Metal City Festival XIV

Metal City Festival XIV

Nachdem das 13. Metal City Festival vor gerade einmal etwas mehr als einem Monat mit Cripper, Solar Fragment, Redrum Inc. und Automatic Self Destruct hauptsächlich Freunde des Thrash-Metal glücklich machen konnte, traten gestern am 29.05.2011 beim nunmehr 14. Metal City Festival gleich vier affenstarke Heavy, Power bzw. Speed Metal Bands auf: Iron Fate, Dragonsfire, Lonewolf und Warrant – wahrlich ein Fest für die Ohren!

Die drei erstgenannten Bands machten übrigens im Rahmen ihrer Metal Service Tour 2011 im Lükaz Halt, wohingegen die Urgesteine Warrant exklusiv für das Metal City Festival XIV an Land gezogen werden konnten.

Iron Fate

Iron Fate @ Metal City Festival XIVIron Fate durften den Abend eröffnen und im Gegensatz zu manch anderen Vorbands wurden die Jungs aus Goslar nicht mit Scheu oder Ablehnung des Publikums gestraft, sondern ganz im Gegenteil: Schon das Intro machte Lust auf mehr. Mit War Of The Streets als Opener ging es dann auch gleich direkt wuchtig los. Der Sound war von Anfang an erstaunlich gut, genau wie die Stimmung auf und vor der Bühne – alle hatten sichtlich Spaß.

Es folgten die ebenfalls guten Eigenkompositionen Iron Fate und Lightning Bolt, die wie schon der erste gespielte Song, auf dem 2010 erschienenen ersten Album der Band (namentlich Cast In Iron) zu finden sind. Weiter ging es mit Hellish Queen und Resurrection, bei dem besonders lautstark mitgegröhlt wurde.

Nun wäre der Auftritt laut Setlist auch schon vorbei gewesen, aber Fans und Band gleichermaßen hatten spürbar noch Lust auf mehr. Daher entschied man sicher kurzerhand den Klassiker Victim Of Changes und die Ballade Diamonds and Rust – beide von Judas Priest – zu covern. Selten, dass man eine so starke Vorband erlebt – Hut ab!

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Dragonsfire

Dragonsfire @ Metal City Festival XIV

Dragonsfire starteten nach einer kurzen Umbaupause – übrigens 2 Minuten zu früh, auch wenn es Sänger und Bassist Thassilo noch deutlich zu leer vor der Bühne war – “Holt doch mal die Leute rein!” Von dem sexy Intro angelockt kamen beim ersten Song My Mashed Insane Brain die Besucher jedoch bald wieder in den Saal hinein.

Während des Soundchecks hatte Drummer Jan Müller beim Ausprobieren seines Headsets schon festgestellt, wie schwul er klingt, wenn er heiser ist. Daher überließ er an diesem Abend dem Publikum freundlicherweise die Aufgabe ein schwulklingendes “Ahlala” beim nächsten Lied Raging Fire zu singen.

Dragonsfire punkteten mit ihrer lockeren Art beim Publikum, von dem ein nicht gerade kleiner Teil die südhessische Band bis dato scheinbar noch nicht kannte. Nach Blood For Blood wurde das Eis jedoch spätestens mit dem Publikumsliebling Dragonsfire Rockxxx (gleichzeitig das erste Lied, das nicht vom aktuellen Album Metal Service sondern von der Visions Of Fire-Scheibe stammt) gebrochen. An dieser Stelle sollte natürlich wie immer ein Foto von den Fans gemacht werden, doch dafür musste zunächst die Kamera aufgetrieben werden, die sich irgendwo zwischen den Schlagzeugteilen verkrochen hatte.

Dragonsfire @ Metal City Festival XIVNachdem die Mission “Foto von den Fans” abgeschlossen war, widmeten sich Dragonsfire nach den neueren Tracks Time Of Twilight und Visions Of Fire vom aktuellen Album wieder dem ersten Album zu – und zwar mit Devils Road. Wieder einmal sorgte Drummer Jan für Stimmung, in dem er das Publikum fragte, welcher Song im Anschluss kommen würde. Er spannte in seinem Supermanshirt die Flügel als augenblicklich ein Ruf aus dem Publikum für Gelächter sorgte: “Der Ententanz!” Nicht ganz, sondern Wings Of Death. Leider näherte sich damit der Auftritt von Dragonsfire auch schon dem Ende entgegen. Mit Burning For Metal – ein Statement, das an diesem Abend wohl auf jeden Besucher im Lükaz zutraf, ließen Dragonsfire ihren Gig feurig ausklingen.

Die Stimmung bei Iron Fate war zwar noch einen Ticken besser gewesen, dennoch hinterließen Dragonsfire – wie man es von den Jungs gewohnt ist – einen sehr guten Eindruck und konnten sicher den ein oder anderen Fan dazugewinnen.

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Lonewolf

Lonewolf @ Metal City Festival XIVMit Lonewolf aus dem französischen Grenoble enterte nur kurze Zeit später eine ziemlich erfahrene Band die Bretter, feierten die einsamen Wölfe dieses Jahr doch ihr 20jähriges Jubiläum. War die Stimmung bei Dragonsfire schon keineswegs schlecht gewesen, so hoben Lonewolf die Stimmung dennoch bereits beim Opener Utopia und dem folgenden Track Heathen Horde noch einmal deutlich nach oben.

Schlag auf Schlag ging es mit S.P.Q.R. (übrigens der einzige gespielte Song vom 2003er Album Unholy Paradise) weiter, “einem ordentlichen Stampfer”, so die Worte von Sänger Jens Börner, der wider Erwarten sehr gut Deutsch sprach.

Auch bei Lonewolf stimmte wieder alles. Der Sound war wirklich allererste Sahne und die Stimme gefiel mir live noch um ein vielfaches besser als auf der aktuellen CD The Dark Crusade! Kein Wunder also, dass die Fans aus dem Häuschen waren. Bei Viktoria wagten sich die ersten Fans gleich mal im Crowdsurfing, ehe Divine Art Of Lies und Dark Crusade aus den Boxen dröhnten.

Mit Hellenic Warriors, das an diesem Abend kurzerhand in German Warriors umgetauft wurde, dankte die Band den Fans aber auch den anderen Bands für eine geile Tour. Nach dem letzten regulären Lied Made in Hell war schlussendlich auch noch etwas Zeit über, so dass der nächste Song, der gespielt wurde, von der Band nicht angekündigt wurde. Dies war aber auch gar nicht nötig, da die Meute das Lied größtenteils schon bei den ersten Takten, spätestens aber beim Refrain erkannte: Under Jolly Roger von Running Wild. Was für eine Sause! So ziemlich alle Bandmitglieder von Iron Fate und Dragonsfire sowie einige weitere Leute waren jetzt auf der Bühne und ließen sprichwörtlich die Sau raus.

Die drei Bands hatten sich auf ihrer Tour merklich gut verstanden, was sich auch daran zeigte, dass viele Musiker Shirts der anderen Bands trugen! So und nicht anders wünscht man sich einen tollen Konzertabend.

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Warrant

Warrant beliebten schon vor ihrem Auftritt beim Soundcheck kräftig zu Scherzen. Während Gitarrist Oliver May sein Instrument stimmte, fing er spontan an ein Wildwest-Lied zu spielen, in das sich Drummer Arno Verstraten einfach einklinkte. Herrlich spaßig, vor allem als dann einer der wenigen noch im Saal anwesenden Fans ein kräftiges “Jieha” von sich gab. Leider bekamen dies nur wenige Besucher mit, da sich die Reihen doch merklich gelichtet hatten.

Warrant @ Metal City Festival XIVDie Düsseldorfer begannen ihr Set mit Satan und Bang That Head. Natürlich war auch wie immer der Enforcer mit von der Partie und sorgte mit seiner Axt für Stimmung vor der Bühne. Musikalisch bewegten sich Warrant ebenfalls auf einem erstklassigen Niveau – besonders das Gitarrenspiel von Gitarrist Oliver war eine Wucht!

Nach Ready To Command und dem Knaller Condemned Forever begab man sich mit Send Ya To Hell zunächst in die Hölle, wo man dann mit dem folgenden Lied Keep Me In Hell – gleichzeitig nach rund 25 Jahren (!) das erste neue Stück der Band – auch verbleiben sollte.

Torture In The Tower war mein persönliches Highlights des Auftritts – einfach geniale Gitarrensoli zeichneten diesen Klassiker aus!

Im Anschluss an Betrayer hatten Warrant – so wörtlich – ein weiteres “Attentat” auf die Fans vor, indem sie einen zweiten neuen Song zum Besten gaben: C’mon Get It.

Höhepunkt für die meisten Fans war sicher der Song Enforcer, bei dem etliche Fans die Bühne eroberten und dem “richtigen” Enforcer fast die Show stahlen. Mit Nuns Have No Fun und Scavenger’s Daughter beendeten Warrant ihren Auftritt, um nach einem Einspieler noch The Rack und Antisocial und Ordeal Of Death als Zugaben zu spielen.

Warrant @ Metal City Festival XIVAuch wenn beim Auftritt von Warrant viel weniger Besucher  anwesend waren – die Jungs verstehen ihr Handwerk und boten eine tolle Show, auch wenn ein größeres Publikum natürlich wünschenswert gewesen wäre. Aber mit dem ausbleibenden Erfolg bei Warrant ist das ja so eine Sache. Warrant hätten in den 80gern den Durchbruch verdient – vielleicht klappt es ja mit einem neuen Album, wenn es denn irgendwann kommt. So oder so: In Lünen konnten Warrant einmal mehr ihre Live-Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis stellen.

Wer nach dem Konzert immer noch nicht genug hatte, konnte sich zur Aftershow Party mit den Bands in der in der Nähe gelegenen Distille einfinden.

Das 14. Metal City Festival markierte einen gelungenen Abschluss vor der Sommerpause – die Metal City Crew hatte wieder ganze Arbeit geleistet und man darf sich schon auf die nächsten Konzerte im Winter freuen, denn Axxis und Onkel Tom sind bereits bestätigt!

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Ein Kommentar

  1. Heftig!! Sowas nenn ich mal nen Konzibericht! Sehr ausführlich, gut geschrieben, alles wichtige drin. War aber auch ein richtig geiles Festival da muss ich dir beipflichten. Hoffentlich bis zum nächsten MCF! Grüße Tommy

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