Power Of Metal 2011

Powerwolf @ Power Of Metal 2011

Die zweite Auflage des Power Of Metal Festivals war ein unglaublicher Erfolg. An etlichen Terminen waren die Hallen bereits im Vorverkauf ausverkauft. Für die Turbinenhalle in Oberhausen, wo die Power Of Metal Tour mit Skull Fist, Powerwolf, Grave Digger und Sabaton im Gepäck am 17.09.2011 Halt machte, gab es zwar noch einige wenige Tickets an der Abendkasse, jedoch wurden auch hier immerhin über 2300 Tickets im Vorfeld an den Mann gebracht – wenig später stand dann auch in Oberhausen fest: Sold Out!

Skull Fist

Skull Fist @ Power Of Metal 2011Von dem großen Erfolg der Tour zeugte auch die lange Schlange, die schon vor dem Einlass um 18.30 Uhr vor der Turbinenhalle entstand. Dennoch ging es relativ zügig voran, wie man es von der Turbinenhalle gewohnt ist.

Die kanadischen Oldschool Heavy Metaller Skull Fist – neuerdings leider mit zwei Ersatzmännern für die kleine aber sehr feine Trommlerin Alison Thunderland sowie den Gitarristen Shred, die die Band vor kurzem verlassen haben – bildeten pünktlich um 19:30 Uhr den Auftakt des Abends.

Mit Ride The Beast und Head Öf The Pack, dem Titeltrack des erst kürzlich erschienenen ersten Albums der Band, legten die Jungs auch direkt gut los. Obwohl die Band mit ihrem rein klassischen Heavy Metal nicht so ganz in die Schiene der drei übrigen Power Metal Bands passte, gefiel es den anwesenden Fans trotzdem erstaunlich gut.

Skull FistEin Großteil der bereits üppig gefüllten Turbinenhalle feierte die Band nach einigen Minuten Eingewöhnungszeit auch gebührend ab und dass, obgleich nur die wenigsten Leute vorher etwas von Skull Fist gehört hatten – eigentlich ein Unding, wo die Kanadier in letzter Zeit doch relativ oft im Sektor unterwegs waren (zuletzt etwa im Rahmen der Tour mit Bullet und Enforcer).

Tear Down The Wall, Commit To Rock, bei dem eine Gummipuppe ins Publikum geschmissen wurde, und der Gassenhauer No False Metal von der ersten Demo aus dem Jahre 2006 rundeten den sehr guten Auftakt einer viel versprechenden Band, von der man in Zukunft sicher noch öfter was hören wird, ab.

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Powerwolf

Powerwolf @ Power Of Metal 2011Die Männer von Powerwolf fielen um 20:20 Uhr nach einer kurzen Umbaupause über die Bühne her – zumindest hatten sie das vorgehabt. Ein kleine Panne mit dem Intro machte der Truppe um Gesangskünstler Attila Dorn jedoch vorerst einen Strich durch die Rechnung. Frontman Attila war die Angelegenheit äußerst unangenehm – sein ungefährer Wortlaut dazu:  “Das fängt ja gut an… Man ist das peinlich. Und das beim letzten Konzert der Tour.”

Nachdem der Einspieler schließlich doch noch abgespielt werden konnte und die ersten Takte von Sanctified With Dynamite, einem der Tracks vom neuen Album Blood Of The Saints, erklangen, war die kleine Panne schnell verziehen. Powerwolf zogen die Meute mit ihrer einprägsamen, schaurigen Musik und ihrer grandiosen Bühnenpräsenz augenblicklich in ihren Bann.

Die zwei Brüder Charles und Matthew Greywolf an den Saiteninstrumenten flitzten wie wild geworden über die Bühne, so dass manch einer in Versuchung kam, zu glauben, dass einer von ihnen jeden Moment zum Werwolf mutieren könnte. Hier ist der Name eben wirklich noch Programm!

Nach Prayer In The Dark, das Powerwolf dem einzig wahren Metalgott Ronnie James Dio widmeten, und In Blood We Trust ging es mit Raise Your Fist, Evangelist erst so richtig rund.

Powerwolf @ Power Of Metal 2011Der Sound war erstklassig und Powerwolf wirkten bei Weitem nicht wie eine “normale” Vorband. Dazu sind sie auch bereits eindeutig zu populär. Fast jeder hatte bei diesem Track die Hände in der Luft und auch die Fangesänge waren die ganze Zeit über vorbildlich, auch wenn Attila sowie Keyboarder Falk Maria Schlegel, wenn er gerade mal nichts zu tun hatte und wild auf der Bühne hin und her lief, die Menge immer weiter anstachelten, lauter zu singen.

Vor Werewolfs Of Armenia wurde kurz das abwechselnde Singen von Band und Publikum geübt, ehe vor dem nächsten neuen Song Dead Boys Don’t Cry ein Opfer in Form von einem Gummischaf (das sog. “Powersheep”), das als Dank für die bisher höchste Chartplatzierung der Band in die lechzende Meute geworfen wurde, dar gebracht wurde.

Im Anschluss folgte ein Song für die Männer, wie Attila das nächste Stück einleitete: Resurrection By Erection. Mit Saturday Satan näherte sich der Auftritt von Powerwolf auch schon mit Riesenschritten dem Ende entgegen. Attila nutzte die Gelegenheit, um für die kommende Headliner-Show am 15.10.2011 im Turock zu werben, ehe er die “Messe” mit einem schaurig schönen Sprechgesang eröffnete. Jeder wusste sofort, welches Stück zum Abschluss gespielt werden würde: Natürlich Lupus Dei.

Powerwolf konnten restlos überzeugen. Ich hatte sie zuletzt 2009 beim Börsencrash Festival gesehen und war extrem positiv überrascht, wie stark sich die Band im Vergleich zu damals nach vorn entwickelt hatte…

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Grave Digger

Grave Digger @ Power Of Metal 2011Das letzte Konzert von Grave Digger beim “Heimspiel” in der Zeche Bochum hatte ich nicht gerade in bester Erinnerung behalten, doch der Auftritt beim Power Of Metal 2011 machte all die Merkwürdigkeiten des letzten Gigs wieder wett.

Die Jungs aus Gladbeck, die nun schon seit mehr als 30 Jahren die Metalwelt unsicher machen, bewiesen ab 21:25 Uhr, dass sie immer noch erstklassigen schnellen und vor allem kraftvollen Metal spielen können und somit einen rechtmäßigen Platz bei der Power Of Metal Tour verdient haben.

Schon der Opener Paid In Blood machte dies mehr als deutlich. Die Fans gingen wie schon bei Powerwolf vom ersten Augenblick an frenetisch ab.

Grave Digger @ Power Of Metal 2011Mit Hammer Of The Scots folgte direkt der nächste Kracher, ehe es bei Wedding Day etwas ruhiger zuging. Das Medley aus Twilight Of The Gods / The Grave Dancer und Circle Of Witches sowie Killing Time waren eigentlich nur harmloses Vorgeplänkel für die nächsten beiden Knaller Excalibur, bei dem die Fans besonders laut mitsangen und Highland Farewell. Auch hier war der Ton wieder erstklassig abgemischt.

Rebellion (The Clans Are Marching) war wie immer ein echtes Highlight. Sänger Chris Boltendahl widmete den Song übrigens seinem fünf Jahre alten Sohn, der das Konzert von der Empore aus verfolgte. Wie üblich gröhlten die Fans den Gänsehautrefrain fast lauter als Grave Diggers Frontman singen konnte. Der Klassiker Heavy Metal Breakdown vom ersten Album der Band aus dem Jahr 1984 war ein guter Abschluss des Auftritts. Logisch, dass die Band sich vor dem letzten Song noch für die glorreiche Tour bedankte.

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Sabaton

Was soll ich zur schwedischen Ausnahmeband Sabaton noch schreiben? Jedes Konzert der Truppe um Sänger Joakim Brodén wird immer besser. Da bildete auch der Auftritt beim Power Of Metal keine Ausnahme.

Nachdem Europes Final Countdown aus den Boxen verklungen war, betraten die einzelnen Bandmitglieder gegen 22:45 Uhr wie gewohnt zum triumphalen Intro The March To War, das unter dem Geschrei der Fans jedoch beinahe gänzlich unterging, nacheinander die Bühne. Als letztes folgte Sänger Joakim, der das Konzert mit den Worten “We are Sabaton and this… is Ghost Devision!” eröffnete, obgleich jeder im Saal wusste, wie ein gutes Sabaton-Konzert anzufangen hat – nämlich genau mit diesem Song.

Sabaton @ Power Of Metal 2011

Wie immer brauchten Sabaton keine Aufwärmphase sondern waren sofort zu 150% bei der Sache. Die Männer an den Saiteninstrumenten sowie natürlich auch Joakim, dem man ganz besonders ansah, dass er enormen Spaß auf der Bühne hatte, rannten energiegeladen über die Bühne und interagierten perfekt mit der Meute. Die Live-Qualitäten dieser Band sind einfach der helle Wahnsinn. Ich glaube, ich war wieder einmal nicht der Einzige, der schon nach wenigen Sekunden Gänsehaut am ganzen Körper hatte…

Der Band schien es ebenfalls zu gefallen und so verwunderte es auch nicht, dass Sänger dies mit den Worten “It was a good idea to end the tour here!” quittierte. Nach dem nächsten Song In The Name Of God wurde eine kleine Bar auf die Bühne geschoben, wo frische Drinks gemixt wurden und Joakim – wie immer von lautstarken “Noch ein Bier”-Rufen angestachelt – ein Bier ausgehändigt bekam, dass er zu Freude der Anwesenden dann auch gleich die Kehle hinunterkippte. Und so viel sei gesagt: Es würde nicht das letzte Bier an diesem Abend sein…

Sabaton @ Power Of Metal 2011Weiter ging es mit White Death, Screaming Eagles und The Price Of A Mile. Sänger Joakim war mehrmals sprachlos angesichts der Stimmgewalt des Publikums. Bei der Hymne Swedish Pagans waren schließlich alle Hände in der Luft. Im Anschluss kam Attila Dorn von Powerwolf auf die Bühne und alberte mit Sänger Joakim herum. Zur Debatte stand unter anderem ein Vergleich des Bauchumfangs. Attilas Fazit dazu: “Er hat ein Sixpack (gemeint war natürlich Joakims Brustpanzer, unter dem er laut eigener Aussage jedoch nur sein Familypack versteckt), ich ein Bierfass.” Bevor Attila die Bühne wieder verließ mussten die beiden jeweils noch ein Guinness vernichten. Hier fehlte nur noch ein Gesangsduett und die Welt wäre für ein Augenblick lang perfekt gewesen…

Die Publikumslieblinge 40:1 und Cliffs Of Gallipoli ließen die Turbinenhalle erneut unter der Panzerkraft Sabatons beben. Sänger Joakim schweifte in die Vergangenheit und erzählte, dass die Band 2006 als Vorband von Edguy und Dragonforce das erste Mal in der Turbinenhalle in Oberhausen auftrat. “Zu diesem Zeitpunkt kannte uns kein Schwein”, rief er sinngemäß. “Und heute ist die Halle ausverkauft! Danke!”

Nach Into The Fire, das fließend in den nächsten Song Attero Dominatus überging, wurde Purple Heart, schon das letzte Lied der regulären Spielzeit, Volker Rabe gewidmet. Er war es, der Sabaton im Jahre 2005 für das Swordbrothers Festival in Andernach zum ersten Mal nach Deutschland holte. Gleichzeitig war dies auch der erste Auftritt von Sabaton gewesen, der nicht im Heimatland Schweden stattfand. Definitiv ein historischer Punkt in der erfolgreichen Bandgeschichte, den man ruhig einmal erwähnen darf.

Sabaton @ Power Of Metal 2011Als opulente Zugaben gab es Coat of Arms, Saboteurs, das dem deutschen Fanclub gewidmet wurde, Panzerkampf, das vom Publikum sehnlichst gewünscht wurde sowie das phantastische Primo Victoria und Metal Ripper, bei dem Sänger Joakim noch ein ausgiebiges Bad in der Menge nahm, obendrauf.

Unter den Klängen des Outros Dead Soldier’s Waltz, bei dem sich die erhitzten Gemüter von der historischen Schlacht in der Turbinenhalle abkühlen konnten, fand die Power Of Metal Tour 2011 ihren Abschluss. Man darf gespannt sein, ob und vor allem wie die Veranstalter von Rock The Nation dieses grandiose Event im nächsten Jahr noch toppen wollen.

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4 Kommentare

  1. der wahnsinn!
    schon nach einem tag nach dem konzert so einen guten konzertbericht zu lesen

    und natürlich wieder mal richtig starke fotos m/

  2. Kann mich Peter nur anschließen..
    Es war so unfassbar genial in Oberhausen =)
    Powerwolf und Sabaton waren meine persönlichen Favouriten; die haben die Halle echt zum Beben gebracht! Gravedigger und Skull Fist waren aber auch nicht schlecht..

    Und natürlich wie immer ein guter Konzertbericht und supi Fotos!

    Grüße Monique

  3. Freut mich, wenn Euch meine Fotos gefallen!
    Motiviert mich immer weiter zu machen 🙂

    @Ayna – gut möglich, das Konzert im Turock ist fest eingeplant 😉

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