verhältnis der Diagonale eines Referenzformats zur Diagonale des tatsächlich verwendeten Sensors.
Als Referenz wird in der Fotografie üblicherweise das Kleinbildformat bzw. Vollformat mit 36 × 24 mm verwendet.
Ein kleinerer Sensor erfasst bei gleicher Brennweite einen kleineren Bildausschnitt.
Deshalb spricht man von einem Crop – das Bild wirkt so, als wäre ein Ausschnitt aus dem Vollformatbild genommen worden.
Wie berechnet man die „äquivalente Brennweite“?
Die äquivalente Brennweite lässt sich einfach berechnen:
Brennweite × Crop-Faktor = Kleinbild- bzw. Vollformat-Äquivalent
Beispiel eines 25-mm-Objektivs an einer MFT-Kamera mit einem 2× Crop-Faktor gegenüber dem Vollformat: 25 mm × 2 = 50 mm.
Es besitzt weiterhin eine tatsächliche Brennweite von 25 mm, bietet aber ungefähr den gleichen Bildwinkel wie ein 50-mm-Objektiv an Vollformat.
Weitere Beispiele:
| Objektiv | Sensor | Crop | Vollformat-Äquivalent |
|---|---|---|---|
| 12 mm | MFT | 2× | 24 mm |
| 17 mm | MFT | 2× | 34 mm |
| 25 mm | MFT | 2× | 50 mm |
| 35 mm | APS-C | 1,5× | 52,5 mm |
| 50 mm | APS-C | 1,5× | 75 mm |
| 50 mm | Vollformat | 1× | 50 mm |
| 80 mm | Mittelformat 44×33 | ca. 0,79× | ca. 63 mm |
Auswirkungen des Crop-Faktors auf die Schärfentiefe und den Blendenwert
Der Crop-Faktor beeinflusst nicht nur den Bildwinkel. Auch die Schärfentiefe verändert sich, wenn man Kameras mit unterschiedlichen Sensorgrößen unter vergleichbaren Bedingungen gegenüberstellt.
Nehmen wir als Ausgangspunkt eine Vollformatkamera mit einem 50-mm-Objektiv bei f/2.8. Möchten wir mit einem kleineren Sensor denselben Bildausschnitt und ungefähr dieselbe Perspektive erhalten, müssen wir eine entsprechend kürzere Brennweite verwenden. Für die vergleichbare Schärfentiefe muss bei kleineren oder größeren Sensorformaten dabei auch die Blendenzahl angepasst werden.
Für das Vollformat-Objektiv bei 50 mm Brennweise bei einer Blende von f/2.8 wird für die ungefähr gleiche Abbildung an einem MFT-Sensor ein MFT-Objektiv mit 25 mm Brennweite und einer Blende von f/1.4 benötigt. Das 25-mm-Objektiv bleibt selbstverständlich ein 25-mm-Objektiv und die eingestellte Blende bleibt f/1.4. Die Lichtstärke des MFT-Objektivs „entspricht“ durch die unterschiedliche Sensorgröße dabei einer vergleichbaren Schärfentiefe eines Vollformat-Objektivs mit einer Blende von f/2.8.
Beide Objektiv-Kombinationen erzeugen ungefähr denselben Bildwinkel, bieten bei gleichem Aufnahmestandpunkt eine vergleichbare Perspektive und die erzeugten Fotos haben eine ähnliche Schärfentiefe. Das bedeutet, ein MFT-Objektiv benöigt eine viel höhere Lichtstärke, um auf dieselbe Bildwirkung zu kommen wie ein Vollformat-Objektiv.
Wichtig: Belichtung und Schärfentiefe nicht verwechseln!
Hier liegt eine häufige Fehlerquelle: Ein 25 mm f/1.4 an MFT lässt tatsächlich genauso viel Licht pro Sensorfläche passieren, wie es die Angabe f/1.4 beschreibt. Für die Belichtung bleibt es also f/1.4.
Vergleicht man jedoch die Gesamtlichtmenge, die auf die unterschiedlich großen Sensorflächen fällt, und insbesondere die erzielbare Bildwirkung, sieht die Sache anders aus.
Deshalb kann man vereinfacht sagen: Der Crop-Faktor lässt sich nicht nur auf die Brennweite sondern für Vergleichszwecke auch auf die Blendenzahl anwenden.
Beispielsweise: 25 mm f/1.4 MFT × 2 ≈ 50 mm f/2.8 Vollformat
Das ist ein Vergleich der Bildwirkung, nicht der tatsächlichen technischen Eigenschaften des Objektivs.
Eine einfache Faustformel
Für einen Sensor mit Crop-Faktor C gilt für einen Vergleich mit Vollformat näherungsweise:
äquivalente Brennweite = tatsächliche Brennweite × Cund für die vergleichbare Schärfentiefe:
äquivalente Blende = tatsächliche Blende × CDamit lässt sich beispielsweise schnell einordnen:
- 17 mm f/1.8 an MFT (2×) → ungefähr 34 mm f/3.6 Vollformat
- 25 mm f/1.4 an MFT (2×) → ungefähr 50 mm f/2.8 Vollformat
- 35 mm f/1.8 an APS-C (1,5×) → ungefähr 53 mm f/2.7 Vollformat
- 50 mm f/1.4 an APS-C (1,5×) → ungefähr 75 mm f/2.1 Vollformat
Diese Betrachtungsweise ist besonders nützlich, wenn man die Freistellungsmöglichkeiten verschiedener Kamerasysteme miteinander vergleichen möchte. Daher folgt hier noch eine Tabelle mit einigen gängigen Umrechnungen.
Tabelle: Verschiebungen von Blenden- und Brennweitenwerten bei unterschiedlichen Sensorformaten
Alle Werte beziehen sich in Relation zu einem Vollformat-Objektiv bei 50mm Brennweite und einer Lichtstärke von f/2.8.
| Sensorformat | Typischer Crop-Faktor | Objektiv für ähnlichen Bildwinkel | Offenblende für etwa vergleichbare Schärfentiefe zu Vollformat f/2.8 |
|---|---|---|---|
| 1 Zoll | 2,7× | ca. 18,5 mm | ca. f/1.0 |
| MFT / Four Thirds | 2× | 25 mm | ca. f/1.4 |
| APS-C | 1,5× | ca. 33 mm | ca. f/1.9 |
| APS-C Canon | 1,6× | ca. 31 mm | ca. f/1.8 |
| Vollformat | 1× | 50 mm | f/2.8 |
| Mittelformat 44 × 33 mm | ca. 0,79× | ca. 63 mm | ca. f/3.5 |
Die obige Tabelle vergleicht die ungefähr gleiche Bildwirkung bei gleichem Bildausschnitt und gleicher Perspektive – nicht die tatsächliche physikalische Blendenöffnung. Die Werte sind gerundet. Bei 1-Zoll-Sensoren und Mittelformat gibt es je nach konkreter Sensorgröße leichte Abweichungen.
Der Crop-Faktor verändert nicht die Perspektive
Ein häufiger Irrtum lautet: „Ein Crop-Sensor verlängert die Brennweite.“ Diese Aussage stimmt technisch nicht.
Ein 50-mm-Objektiv bleibt immer ein 50-mm-Objektiv – unabhängig davon, an welcher Kamera es verwendet wird. Die Perspektive wird durch den Aufnahmeort bestimmt.
Wenn du mit einer Vollformatkamera und einem 50-mm-Objektiv fotografierst und anschließend dasselbe Motiv mit einer APS-C-Kamera und demselben Objektiv aufnimmst, ist die Perspektive zunächst identisch, solange du am gleichen Ort bleibst.
Das APS-C-Bild zeigt lediglich einen kleineren Ausschnitt als das Foto, das mit einer Vollformat-Kamera aufgenommen wurde.
Warum ist das Kleinbild die Referenz, an dem alle anderen Sensorformate gemessen werden?
Hier kommt die analoge Fotografie ins Spiel. Das heute als Vollformat bezeichnete digitale Format geht auf das klassische Kleinbildformat zurück.
Beim Kleinbildfilm war ein einzelnes Bild typischerweise 36 × 24 mm.
Der Film wurde ursprünglich als 35-mm-Film bezeichnet. Die Bezeichnung bezog sich auf die Breite des Filmstreifens inklusive der Perforation. Für Fotografien wurde daraus das bekannte Aufnahmeformat von 24 × 36 mm.
Als die digitale Fotografie aufkam, wurde diese Größe als Referenz übernommen.
Ein digitaler Sensor mit ungefähr 36 × 24 mm wird deshalb als Vollformat bezeichnet – er nutzt den Bildkreis klassischer Kleinbildobjektive vollständig aus.
Woher kommt APS?
Auch APS stammt aus der analogen Fotografie. APS steht für Advanced Photo System und wurde in den 1990er-Jahren als modernes Filmkamerasystem eingeführt.
Neben verschiedenen Aufnahmeformaten gab es beim APS-Film auch unterschiedliche Bildformate.
Besonders bekannt sind APS-C, APS-H und APS-P.
APS-C stand für einen bestimmten Ausschnitt des APS-Films und hatte ein Seitenverhältnis von etwa 3:2.
Als digitale Kameras entwickelt wurden, griff man diese Bezeichnungen wieder auf, weil die Sensoren eine ähnliche Größenordnung hatten.
Der heutige digitale APS-C-Sensor ist allerdings nicht exakt identisch mit dem analogen APS-C-Filmformat.
Auch „Four Thirds“ hat eine interessante Geschichte
Der Name Four Thirds führt häufig zu Verwirrung. Er bedeutet nicht, dass der Sensor vier Drittel Zoll groß ist.
Die Bezeichnung bezieht sich auf ein historisches System zur Angabe von Sensorgrößen und nicht auf die tatsächlichen Abmessungen des Sensors. Das Four-Thirds-Format wurde speziell für die digitale Fotografie entwickelt und besitzt ein Seitenverhältnis von 4:3. Daraus entwickelte sich später das spiegellose Micro-Four-Thirds-System.
Warum sind große Sensoren nicht automatisch besser?
Ein größerer Sensor kann viele Vorteile bieten, aber er bringt auch Nachteile mit sich.
Eine Vollformatkamera benötigt beispielsweise für den gleichen Bildwinkel größere Objektive als eine MFT-Kamera. Das kann bei Teleobjektiven besonders deutlich werden.
Ein Wildlife-Fotograf kann deshalb von einem kleineren Sensor profitieren: Ein vergleichsweise kleines und leichtes Teleobjektiv kann einen sehr großen Bildwinkel- bzw. Vergrößerungsvorteil gegenüber einer Vollformatkamera bieten.
Sollen Objektive fotografiert werden, die üblicherweise sehr weit weg sind (z.B. Flugzeuge oder Tiere), dann ist ein kleinerer Sensor interessant, weil ein Teleobjektiv durch den Crop-Faktor einen engeren Bildausschnitt liefert. Die tatsächliche Brennweite des Objektivs ändert sich zwar nicht – der Bildwinkel entspricht aber beispielsweise bei MFT ungefähr dem eines doppelt so langen Objektivs an Vollformat.
Beispiel: Telezoom-Brennweiten im Vergleich
| Objektiv | Sensor | Crop-Faktor | Bildwinkel entspricht etwa an Vollformat |
|---|---|---|---|
| 100–400 mm | Vollformat | 1,0× | 100–400 mm |
| 100–400 mm | APS-C | 1,5× | 150–600 mm |
| 100–400 mm | MFT | 2,0× | 200–800 mm |
| 150–600 mm | Vollformat | 1,0× | 150–600 mm |
| 150–600 mm | APS-C | 1,5× | 225–900 mm |
| 150–600 mm | MFT | 2,0× | 300–1.200 mm |
| 200–600 mm | Vollformat | 1,0× | 200–600 mm |
| 200–600 mm | APS-C | 1,5× | 300–900 mm |
| 200–600 mm | MFT | 2,0× | 400–1.200 mm |
Nehmen wir einen Tierfotografen, der ein 100–400-mm-Zoom besitzt. Am Vollformat entspricht das Objektiv maximal 400 mm. Am APS-C entspricht der Bildausschnitt am langen Ende etwa 600 mm an Vollformat. Bei MFT liegt der Bildausschnitt bei etwa 800 mm an Vollformat. Das kann bei scheuen Tieren einen deutlichen Vorteil bringen. Ein Vogel, der beispielsweise weit entfernt sitzt, nimmt auf einem MFT-Sensor einen größeren Teil des Bildes ein, ohne dass ein 800-mm-Objektiv angeschafft werden muss.
Noch interessanter wird diese Betrachtung bei einem Vollformat-Objektiv mit 600 mm Brennweite. An einem APS-C-Sensor mit 1,5× Crop entspricht der Ausschnitt schon 900 mm, bei MFT sind es Dank des 2×-Crop-Faktors stolze 1.200 mm.
Das bedeutet: Ein vergleichsweise handliches 600-mm-Objektiv an MFT liefert denselben Bildwinkel wie ungefähr ein 1.200-mm-Objektiv an Vollformat.
Wichtig: Das ist kein „kostenloses 2×-Tele“!
Der kleinere Sensor vergrößert das Bild nicht optisch. Er nutzt lediglich einen kleineren Ausschnitt des vom Objektiv erzeugten Bildkreises. Ein 600-mm-Objektiv bleibt physikalisch ein 600-mm-Objektiv. Der Vorteil besteht darin, dass der Sensor einen engeren Bildwinkel aufzeichnet.
Der Crop-Faktor macht aus einem 600-mm-Objektiv kein 1.200-mm-Objektiv – es liefert an MFT aber einen Bildausschnitt, der dem eines 1.200-mm-Objektivs an Vollformat entspricht.
Vorteile des Crop-Faktors z.B. für die Tierfotografie:
- mehr Reichweite: Tiere erscheinen bei gleicher Entfernung bildfüllender
- kleinere Objektive: Ein 600-mm-Objektiv kann deutlich kompakter sein als ein Objektiv mit vergleichbarem Bildwinkel für Vollformat
- geringeres Gewicht: interessant für lange Wanderungen und Naturbeobachtung
- geringere Kosten: sehr lange Brennweiten können mitunter sehr teuer sein
- gute Kombination mit Telezooms: z. B. 100–400, 100–500, 150–600 oder 200–600 mm
Allerdings hat Vollformat gegenüber kleineren Sensoren wiederum teils erhebliche Vorteile bei hohen ISO-Werten, Dynamikumfang und sehr geringer Schärfentiefe. Der kleinere Sensor ist deshalb nicht grundsätzlich „besser“, sondern bietet insbesondere bei Reichweite, Gewicht und Größe interessante Vorteile.
Durch den Einsatz von Tele-Konverten bzw. Extendern lässt sich die Reichweite eines Objektivs und damit auch der Bildwinkel noch weiter steigern – allerdings auf Kosten schlechterer Blendenwerte.
Welches Format ist das richtige?
Eine grobe Orientierung:
| Sensorgröße | Ideal für… |
|---|---|
| Sehr kleiner Sensor | Smartphones, Kompaktkameras, maximale Mobilität |
| 1 Zoll | Reisekameras, Bridgekameras, hochwertige Kompaktkameras |
| MFT | Reisen, Street, Wildlife, Video und leichte Systeme |
| APS-C | Allround-Fotografie, Reisen, Landschaft, Sport und Wildlife |
| Vollformat / Kleinbild | professionelle Anwendungen, Porträts, Reportage, Landschaft und Available Light |
| Mittelformat | höchste Bildqualität, Studio, Landschaft, Werbung und Fine Art |
| Großformat | Spezialanwendungen und maximale Kontrolle über Bildkreis und Perspektive |
Zusammenfassung
Die Sensorgröße ist eines der grundlegenden Merkmale einer digitalen Kamera. Von winzigen Smartphone-Sensoren über 1 Zoll, MFT und APS-C bis hin zu Voll- und Mittelformat gibt es eine große Bandbreite unterschiedlicher Systeme.
Der Crop-Faktor hilft dabei, verschiedene Sensorgrößen miteinander zu vergleichen. Ein 25-mm-Objektiv an MFT bietet beispielsweise ungefähr den gleichen Bildwinkel wie ein 50-mm-Objektiv an Vollformat.
Wichtig ist jedoch, sich nicht von der Bezeichnung täuschen zu lassen: Die tatsächliche Brennweite eines Objektivs ändert sich durch den Sensor nicht. Verändert wird lediglich der erfasste Bildausschnitt.
Viele heute verwendete Bezeichnungen haben außerdem ihre Wurzeln in der analogen Fotografie. Kleinbild bzw. Vollformat geht auf den 35-mm-Film zurück, während APS-C seinen Namen vom analogen Advanced Photo System übernommen hat.
Letztendlich gibt es nicht die eine „beste“ Sensorgröße. Ein großer Sensor bietet bestimmte Vorteile bei Bildqualität und Schärfentiefe, ein kleiner Sensor ermöglicht dagegen kompaktere Kameras und Objektive. Die beste Wahl hängt deshalb immer davon ab, was und wie du fotografieren möchtest.
📝 Dieser Artikel wurde zuletzt am 10. September 2026 aktualisiert. Der Originalbeitrag stammt vom 17. September 2023.
Letzte Änderung: Inhaltsverzeichnis hinzugefügt
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Die unterschiedlichen Funktionen von Kameras und Objektiven werden häufig mit diversen Abkürzungen gekennzeichnet. Da es unter den Herstellern keine einheitlichen Bezeichnungen gibt, kann man hier schnell durcheinander kommen. Für das bessere Verständnis der obigen Tabelle ist eine Legende daher vielleicht ganz hilfreich. Neben eher speziellen Abkürzungen habe ich auch einige weitere fotografische Begriffe mit in die Tabelle aufgenommen: Fotografie-Abkürzungen.
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