Van Canto – Tour Of The Brave 2014

Van Canto

Abschluss der Tour Of The Brave mit Winterstorm, Orden Ogan und Van Canto am 13.04.2014 im FZW in Dortmund, das versprach ein Abend voller Power und Stimmgewalt zu werden!

Das Interesse an dem Konzert war groß, wie die lange Schlange vor der Location deutlich machte. Der Einlass eine halbe Stunde vor Beginn verlief relativ zügig und so hatten sich schon reichlich Besucher im großen Saal eingefunden, als die noch recht junge Kombo Winterstorm aus dem bayrischen Bayreuth mit dem epischen Opener Cathyron vom aktuellen gleichnamigen Album loslegte.

Van Canto - Tour Of The Brave 2014

Anfangs ging das Publikum noch nicht ganz so frenetisch ab, denn Fronter Alex meinte, dass die gerade mal rund 150 Personen beim Konzert im Düsseldorfer Pitcher einen Tag zuvor lauter geschrien hätten. Das konnte das Dortmunder Publikum natürlich nicht auf sich sitzen lassen und setzte mit lauten “Hey”-Rufen ein erstes Zeichen.

Die anfängliche Distanz und Skepsis einiger Besucher, die Winterstorm bis dato noch nicht kannten, lösten sich spätestens beim Van Canto Cover Badaboom in Luft auf. Fronter Alex tat überrascht, als er anschließend mit gespielter Verwunderung eine Setlist der Band “Van Winto” hochhielt, auf der sich Songtitel wie Schlabadabadambam, Gubbl Gubbl Gubbl oder Hadabahadada fanden.

WinterstormNach diesem kleinen Scherz kamen auch gleich die Musiker von Van Canto auf die Bühne, um die Band Winterstorm kurzerhand in “Winterdienst” umzubennenen. Die Begründung von Van Canto: Beim Namen Winterstorm kämen immer wieder Verwechslungen (etwa mit der Band Wintersun) auf, Winterdienst wäre einfacher zu merken. Also wurde fix ein Banner mit dem “neuen” Namen über dem Drumkit aufgehängt und die Musiker von Winterstorm kurzerhand mit Warnwesten eingekleidet. Anschließend ließen Van Canto ein wenig Kunstschnee regnen. Ein amüsanter Schlagabtausch – doch so viel sei vorweggenommen: Es würde nicht der letzte Spaß des Abends sein!

WinterstormWeiter ging es mit The Stormsons, Winterheart und Windkeepers, allesamt sehr einprägsame Power-Metal-Nummern, die zum Abfeiern einluden. Mit dem hymnenartigen Into The Light, das die Band sich selbst widmete, näherte sich der Auftritt dann auch schon langsam aber sicher dem Ende entgegen. Doch zunächst durfte das Publikum bei der Winterhummpa ordentlich Party machen. Zum Ende gab es dann noch ein kleineres Durcheinander bei der Ansage des letzten Stücks, so dass Metalavial schließlich nur ganz kurz angespielt und Kings Will Fall dafür komplett gespielt wurde. Eine Zugabe gab es mit Dragonriders auch noch oben drauf.

Alles in allem dürften Winterstorm viele neue Fans dazugewonnen haben. Fans von partytauglichem Power Metal kamen voll auf ihre Kosten. Die Band vergaß nicht, sich bei allen Beteiligten der Tour und natürlich Van Canto selbst zu bedanken. Der Sound war auch sehr klar und druckvoll abgemischt.  Einziger Kritikpunkt: Es kamen doch reichlich Einspieler vom Band, vor allem natürlich Keyboardpassagen aber auch eine Geige und ein Akkordeon konnte man bei einzelnen Songs heraushören. Dies ist insofern etwas ärgerlich, wenn die Einspieler doch sehr dominant durchklingen. Schwamm drüber: Dennoch sehr geile Mucke, gelungener Opener!

Setlist:

Cathyron
Badaboom (Van Canto Cover)
The Stormsons
Winterheart
Windkeepers
Into The Light
Winterhumppa
Kings Will Fall
Dragonriders (Zugabe)

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Die Power Metal Band Orden Ogan knüpfte  nach einer recht kurzen Umbaupause beinahe nahtlos an die gute Stimmung von Winterstorm an. Mit We Are Pirates hatten die Arnsberger um Frontmann Seeb auch gleich einen absoluten Gassenhauer als Opener gewählt.

Das Publikum war sofort auf Zack, sang fleißig mit, reckte die Powerfäuste in die Luft und strengte sich besonders bei den nächsten Songs  To The End – dem Titletrack des aktuellen Albums – und Angels War an, da Seeb verkündete, dass  der Auftritt für die kommende Live-DVD (die dem nächsten Album als Bonus-Disk beiliegen soll) mit allerlei Kameras aufgezeichnet wurde.

Orden Ogan

Alles in allem machte Orden Ogan einen wie immer sehr routinierten Eindruck. Nach New Shores Of Sadness folgte das übliche “Hallo Publikum”/”Fuck You Pussy”-Spielchen, da Orden Ogan laut eigener Aussage sonst immer die absoluten Pussies im Billing seien, bevor die Band Farewell, einen Song hauptsächlich für die Frauen, zum Besten gab.  Außerdem bedankte sich Seeb bei den Musikern von Van Canto, mit denen die Band nun schon zum dritten Mal auf Tour war und die zu etwas wie “einer kleinen Familie” geworden sind. Das Publikum quittierte die Aussage mit lautstarken Rakatakka-Rufen.

Mit New Shores Of Sadness steuerte Orden Ogan dann auch schon wieder gen Ende des relativ kurzen Sets. Mystic Symphony überraschte zunächst aber noch durch einige neue Sampler (wie schon zuvor bei Winterstorm griffen auch Orden Ogan für die Keyboard-Sounds leider auf Einspieler vom Band zurück), ehe sich Seeb einen kleinen (geplanten?) Fauxpax erlaubte: So redete er das Publikum mit “Hamburg… oh Dortmund” an, wofür er laute “Buh”-Rufe zu hören bekam. Zwar drohte er, sich noch weiter unbeliebt zu machen, indem er kommentierte, dass das Hamburger Publikum lauter geschrien hätte. Er stimmte die aufgebrachte Meute jedoch gleich wieder etwas milder, als er erklärte, dass dafür die Dortmunder “Buh-“Rufe erheblich lauter gewesen seien. Wie dem auch sei, mit The Things We Believe In und der Mitsing-Passage “Cold dead and gone” verabschiedete sich Orden Ogan standesgemäß von den Dortmundern..

Setlist:

We Are Pirates
To The End
Angels War
New Shores Of Sadness
Farewell
Mystic Symphony
The Things We Believe In

Links zu Orden Ogan: Offizielle Homepage | Facebook

Van CantoZu Van Canto muss man eigentlich nicht mehr viele einleitende Worte verlieren. Die wohl bekannteste Acapella-Metal-Band war anlässlich des nunmehr bereits fünften Albums Dawn Of The Brave mal wieder auf großer Tour.

Sobald das gleichnamige Intro von eben jenem Album erklang, wurde es augenblicklich so richtig laut im Saal. Das Sextett bestehend aus den beiden Lead-Sängern Sly und Inga Scharf, Drummer Bastian Emig sowie den Rakkatakka-Gitarren-Immitatoren Ross Thompson, Stefan Schmidt und Ingo Sterzinger enterte nach und nach die Bühne, ehe mit dem neuen Stück Fight For Your Life ein Opener nach Maß gespielt wurde.

Unmittelbar darauf folgte das ebenfalls neue Lied Badaboom. Weiter ging es mit dem ersten Cover, nämlich Wishmaster von Nightwish. Hierbei ließen die Jungs von Winterstorm (bzw. Winterdienst) es sich nicht nehmen, sich für den anfänglichen Scherz zu revanchieren. Wieder in gelbe Warnwesten gekleidet und mit Besen bewaffnet, stürmten Winterstorm die Bühne, um ordentlich mit Van Canto abzurocken. Da mussten die Besen kurzerhand als Gitarrenersatz und sogar als Zahnbürse (siehe Fotos unten) herhalten. Dass sich mit den Besen auch gut im Takt auf die Bühne schlagen ließ, erwies sich ebenfalls als praktisch – Rakkatakka Besenmassaker sozusagen.

Mit Steel Breaker gaben Van Canto im Anschluss an die kleine Show-Einlage erneut ein neues Stück zum Besten, bei dem Winterstorm-Frontmann Alex als Sly verkleidet über die Bühne wirbelte. “Hoffentlich kommt der richtige Sly wieder”, kommentierte Inga vergnügt, als die beiden Slys zusammen die Bühne verließen. Stef ergänzte: “Man kann sich zwar als Sly verkleiden, aber nicht als Schotte.” Außerdem erklärte er: “Es gibt zwei Dinge, die Schotten nicht mögen. 1. Engländer und 2. Stille.” Erstere Aussage hatten Van Canto beim Auftritt in London vorsichtshalber weggelassen, wie er daraufhin noch schnell nachschob. Beim Schlagwort “Schotte” wusste die Meute aber ohnehin längst, welcher Song nun gespielt würde: Rebellion (The Clans Are Marching) von Grave Digger, das zum lauten Mitsingen einlud, wie kaum ein anderes Stück – jedes Mal wieder Gänsehaut-Feeling!

Van CantoWie bei einem Konzert von Van Canto üblich, gab es nur relativ wenig Zeit für Ruhepausen, obgleich die Band zwischen den Songs schon relativ viel zu erzählen wusste. Musikalisch ging es jedoch Schlag auf Schlag mit To Sing A Metal Song weiter, bei dem das Publikum sein Gesangs-Spektrum erweitern konnte, gefolgt von The Other Ones, einer Odé von Van Canto an die – so wörtlich – “etwas anderen Fans”, die Hero-Acapella-Metal hören (und dafür auch das ein oder andere Mal von so manchem eher traditionell ausgerichteten Metal-Fan schief angeguckt werden).

Ein wenig entspannen konnte das Publikum in Anschluss  bei einem Drumsolo von Bastian, jedoch wurde selbst beim Trommelfeuer jeder Besucher auf seine Mitsing-Qualitäten überprüft: Rakkatakka-Badaboom, sag ich da nur! Der Schotte Ross sagte daraufhin das Cover Paranoid von Black Sabbath an und auch allen Crew-Mitgliedern wurde noch schnell namentlich gedankt, ohne die jedes Konzert nicht so reibungslos ablaufen würde.

One To Ten, das mit sehr geilen “Gitarren”-Soli überzeugte – Stef und Ross liefen hier wirklich zu Höchstleistungen auf und ahmten mit ihren Stimmen den typischen E-Gitarren-Sound perfekt nach – und das Sabaton-Cover Primo Victoria mit zwei Gast-Trommlern läuteten dann aber auch schon wieder langsam aber sicher das Ende des äußerst kurzweiligen Auftritts ein.

Zum Abschluss holte Stef noch einmal etwas aus und erzählte, dass es Van Canto nun schon über achte Jahre gebe. “Schön, dass so viele in eine Stadt kommen, in der keiner von uns wohnt” , meinte er weiter. Die Fans waren gedanklich wohl noch beim Sabaton-Cover, was ich an den lautstarken “Noch ein Bier”-Rufen festmache, die man von Sabaton-Konzerten gewohnt ist. Dass das Publikum noch nicht ansatzweise müde war, ließ sich daran erkennen, dass die Band auf die Ankündigung des letzten Songs (natürlich nicht ernst gemeinte) “Pfui”-Rufe zu hören bekam. The Mission bildete den Abschluss, jedoch forderten die Besucher augenblicklich Zugaben.

Vor der Zugabe If I Die In Battle bedankte Van Canto sich noch einmal bei den Fans und erzählte, dass nun schon der zweite Tourabschluss in Dortmund stattfand und dass die Band auch gerne ein drittes Mal hier eine kommende Tour enden lassen möchte – da sagt das Ruhrgebiet sicher nicht “Nein”! Danach verließen die Musiker sichtlich erschöpft nach einer langen Tour die Bühne, kamen jedoch noch ein weiteres Mal zurück für den Maiden-Klassiker Fear Of The Dark, die zweite und auch letzte Zugabe des Abends, bei der Sly auch gleich noch ein Bad in der Menge nahm. Nach dem Konzert regnete es dann noch reihenweise Sticks und Drumfelle, die Bastian verschenkte und ins Publikum warf.

Van Canto

Das Fazit fällt alles andere als überraschend aus: Van Canto bot eine gelungene Mischung aus eigenen Stücken und Cover-Songs. Auch wenn man nicht leugnen kann, dass es bei jeder Tour mehr Cover auf die Setlist schaffen, überzeugte die Band nicht nur mit ihrem eigenen Song-Material, sondern vor allem auch mit ihren eigenwilligen Interpretationen der Genre-Klassiker. Dazu ein astreiner Sound, gute Vorbands (angesichts des Exoten-Status von Van Canto ist es sicher nicht leicht, passende Vorbands zu finden – was man unter anderem ja auch daran erkennen kann, dass Orden Ogan nun schon zum dritten Mal mit an Bord war) und eine exzellente Stimmung – was will man mehr? So stellte Van Canto jedenfalls einmal mehr unter Beweis, dass die Band jede Location rockt – egal ob das kleine Pitcher in Düsseldorf einen Tag zuvor oder die große Halle in Dortmund. In diesem Sinne: Bis zur nächsten Tour!

Setlist:

Dawn Of The Brave (Intro)
Fight For Your Life
Badaboom
Wishmaster (Nightwish Cover)
Steel Breaker
Rebellion (The Clans Are Marching) (Grave Digger Cover)
To Sing A Metal Song
The Other Ones
Drumsolo
Paranoid (Black Sabbath Cover)
One To Ten
Unholy
Primo Victoria (Sabaton Cover)
The Mission / Master Of Puppets (Metallica Cover)

Zugaben:
If I Die In Battle
Fear Of The Dark (Iron Maiden Cover)

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