Siege Of Düsseldorf III

Adorned Brood

Im Rahmen der dritten Auflage des Siege Of Düsseldorf kamen am 16.12.2011 die drei Metal Bands Elmsfire, Adorned Brood und Orden Ogan ins Spektakulum in Düsseldorf Benrath.

Nachdem das relativ versteckt gelegene Spektakulum mit vereinten Gedankengängen ausfindig gemacht und die “penibelste Rucksackkontrolle aller Zeiten” überstanden war, startete die Belagerung püntklich um 20 Uhr.

Elmsfire

ElmsfireAls erstes waren die Lokalmatadore Elmsfire an der Reihe. Die Düsseldorfer machten von Anfang an alles richtig: Ahab und Eolian, die ersten gespielten Songs des Abends, heizten dem Publikum bereits ordentlich ein. Selbst zu früher Stund war das Spektakulum schon gut gefüllt – Elmsfire genossen ganz klar einen Heimvorteil.

Elmsfire wussten jedoch nicht nur durch ihren astreinen Heavy Metal zu überzeugen, sondern man konnte ihnen einfach ansehen, dass sie jede Menge Spaß hatten an diesem Abend. Vor allem Gitarrist Germano Sanna verließ immer mal wieder die Bühne, um anschließend durchs Publikum zu marschieren und so jeden Besucher höchstpersönlich aufzuforden, für Stimmung zu sorgen. Aber auch die übrigen Bandmitglieder um Frontman Erdmann waren nicht untätig und performten fleißig auf den Brettern. Keyboarder Morten, der seine Dreadlocks in irrsinniger Geschwindigkeit wirbeln ließ, muss man in diesem Zusammenhang ebenfalls nennen.

Außerdem wurde Elmsfire noch ein wenig prominente Unterstützung zuteil: Ross von Van Canto, der auf Thieves Of The Sun, dem ersten Album der Band, den Gesang übernommen hatte, ging mit gutem Vorbild voran und rockte vor der Bühne fleißig ab. Und so ging das Gesamtpaket Elmsfire mühelos auf.

Nach den ersten beiden Songs zeigte Frontman Erdmann seine sadistische Seite. Er erzählte dem Publikum von der Kuhglockenphobie des Bassisten Fritz, worafhin Drummer Patrick Stormchild, das nächste gespielte Stück, mit ein paar Schlägen auf – ihr könnt es euch ja denken – eine Kuhglocke anstimmte. Auf den Song mit verdächtigem Ohrwurmcharakter folgte ohne Pause direkt der nächste Kracher Taipouri Ake Tonu Atu.

ElmsfireIm Anschluss machten Elmsfire etwas Werbung für die kommende CD, die im Februar bei Massacre Records erscheinen wird. Bevor die CD dann für 16 Euro im Handel erhältlich sein wird, wurde jedem Besucher, dem es gefallen hatte, geraten, die CD doch besser jetzt schon für 10 Euro am Merchandisestand zu besorgen. Das nächste gespielte Stück … and Luna, welches schon auf der ersten Demo aus dem Jahr 2003 enthalten ist, war das erste Lied des Abends, das nicht auf dem aktuellen Album Thieves Of The Sun zu finden ist. Für die bald erscheinende neue Scheibe wurde es jedoch extra neu aufgenommen.

Sobald die letzten Takte verhallt waren, setzten augenblicklich lautstarke Zugaberufe ein. Elmsfire waren nur allzu gern bereit, dem Wunsch des frenetischen Publikums mit Worth A Tale nachzukommen.

Adorned Brood

Nach einer relativ kurzen Umbaupause legten die Folk Metaller von Adorned Brood gegen 21:20 Uhr mit dem Knaller Hammerfeste vom gleichnamigen aktuellen Album direkt wuchtig los.

Adorned BroodAllzu viel Stimmung wie bei Elmsfire zuvor entstand jedoch nicht auf Anhieb, auch wenn die Grevenbroicher mit Adorned Brood und Am Grunde des Meeres, einem Lied zum Schunkeln und Mitsingen, zwei weitere starke Stücke ablieferten.

Den darauffolgenden Titel läutete Sänger Markus ‘Teutobot’ Frost wie folgt ein: “Kommt mal alle näher – wir wollen euch riechen! Den nächsten Song kennt ihr alle!” Sieben Tage, die abgewandelte Form von Was sollen wir trinken?, kannte in der Tat wohl so ziemlich jeder, so dass auch endlich zaghafter Gesang des Publikums vernehmbar war.

Im Anschluss an Pagan Knights begann Lebenslied zunächst gefühlvoll und leise, ehe es dann an Kraft und Härte zunahm. Mit Lead My Ship und Death In Desguise spielten Adorned Brood zwei weitere sehr solide Stücke. Die ersten drei, vier Reihen feierten Adorned Brood gebührend ab und auch etliche Arme wurden mittlerweile vor der Bühne in die Luft gereckt, doch ein merkbarer Besucherschwund im Publikum wirkte sich nicht gerade positiv auf die Stimmung aus.

Der Publikumsliebling Under Yggdrasil wurde auch wenn er eingeplant war – soweit ich mich erinnere – nicht gespielt (korrigiert mich bitte, falls ich es nur nicht mitbekommen habe). Als Zugabe gab es dafür das Lied Drunken Sailor, das ebenfalls nicht auf der Setlist stand, bei dem das Publikum endlich vollends auftaute.

Leider war der Sound nicht wirklich gut abgemischt – Keyboard beinahe nur zu Beginn der Lieder hörbar, Stimme etwas schwach, Gitarren übersteuert; immerhin war Flötistin Anne gut zu hören (zumindest ihr Instrument, denn ihr Gesang bei einem Lied war überhaupt nicht hörbar). Kein Vergleich zum Konzert im Helvete, wo ich Adorned Brood im Mai 2011 zuletzt gesehen hatte – dort hatte die Brut eine rundum perfekte Gaudi abgeliefert.

Orden Ogan

Orden OganNach einer letzten Umbaupause erklang pünktlich um 23:00 Uhr das gewohnte Intro, ehe Orden Ogan mit To New Shores – dem typischen Opener – begannen.

Wie zuletzt in Witten beim Metal For Mercy Festival 2011 spielten die Arnsberger als nächstes das in der Vergangenheit eher selten gespielte Stück The Lord Of The Flies, ehe daraufhin mit dem üblichen “Fuck you Pussy”-Geplänkel wie immer geprüft wurde, wer die Band schon mal live gesehen hatte. Natürlich kannten die ersten Reihen das Spielchen schon, während der verstreute Rest im Saal erst noch in das Prozedere eingewiesen werden musste.

Im Anschluss schlugen Orden Ogan mit Farewell etwas ruhigere Töne an, ehe Frontman Seeb die beiden Neuzugänge an den Drums und am Bass vorstellte.

Nach This World Of Ice vom neuen Album To The End, das am 20.04.2012 erscheinen soll, folgte noch ein weiterer neuer Song, bei dem die Band ”And so we are…” sang und das Publikum ”Cold, dead and gone!” antworten sollte. Die neuen Stücke wurden gut aufgenommen und viele Arme und Pommesgabeln der rund 70 verbliebenen Gäste waren nun in der Luft.

Ein Drumsolo sowie ein Einspieler leiteten schließlich den Höhepunkt des Auftritts ein: We Are Pirates, bei dem die Gemüter erfahrungsgemäß wie üblich überschäumten. Sehr überraschend verkündete Seeb nach dem Song “Wir müssen schnell weg nach der Show…”. Somit endete der Auftritt mit Angels War nach 35 Minuten bereits wieder. Immerhin ließen sich Orden Ogan noch zu einer Zugabe zurück auf die Bühne holen.

Orden Ogan

Abschließend sei bemerkt, dass Elmsfire vor allem Dank ihres energiegeladenen Auftretens sicher eine Menge neuer Fans dazugewonnen haben dürften – die Düsseldorfer, die die Belagerung von Düsseldorf initiiert hatten, waren das Highlight des Abends. Wann schafft es eine Vorband schon, für mehr Stimmung zu sorgen als die nachfolgenden Bands?

Von der Location war ich ebenfalls positiv überrascht, lediglich die Abmischung hätte etwas besser sein können. Alles in Allem ein Abend guter Unterhaltung für wenig Geld – so soll es sein.

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