1. Finger – Kassandra

Die erste Tour mit dem Leihwagen sollte zwar zum ersten der drei “Finger” (die drei Landzungen vor der Küste der Region Chalkidki sehen aus wie Finger, daher die Bezeichnung) führen, da die Ausgrabung von Olynthos jedoch auf dem Weg lag, wurde dort zuerst Halt gemacht.

Ausgrabungsstätte Olynthos

Wenn man den ca. 700 Meter langen Weg ohne Schattenmöglichkeiten, der schon in der Morgensonne ziemlich heiß wird, entlang geht, ist man froh, wenn man entweder einen Hut oder Wasser dabei hat – am besten natürlich beides. ;)

Kommt man schließlich zu einer Weggabelung, sollte man den linken Weg einschlagen. Er führt einen Hügel hinauf zum nördlichen (und weitaus eindrucksvolleren) Teil der Ausgrabung. Zwar sieht man zunächst nur sehr viele niedrige Mauerüberreste des antiken Dorfes, jedoch befinden sich auch einige wenige sichtbare Fußbodenmosaike zwischen den Mauern. Ein Großteil anderer Mosaike ist jedoch vom Sand oder Steinen verschüttet und nicht sichtbar.

Dennoch kann man sich anhand der vielen Mauern ein gutes Bild von der damaligen Stadtplanung und Häuserarchitektur verschaffen. Zwischen den rechtwinkligen Grundflächen lassen sich kleine und große Straßen sowie Abwasserkanäle erkennen. Vereinzelt findet man auch die Rekonstruktion eines Herds oder einer (vermeintlichen) Toilette.

Im Anschluss an einen kleinen Abstecher zum Hafen von Nea Moudania ging die Fahrt weiter zum künstlich angelegten Kanal bei Nea Potidea, der den Thermäischen mit dem Toroneischen Golf auf einer Länge von 1,2 Kilometern verbindet.

Halbinsel Kassandra - Kleine Boote

Insel Kassandra - Im Hafen von Nea Moudania Halbinsel Kassandra - Küste bei Nea Fokea

Nach dem Kanal von Korinth ist dieser schmale Kanal, der hauptsächlich von kleinen Fischer- oder Sportbooten genutzt wird, der zweitlängste Griechenlands. Allerdings ist er bei weitem nicht so imposant wie der Kanal in Korinth, da er lediglich durch flaches Gelände verläuft. Die Meerenge ist jedoch der einzige Grund, weshalb Kassandra im Gegensatz zu den zwei anderen Fingern Sithonia und Athos als Insel gilt.

Vom Hafen von Nea Moudania hat man darüber hinaus auch einen guten Blick auf die rote Steilküste, die man von meinem Urlaubsort Psakoudia bei guter Sicht sogar vom Strand aus sehen konnte.

Ein paar Kilometer weiter wurde in Nea Fokea, einem kleinen Badeort, Halt gemacht. Der auf einem Hügel stehende Byzanthinische Wehrturm kann leider nicht betreten werden – er hat nicht einmal eine Tür.

Halbinsel Kassandra - Strand von Nea Fokea

Der Straße folgend fand ich mich wenig später im etwas höher gelegenen Dorf Afitos wieder. Es gilt als schönstes Dorf vom ersten Finger. Zahlreiche Tavernen buhlen in den engen Gassen und dem Marktplatz im Ortskern um Besucher. Hotels sind näher am Strand errichtet worden, so dass Afitos seinen griechischen Charakter bis heute behalten hat. Hier schoss ich auch eins der wenigen Katzenfotos des Urlaubs.

Weitere Städte des ersten Fingers wie etwa Kallithea, die Verwaltungshauptstadt Kassandra, Paralia Fourka oder Kalandra wurden zwar abgeklappert, aber auszusteigen lohnte sich nicht wirklich, da sie keine besonderen Sehenswürdigkeiten vorzuweisen hatten.

Der Leuchtturm von Possidi befand sich hinter einem Campingplatz, weshalb ich dort auf einen Besuch verzichtete. Da die Tour auf dem zweiten Finger Sithonia am nächsten Tag länger werden würde, galt es, langsam den Weg zurück nach Psakoudia einzuschlagen.

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