Ferryman & The Flaw

The Flaw feierten mit einem Konzert am 21.10.2011 in der Kaktus-Farm in Dortmund die Veröffentlichung ihres neuen Albums All You Have. Als Support standen Ferryman auf der Bühne.

FerrymanFerryman hatte ich erst vor wenigen Wochen als Vorband von Axxis in Lünen gesehen und wie schon beim letzten Konzert begannen die Jungs um Frontman Andy Jones auch dieses Mal wieder mit dem klasse Opener Babylon.

Nach Betryal, dem zweiten gespielten Lied, ging Andy kurz auf die CD-Veröffentlichung – so wörtlich – „von unseren Freunden von The Flaw“ ein, um jedoch im selben Atemzug zu ergänzen, dass nun ohne viel Gelaber der nächste Song (Insomnia von der gleichnamigen aktuellen EP) gespielt würde. Rund 60 Besucher hatten sich mittlerweile vor der Bühne postiert und konnten beim neuen Stück Generation Self-destruct einen kritischen Unterton in Bezug auf die jüngsten Ausschreitungen in England vernehmen.

Im Anschluss folgte mit Everything We Wanted ein ruhigerer Song (der sich zu meinem Lieblingslied der Band entwickelt), bei dem vereinzelt Feuerzeuge hochgehalten sowie einige Hände zum Klatschen über die Köpfe gehoben wurden. Während The Clown, das – wie Andy erwähnte – zwei Geschichten in einer beinhaltet, gespielt wurde, fand eine kurze Bandvorstellung statt, bevor das Konzert schließlich gegen 21 Uhr mit I Fall Down viel zu früh endete.

Setlist:

Babylon
Betrayal
Insomnia
Generation Self-Destruct
Everything We Wanted
The Clown
I Fall Down
Terrified

Auf den Auftritt von The Flaw war ich nun sehr gespannt, schließlich gibt die Band auf ihrer Seite an, dass sie keinesfalls an Female Fronted Metal mit „kitschigem Opern-Geträller und überladenem Symphonie-Bombast“ mit den typischen Vorbildern wie Tarja Turunen und Co anknüpfen will, sondern für ehrliche und bodenständige Gothic Metal bzw. Rockmusik einstehen möchte.

The FlawThe Flaw legten – natürlich – mit All You Have und Flickering Lights, den ersten beiden Tracks des gerade veröffentlichten Albums, los. Anschließend folgte eine „kleine“ Dankesrede. Sängerin Alexandra Leu dankte vor allem Frank Bornemann vom Horus Sound Studio in Hannover, der das Album in rund eineinhalb Jahren – wann immer es der Zeitplan der Bandmitglieder zugelassen hatte – aufgenommen und produziert hat, ihren vier Bandkollegen und natürlich den Fans, Freunden und Verwandten. Mit den Worten „Wir sind ja nicht zum Labern hier“ beendete sie ihre Dankesrede (auch weil keiner ihrer Bandkollegen noch etwas hinzuzufügen hatte), ehe Enclose Me (ebenfalls vom neuen Album) aus den Boxen schallte.

Nach drei komplett neuen Stücken wurde es Zeit für etwas älteres Material. Alexandra kündigte an, dass die Band an diesem Abend eine Mischung aus neueren und älteren Songs spielen würde. On A Windowshelf vom Different Kinds Of Truth-Album aus dem Jahr 2008 gehörte zu den älteren Stücken, auf das allerdings gleich wieder zwei neue Tracks vom jüngsten Silberling folgten: On My Own und Except Sadness.

Mit The Vagabond gaben The Flaw ein Stück von der EP Burning Skies von 2006 zum Besten. Langsamer aber dafür weitaus atmosphärischer wurde das Konzert mit den drei balladenhaften Stücken Cliff Line, Invisible Wall und Feel The Rain (alle wieder vom neusten Album). Während sich der Drummer eine Zigarette ansteckte und der Bassist sich an den Bühnenrand setzte, konnte Sängerin Alexandra ihre Stimme bei den ruhigeren Titeln vollends entfalten und zumindest eine Besucherin tanzte sich bei den gefühlvollen Stücken vor der Bühne in Extase.

Auf Mute folgte mit Nothing Remains ein weiterer sehr guter Titel. Wenn ich es richtig mitbekommen habe, handelte es sich bei diesem Song auch um das Lieblingslieds des Produzentens von The Flaw. An dieser Stelle muss man auch einmal die feine Dia-Show, bei der allerlei Momentaufnahmen von dem Studioaufenthalt an die Wand projiziert wurden, positiv hervorheben!

The Flaw

Mit Transcendence und All The Worlds Darkness näherte sich das Konzert auch schon langsam dem Ende entgegen. Die Band forderte noch einmal die Unterstützung der Fans, die sich auch nur allzu gerne zum Klatschen animieren ließen.Mit den Zugaben The Gift und Burning Skies endete ein schöner Abend in der Kaktus-Farm.

Ferryman, von deren Musik ich mich schon in Lünen überzeugen ließ, haben einen guten Auftakt für The Flaw hingelegt, die mich ebenfalls positiv überraschen konnten und dass, obwohl ich ein bekennender Fan von klassischem symphonischen Female Fronted Metal mit viel Geträller und allerlei Bombast bin. Leider war die Beleuchtung nicht gerade opulent, so dass man schon alles aus seiner Kamera herausholen musste, um wenigstens halbwegs ansprechende Bilder zu erzielen.

An dieser Stelle noch einmal ein Dank an Andy von Ferryman, der mich zu dem Konzert eingeladen hat. Zum Glück muss ich sagen, denn sonst wäre ich vermutlich gar nicht auf das Konzert aufmerksam geworden und hätte diesen ansprechenden Konzertabend wohl schlicht verpasst.

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