
Das Castle Rock Festival 2026 brachte wieder eine facettenreiche Mischung aus Dark Rock, Gothic, Mittelalter-Metal und traditionellem Metal auf die Bühne im Schloss Broich in Mülheim an der Ruhr. Über zwei Tage verteilt standen am 03. und 04. Juli 2026 insgesamt 13 Bands vom etablierten Szene-Act bis zum spannenden Newcomer auf der Bühne – leider zum letzten Mal.
Der Konzertbericht ist nun endlich fertig – auch die Fotogalerien sind vollständig.
Denn bereits im Februar 2026 verkündete Michael Bohnes, die treibende Kraft hinter dem Festival, in einem emotionalen Post auf Facebook die traurige Nachricht, dass die diesjährige Ausgabe des Castle Rock die letzte sein würde. Die Gründe, die zum Aus des in der schwarzen Szene und darüber hinaus extrem beliebten Festivals führten, sind vielschichtig: Zum einen steht für den Veranstalter der wohlverdiente Ruhestand an, zum anderen ließ sich kein Nachfolger finden, der die Organisation übernimmt. Außerdem sorgen steigende Kosten – wie leider bei vielen anderen kleinen Festivals auch – für große finanzielle Risiken.
Inhaltsverzeichnis
- Statement des Veranstalters zum Aus des Festivals
- 1. Festivaltag – Freitag, 03. Juli 2026
- 2. Festivaltag – Samstag, 04. Juli 2026
Mit einem Klick auf die Bandnamen gelangt ihr direkt zur jeweiligen Fotogalerie
Statement des Veranstalters zum Aus des Festivals
Hier noch einmal der genaue Wortlaut, der die gesamte Situation erläutert, zum Nachlesen:

Wie Michael Bohnes selbst schreib, sollte die letzte Ausgabe des Festivals nun aber nicht von Traurigkeit über das Ende überschattet werden, sondern wir alle sollten voller Freude auf die vielen tollen Auftritte unzähliger Bands der Festivals der letzten 26 Jahre (!) zurückblicken. Ich selbst war seit 2011 jedes Jahr beim Castle Rock sowie dem leider bereits vor ca. zehn Jahren eingestellten Schwesterfestival Burgfolk dabei und habe in den 15 Jahren unfassbar viele nette Leute kennengelernt und jede Menge tolle Momente fotografisch festhalten dürfen – vor allem natürlich von den vielen oft extrem fotogenen Bands aus dem Fotograben heraus, aber auch vom ganzen Drumherum, den ebenfalls oft toll gekleideten Besuchern sowie der immer entspannten Security. So gaben sich alle Anwesenden auch alle Mühe, keine Trübsal zu blasen, sondern brachten den Schlosshof ein letztes Mal so richtig zum Beben, um dem traditionsreichen Festival einen würdigen Abschluss zu bereiten – am Ende flossen dennoch etliche Tränen, doch dazu später mehr.
Werfen wir daher wie üblich einen Blick auf die Running Order:
1. Festivaltag – Freitag, 3. Juli 2026
Die Legende von Nord
Eröffnet wurde der erste Festivaltag um 16:00 Uhr von Die Legende von Nord, einem deutschsprachigen Rock/Metal-Projekt aus Göttingen, das mit kraftvollen, treibenden Riffs und Drums sowie deutschsprachigen Texten düstere Geschichten besingt. Die Kombo um Frontmann Emu von Nord erwies sich als idealer Festival-Opener, denn die Stimmung des Publikums wurde direkt von Beginn an auf Hochtouren gebracht und die Meute sang auch sehr textsicher mit. Die beiden Männer an den Saiten flitzten dabei energisch über die Bühne und Emu präsentierte sich in verschiedenen äußerst fotogenen Kostümierungen. Besonders der Song Alles geht zu Ende passte thematisch natürlich perfekt zum bereits thematisierten Ende der Festivalreihe. Aber auch Lieder wie Tanz mit mir und Licht an konnten restlos überzeugen.
























Snow White Blood
Weiter ging es mit der Band Snow White Blood aus dem hessischen Groß-Zimmern. Mit düsterem Dark Rock/Metal-Sound gepaart mit melodischem und eindringlichem Gesang wurden regelrecht mystische Vibes und kraftvolle Energie auf der Bühne erzeugt. Die Harmonie aus hartem Sound und dem klaren Gesang von Sängerin Sarah ergänzten sich dabei prima.


















The Other
Eigentlich sollte auf diesem Time-Slot die band Stoneman auftreten, die jedoch ihren Auftritt leider absagen musste. Als Ersatz konnte Elli Berlin verpflichtet werden. Die Band, die zuletzt vor drei Jahren – damals allerdings noch unter dem Bandnamen Null Positiv – in Mülheim dabei war, sagte ihren Auftritt jedoch wiederum kurzfristig ab. Als Ersatz für den Ersatz traten schließlich die Horrorpunker The Other auf. Veranstalter Michael Bohnes – das hat Tradition beim Castle Rock – ließ es sich nicht nehmen, das Publikum persönlich zu begrüßen. Er dankte allen Anwesenden sowie Bands für die Treue – das Publikum dankte es ihm lautstark. „Wie soll die Stimmung dann erst morgen werden?“, fragte Michael in die Runde. Kleiner Spoiler: Noch emotionaler. The Other legten einen super Auftritt hin, wie man es von den Jungs gewohnt ist. Vor allem das früh gespielte Lied Tarantula und She’s a Ghost sind mir als Anspieltipps im Ohr geblieben.





















Tanzwut
Die bekannte deutsche Mittelalter-Metal-Band Tanzwut, die traditionelle Instrumente wie Dudelsack mit harten Gitarren kombiniert, war ebenfalls nicht zum ersten Mal im Schlosshof dabei – in der Vergangenheit waren sie auch mehrfach beim leider bereits vor einigen Jahren eingestellten Schwesterfestival Burgfolk zugegen. Ihre Live-Show steckte wie immer voller Energie und setzte auf viel Interaktion mit dem Publikum.


















Nachtblut
Headliner des ersten Tages waren Nachtblut – hier gab es atmosphärischen Dark/Black Metal auf die Ohren. Mit düsteren Klanglandschaften, harten Riffs und intensiven Vocals sowie Growls ließen Nachtblut den ersten Festivaltag alles andere als gemütlich ausklingen. Das Quartett um Sänger Askeroth, Bassist Ablaz, Gitarrist Greif sowie Drummer Skoll überzeugte dabei wie gewohnt nicht nur optisch sondern auch musikalisch auf ganzer Linie mit ihren Hits wie z.B. Antik und Todschick sowie einer energiegeladenen Performance.
























2. Festivaltag – Samstag, 4. Juli 2026
Die Autritte vom Opener Eigensinn, Wisborg und Heimataerde musste ich leider auslassen, da ich aufgrund einer heftigen Erkältung ansonsten wohl nicht bis zum Headliner durchgehalten hätte.
Sagenbringer
Schlag auf Schlag ging es am Samstag weiter mit Sagenbringer – die Folk/Metal-Band, die epische, hymnische Songs mit deutschsprachigen Texten spielt, ist in aller Munde und hat zuletzt eine steile Karriere hingelegt. Der Auftritt verging leider wie im Flug, denn die Kombo feuerte optisch und musikalisch aus allen Rohren. Toll kostümiert und voller Elan flitzten die Männer um Haldruhir über die Bühne und so erzeugten vor allem Valkyrensturm aber auch der neue vom Tolkien-Universum inspirierte Song Reiter Rohans eine absolut ausgelassene Stimmung beim Publikum, das textsicher mitsang. Anschließend folgte ein kraftvolles Dauer-Feuerwerk aus den drei Krachern Trolltaverne, dem Metdrachen und Blutmarsch. Mit letzterem Song machte sich die Band stark für Freiheit, Toleranz und Vielfalt. Zum Ausklang widmeten die Sylter Nordmänner ihr Herz an die See.
Setlist:
Feuer Und Eis (Intro)
Valkyrensturm
Berserker
Walpurgisnacht
Reiter Rohans
Trolltaverne
Der Metdrache
Blutmarsch
Mein Herz an die See
Ein Goldener Morgen (Outro)


















Haggefugg
Am frühen Nachmittag waren Haggefugg dran – die Mittelalter-Rock/Metal-Band mit groovigem, energiegeladenem Sound brachte gute Laune und ordentlich Power auf die Bühne. Songs wie Märchenwald oder Tanz mit dem Teufel animierten das Publikum zum Mitsingen und -tanzen. Dies kam jedoch auch nicht von Ungefähr, denn die Mannen flitzten über die Bretter und performten was das Zeug hielt!
Setlist:
Es war einmal … (Intro)
Märchenwald
Sternenjäger
Hexenkessel
Tanz mit dem Teufel
Brennende Welt
Leuchtfeuer
Daheim
Firlefanz
Wir reiten keine Drachen – Präludium in B Dur (Interlude)
Mit Sack und Pack
Robin von Locksley
Met, Wirt, Bestellt!
Totentanz


















All For Metal
Der Name bei All For Metal war Programm: hier gab es klassische Metal-Sounds mit eingängigem Riffing und mitreißenden Hooks auf die Ohren – ein großer Spaß für alle Metalheads und Fan von Genregrößen wie etwa Manowar. Mitgröhlen gehörte hier zum guten Ton! Die deutsch-italienische Kombo mit den zwei muskulösen Frontmännern Tim „Tetzel“ Schmidt (seines Zeichens auch als Sänger von Asenblut und Metal-Fitness-Influencer bekannt), der bei All for Metal für die tiefen Töne zuständig ist sowie Amerigo Vitiello, der die cleanen Gesangsparts übernimmt, konnte dazu aus einem stattlichen Portfolio von Gassenhauern schöpfen, die zum Mitgröhlen einluden. Zusammen mit den übrigen allesamt thematisch passend gekleideten spielfreudigen Musikern lieferten All for Metal einen Auftritt nach Maß ab. Die Kombo wird man in Zukunft vermutlich nur noch auf größeren Bühnen sehen!
Setlist:
Intro
Gods of Metal
Fury of the Gods
Hear the Drum
When Monsters Roar
Prophecy of Hope (Interlude)
Mountain of Power
Raise Your Hammer
Path of the Brave
Bass Solo
Valkyries in the Sky
Run
Born in Valhalla
Interlude
All for Metal
Goddess of War





















Crematory
Mit dem Co-Headliner Crematory näherte sich das Festival dann langsam aber sicher schon wieder dem Ende entgegen. Deutschlands Gothic-Metal-Urgesteine waren dafür die absolut passende Wahl, schließlich hat die Band das Festival über Jahre lang begleitet. Mit großer Bühnenerfahrung im Gepäck und ihrem ganz eigenen düsteren Sound legten sie einen denkwürdigen letzten Auftritt mit reichlich Emotionen in den Schlossmauern hin. Vor allem Banger wie Höllenbrand und Ravens Calling sorgten direkt zu Beginn des Gigs für reichlich Stimmung vor der Bühne. Frontmann Gerhard „Felix“ Stass ließ zwischen den Songs immer mal wieder durchblicken, wie gerne er das Festival mochte. Sätze wie „80% des Festivals kenne ich persönlich“ nahm man ihm sowas von ab. Mit Tick Tack, Tears of Time und Rise and Fall rundete die Kombo ihren gelungenen Auftritt ab.
Setlist:
Destination
Höllenbrand
Ravens Calling
Born
Shadowmaker
The Future Is a Lonely Place
Blind
Tick Tack
Tears of Time
Rise and Fall












Danksagung & Verabschiedung des Festivals
Vor dem Auftritt des Headliners betrat abermals der sichtlich gerührte Veranstalter Michael Bohnes die Bühne, um sich ein letztes Mal bei allen beteiligten Helfern, Bands sowie Besuchern für die Unterstützung des Festivals über all die Jahre zu bedanken. Das Publkum quittierte dies mit Minutenlangem Jubel und „Micha“-Rufen. Einige langjährige Unterstützer und Freunde wurden sogar auf die Bühne geholt, um sie namentlich vorzustellen – hieran konnte man abermals sehen, wie besonders dieses Festival war und mit wie viel Herzblut das Orga-Team bei der Sache war. Einen Videomitschnitt von dem emotionalen Moment findet ihr auf Youtube.






Lord Of The Lost
Headliner des Samstags und einer der größten Acts des Festivals waren die Dark Rocker Lord of The Lost! Da sich die Umbaupause sowie die anschließenden Danksagungen etwas in die Länge zogen, legten die Hamburger Düsterrocker erst gegen 21 Uhr nach dem Intro OPVS NOIR los. Der gesamte Auftritt war ein absolutes Highlight für alle Fans der schwarzen Szene, wenngleich ich den Opener Bazaar Bizarre nicht als die allerbeste Wahl empfand, da das Lied doch recht gemächlich daherkam. Das änderte sich beim Brecher Damage dann umgehend und für das Publikum gab es kein Halten mehr.
Wie auch einige Bands zuvor waren Lord of the Lost keine Unbekannten in Mülheim, schließlich traten die Männer um Chris „The Lord“ Harms in der Vergangenheit bereits etliche Male im Schloss Broich auf, darunter ein Mal sogar mit Orchester. Einen besseren Ausklang und passenderen Abschluss-Act des Festivals hätte man daher kaum finden können. Je mehr der Auftritt der Hamburger Jungs fortschritt, desto mehr dämmerte es dem Publikum dann auch, dass das scheinbar unvermeindliche Ende des Festivals nun immer näher rückte. Daher kamen nach schnelleren Songs wie etwa Drag Me To Hell auch einige ruhigere Titel wie etwa Loreley und My Funeral – dem Anlass des Festivals entsprechend – ganz gelegen.
Zum Ende wurde es auch noch einmal so richtig emotional und die ein oder andere Träne wurde von den Anwesenden im Publikum auch verdrückt. Hatte sich Veranstalter Michael Bohnes vor dem Auftritt bei seiner Dankesrede noch zusammenreißen können, rollten dann auch bei ihm schließlich die Tränen, als er von der Band auf die Bühne geholt wurde. Chris Harms bedankte sich aufrichtig bei ihm, dass er von Beginn an stets an die Band geglaubt hatte und durch die Auftritte auf dem Castle Rock maßgeblich zum Erfolg der Band beigetragen habe. Als besonderen Dank spendierte die Band ihm sogar eine extra angefertigte Blood and Glitter Chart-Trophäe. Auch hiervon gibt es einen kleinen Clip auf Youtube. Nach einem Cover des Ärzte-Klassikers Schrei nach Liebe (leider immer noch aktueller denn je) endete das Konzert dann thematisch mit der positiven Message des Lieds Light Can Only Shine in the Darkness.
Setlist:
Intro OPVS NOIR
Bazaar Bizarre
Damage
Forever Lost
Prison
Drag Me to Hell (inkl. Miss Machine Intro)
I Hate People
Blood for Blood
Priest
On This Rock I Will Build My Church
Ruins
Loreley
Kill the Lights
My Funeral
I Will Die in It
Doomsday Disco
Blood & Glitter (extended version)
Cha cha cha (Käärijä cover extended Version inkl. Wall of Death)
Schrei nach Liebe (Die Ärzte cover)
Light Can Only Shine in the Darkness


















Also dann: Machs gut Castle Rock und Danke für Alles 🖤 – du wirst mir und der Szene fehlen.😭
Das letzte Wort überlasse ich dem Veranstalter, in dem ich sein finales Statement hier noch einblende:

















