Turock Open Air 2013 – Tag 2

Turock Open Air 2013 - Tag 2

Der Wetterbericht für den zweiten Festivaltag des Turock Open Air 2013 am 14.09.2013 verhieß nichts Gutes und vermutlich hatten die Vorhersagen, die Regen in Hülle und Fülle prognostizierten, einige Besucher vom Kommen abgehalten. Bei den Openern Crosshead und My Dominion, die als Anheizer vor einem noch recht spärlichen Publikum eine gute Leistung ablieferten, tröpfelte es stellenweise auch recht ordentlich, aber im weiteren Tagesverlauf blieb es dann weitgehend trocken. Bei relativ kühlen Temperaturen sicher kein optimales Festivalwetter, aber angesichts des starken Line-Ups wurde es bis zum Abend kontinuierlich voller, ehe die Headliner Powerwolf am späten Abend eine Power Metal-Messe nach Maß zelebrierten.

Wolfchant

Während sich der Viehoferplatz weiter langsam aber sicher füllte, trumpften schließlich die niederbayrischen Wolfchant als dritte Band des Tages mit ihrem klasse Pagan Metal auf.

Mit gleich zwei Sängern im Gepäck sorgten Wolfchant mit ihrem epischen Sound für reichlich Stimmung vor der Bühne. Vor allem das Trinklied Never Too Drunk mit seinem genialen Mitgröhlrefrain sorgte für überschäumende Gefühle und legte bei nicht wenigen Fans sicher den Grundstein für spätere Kater…

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Bliksem

Einen ganz anderen Sound boten im Anschluss die belgischen Thrasher Bliksem mit ihrer Frontfrau Peggy Meeussen, die an die gute Stimmung bei Wolfchant anknüpften. Sehr gut in Erinnerung geblieben ist vor allem die würdige Interpretation des Dio-Songs Stand Up And Shout..

 

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Obscurity

Wie bei jedem Festival gibt es hier und da immer mal wieder Änderungen im Zeitplan – so auch beim zweiten Tag des Turock Open Air 2013. Ursprünglich sollten die Briten von Hell als drittletzte Band am Samstag auftreten. Kurzfristig gab es jedoch ein paar Kommunikationsprobleme, da die Band – wie sie auf ihrer Facebookseite bekanntgab – stets davon ausgegangen war, erst am Sonntag aufzutreten. Also verschob sich der ganze Zeitplan etwas, da Hell kurzfristig auf die Co-Headliner-Position am Sonntag gesetzt wurden.

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Mustasch

All dies tat der Stimmung jedoch keinen Abbruch, denn die anwesenden Fans feierten den düsteren Melodic Death/Black Metal mit dezenten Viking-Einflüssen der Velberter Urgesteine von Obscurity genauso gut ab wie den eher lockeren Heavy Metal mit Hard Rock-Anleihen bei den Göteborgern von Mustasch.

Obscurity gaben sich besonders Mühe, das Publikum anzuheizen. “Scheiß auf’s Wetter!” ertönte es schon zu Beginn des Auftritts aus den Boxen. “Wir sind hier um Party zu machen”, stellte Fronter Agalaz sofort klar. Und eine Party lieferten Obscurity in der Tat ab. Crowdsurfer vor und wild headbangende Musiker auf der Bühne sorgten für reichlich Stimmung. Shouter Agalaz erkundete auch mehrmals selbst den Fotograben, um mit den Fans abzufeiern. Kein Wunder also, dass Agalaz am Ende des Auftritts etwas aus der Puste kam und vor der grandiosen Zugabe Nordmänner verkündete: “Ein allerletzter Song, sonst fall ich hier runter!”

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Orden Ogan

Während es in der einsetzenden Dämmerung erneut etwas stärker zu tröpfeln begann, enterten die Power Metaller von Orden Ogan die Bühne. Die Arnsberger um Frontmann Seeb, die sich durch schier endlose Auftritte im gesamten Ruhrgebiet eine treue Fanbase erspielen konnten, präsentierten “die üblichen Verdächtigen”, wie einige Fans kommentierten.

So erwies To New Shores Of Sadness sich einmal mehr als guter Opener. Ebenfalls gut an kamen die Klassiker Lord Of The Flies und natürlich der partytaugliche Evergreen We Are Pirates. Aber auch die beiden neuen Stücke The Things We Believe In sowie To The End vom aktuellen Album fanden großen Anklang beim Publikum.

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Powerwolf

Vom Co-Headliner Orden Ogan auf optimale Betriebstemperatur gebracht, drängte sich das Publikum nunmehr deutlich enger vor die Bühne, bevor die unaufhaltsam heulenden Wölfe von Powerwolf buchstäblich über die Bühne herfielen.  Während das Intro Agnus Dei erklang, nahm zunächst der niederländische Schlagzeuger Roel van Helden – der neuste Zugang im Wolfsclan – hinter seinem Drumset Platz, bevor die Gebrüder Greywolf an den Gitarren gefolgt von Keyboarder Falk Maria Schlegel sowie “Vorzeigeprediger” Attila Dorn – wie üblich stilecht mit rauchendem Weihrauchkelch und einem imposanten Stab ausgerüstet – auf die Bretter, die die Welt bedeuten, stürmten.

Mit Sanctified With Dynamite sowie Prayer In The Dark läuteten die Wölfe ihren musikalischen Kreuzzug mit ihrer gewohnt unnachahmlich guten Mischung aus bombastischem Sound und energischer Bühnenpräsenz ein.

PowerwolfPowerwolf haben mittlerweile wirklich die Qual der Wahl, welche Stücke bei einem Konzert gespielt werden sollen, denn im Grunde genommen sind alle Lieder lupenreine Live-Songs. Dennoch vertrauten Powerwolf nicht nur auf Altbekanntes wie etwa We Drink Your Blood oder Werewolves of Armenia, sondern präsentierten auch alles andere als zaghaft angehende Publikumslieblinge wie z.B. das bombastische Amen & Attack vom aktuellen Erfolgsalbum Preachers Of The Night. Natürlich kam auch der Humor auf einem Powerwolf-Konzert nicht zu kurz und so erkundigte sich Attila vor Resurrection By Errection etwa beim Publikum “Wer hatte heute morgen eine Auferstehung?!”

Auch die beiden neuen Stücke In The Name Of God sowie das ironische Coleus Sanctus, die von einem kleinen Drumsolo geteilt wurden, kamen beim Publikum bestens an. Mit dem genialen Kracher Kreuzfeuer (übrigens das bis dato einzige deutschsprachige Lied im Powerwolf-Kanon) setzten die Wölfe dem ganzen Auftritt die sprichwörtliche Krone auf. Das Publikum war durchweg aus dem Häuschen, klatschte und feierte die Wölfe gebührend ab.

Zum “abschließenden Gebet” bei Lupus Dei kehrte dann kurzzeitig Ruhe ein, bevor die Meute lautstark nach Zugabe(n) lechzte. So ist das eben bei Powerwolf: Wer einmal Blut geleckt hat, der kommt von der Truppe einfach nicht mehr los.  Kein Wunder also, dass gleich zwei Zugaben gespielt wurden: Das mitreißende Raise Your Fist, Evangelist und das zugegeben etwas unerwartete Dead Boys Don’t Cry zum Abschluss rundeten den extrem kurzweiligen Auftritt ab. Besser kann ein Festivaltag eigentlich nicht enden!

Setlist:

Agnus Dei (Intro)
Sanctified With Dynamite
Prayer in the Dark
We Drink Your Blood
Amen & Attack
Resurrection by Erection
In the Name of God
Werewolves of Armenia
Drum Solo
Coleus Sanctus
Catholic in the Morning… Satanist at Night
All We Need Is Blood
Kreuzfeuer
Saturday Satan
Lupus Dei

Zugaben:
Prelude to Purgatory (Intro)
Raise Your Fist, Evangelist
Dead Boys Don’t Cry
Wolves Against the World (Outro)

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