
Wie ein Blick auf die Vergleichstabellen von Kameras und Objektiven zeigt, existieren im weiten Feld der Fotografie für Kameras, Objektive und Funktionen unzählige Abkürzungen, Begriffe und Nomenklaturen. Da es unter den Herstellern keine einheitlichen Bezeichnungen gibt, kann man hier schnell durcheinander kommen. Daher habe ich begonnen, ein kleines Lexikon in Tabellenform zu erstellen, in der sowohl die gängigen Abkürzungen als auch einige weitere fotografische Begriffe nachgeschlagen werden können:
| Abkürzung | Erklärung |
|---|---|
| 3D-Autofokus | 3D-Autofokus (oft auch 3D-Tracking genannt) ist eine Funktion in Kameras, bei der ein ausgewähltes Motiv im Bild automatisch über alle Fokusmessfelder hinweg verfolgt wird. Die Kamera nutzt dabei Farb- und Mustererkennung, um das Objekt nicht zu verlieren, selbst wenn es sich durch das Bild bewegt. |
| 35-mm-Film | Das vermutlich bekannteste Filmformat, bei dem der Filmstreifen 35 mm breit ist. Ursprünglich für die Aufzeichnung von Bewegtbildern (hier insbesondere für Kinofilme) entwickelt, wurde er später auch in der Stehbildfotografie als sog. Kleinbildfilm (KB-Film, 135er) verwendet. In beiden Bereichen wurde er zum meistgenutzten Filmformat. In analogen SLR-Kameras wurde der 35-mm-Film üblicherweise mittels einer Filmpatrone in die Kamera eingesetzt. Bei den meisten Kameras musste der Anfang des Films manuell eingefädelt werden. Filmpatronen konnten entweder fertig gekauft oder mit Meterware selbst bestückt werden. Fertig konfektionierte Patronen hatten u.a. 12, 24 oder 36 Bilder. Nachdem alle Fotos des Films belichtet wurden, musste der Film zurück in die Patrone gewickelt werden. Dies geschah je nach Kameramodell entweder manuell oder automatisch. Anschließend musste der Film entweder in einer Dunkelkammer selbst entwickelt oder zu einem Fotolabor gebracht werden, das die Entwicklung übernahm. Auch wenn der analoge Film heute weitgehend von digitalen Kameras verdrängt wurde, lebt das Kleinbild-Filmformat von 24 mm x 36 mm in digitalen Vollformatkameras weiter. Daher werden die Begriffe Kleinbild- und Vollformat heute auch weitgehend synonym verwendet. Siehe auch Halbformat. |
| A-Bajonett | Das A-Bajonett für die Sony Alpha (α) Spiegelreflex- und SLT-Kameras entspricht dem bereits bei Minolta-Dynax verwendeten A-Bajonett von 1985 und ist mit allen Autofokus-Objektiven bereits erschienener Reihen kompatibel. Nutzung primär für APS-C-Kameras von Sony vorgesehen. Nutzung mit Einschränkungen auch an Vollformat-Kameras von Sony möglich, dann wird der Bildkreis automatisch auf APS-C-Größe verkleinert. Dies kann deaktiviert werden, allerdings entsteht dadurch eine sehr große schwarze Vignettierung. Sony scheint sich vom ursprünglich für DSLR-Kameras genutzten A-Bajonett zu verabschieden, um sich nur noch auf das E-Bajonett für spiegellose Kameras zu konzentrieren (auch bei Canon und Nikon sind ähnliche Entwicklungen gegenwärtig zu beobachten; Wechsel von EF- zu RF-Bajonett bei Canon und F- zu Z-Bajonett bei Nikon und Fokus auf spiegellose Kameras) |
| Abbildungsmaßstab | Der Abbildungsmaßstab beschreibt in der Fotografie das Verhältnis zwischen der Größe eines Motivs in der Realität und seiner Größe auf dem Kamerasensor. Er wird als Verhältnis angegeben, zum Beispiel 1:1, 1:2 oder 2:1. 1:1 (1×) bedeutet, dass das Motiv auf dem Sensor genau so groß wie in der Realität abgebildet wird (ein 10 mm großes Insekt erscheint 10 mm groß auf dem Sensor). Bei einem Verhältnis 1:2 (0,5×) wird das Motiv auf dem Sensor halb so groß abgebildet wie in Wirklichkeit. Im Verhältnis 2:1 (2×) wird das Motiv auf dem Sensor doppelt so groß dargestellt (Übervergrößerung, z. B. bei Spezial-Makroobjektiven). Der Abbildungsmaßstab ist besonders wichtig in der Makrofotografie. Er hängt von Faktoren wie ➡️ Brennweite, ➡️ Naheinstellgrenze und Objektabstand ab. Ein größerer Abbildungsmaßstab ermöglicht die Darstellung kleinster Details. |
| AC | Das AC-Bajonett war eine Übergangslösung zwischen dem alten FD- und dem aktuellen EF-Standard (Canon) |
| AF | Abkürzung für Autofokus – die ersten Kameras mit ➡️ Autofokus erschienen in den 1980er Jahren, bei der die Kamera noch den AF im Objektiv antrieb. 1987 präsentierte Canon schließlich das EF-Bajonett. Hier war dann in jedem Objektiv ein eigener Autofokusmotor verbaut – ein Konzept, das Canon und viele weitere Hersteller bis heute nutzen. |
| Aperture | siehe ➡️ Blende oder ➡️ Belichtungsdreieck |
| APD | Apodisationsfilter (Kennzeichnung bei Fujifilm-Objektiven) |
| APO | Apochromatisch, Verwendung spezieller Linsen in den drei Grundfarben zur besonders effektiven Reduzierung von Farbfehlern (Abkürzung findet sich z.B. bei Objektiven von Sigma, Voigtländer, Zeiss u.a.) |
| APS | Advanced Photo System, analoges Filmsystem, das 1996 zusammen von Canon, Fujifilm, Kodak, Minolta und Nikon auf den Markt gebracht wurde. Das Aufnahmeformat entsprach etwa 1⁄3 des 35-mm-Kleinbildfilm. Die kleineren Patronen erlaubten die Konstruktion kleinerer Kompaktkameras. Durch die relativ späte Einführung als bereits erste Digitalkameras auf dem Markt waren, war das APS-System zum Scheitern verurteilt. Fotolabore schafften nur zögerlich teure Geräte für die Entwicklung an und auch für die Verbraucher waren Kauf und Entwicklung der Filme teurer als beim Normalfilm. Die kleineren APS-Filme hatten außerdem eine schlechtere Bildqualität gegenüber dem 35-mm-Film. Filmpatronen gab es mit 15, 24 und 40 Bildern. Ein Vorteil der APS-Filme war die geschlossene Filmpatrone. Außer zur Entwicklung verblieb der Film in der Patrone und war so besser geschützt. Auch mussten die Filme nicht mehr manuell in die Kamera eingefädelt werden. Außerdem konnten die Filme mit drei verschiedenen Seitenverhältnissen belichtet werden. Dabei wurde der Film stets im H-Format belichtet, die entsprechenden Randbereiche nur im Sucher und bei der Erstellung von Papierabzügen ausgeblendet. APS-H: 30,2 mm × 16,7 mm, Seitenverhältnis ca. 16:9 (volle APS-Negativgröße) APS-C: 25,1 mm × 16,7 mm, Seitenverhältnis ca. 3:2 („Classic“; wie Kleinbild) APS-P: 30,2 mm × 9,5 mm, Seitenverhältnis ca. 3:1 („Panoramaformat“) Kameras für den APS-Film verschwanden nach 2001 allmählich vom Markt. Anders als für den 35-mm-Normalfilm sind heute keine Patronen mehr für das APS-Format erhältlich. Die Bezeichnungen APS-C und APS-H wurden auch bei einigen modernen DSLR-Kameras für ähnliche Sensorgrößen verwendet. |
| APS-C | Sensorgröße, nach dem analogen Advanced Photo System (25.1 x 16.7 mm) benannt, bezeichnet heute Sensorgrößen zwischen 20,7 x 13,8 mm und 28,7 x 19,1 mm, die meist in Einsteiger- und Semiprofessionellen DSLR-Kameras verbaut werden; resultiert meist in einem 1,6-fachen Format- bzw. Crop-Faktor |
| APS-H | Sensorgröße, nach dem analogen Advanced Photo System (30,2 mm × 16,7 mm mm) benannt; kam z.B. in fünf Modellen der Canon EOS 1D-Reihe (28,7 x 19 mm) oder Sigma sd Quattro H (26,6 × 17,9 mm) zum Einsatz; resultiert meist in einem ca. 1,3-fachen Format- bzw. Crop-Faktor |
| ART | Besonders hochwertige Objektivserie von Sigma, bei der Fokus primär auf optischer Qualität liegt |
| ASL | Aspherical Lens Elements, asphärische Linsenelemente, die die Aberration der Linse reduzieren (Abkürzung z.B. bei Tamron-Objektiven) |
| ASP | Asphärisch (Aspherical), Linsen mit mehreren Krümmungsradien für aufwändige optische Korrekturen (Abkürzung z.B. bei Objektiven von Nikon oder Sigma) |
| AT-X | Abkürzung für Advanced Technolgy (Extra) des Herstellers Tokina; bezeichnet vermutlich eine spezielle Glasbeschaffenheit der Objektivlinsen |
| AT-X Pro | Bezeichnung für die gehobeneren/professionelleren Objektive des Herstellers Tokina (siehe auch AT-X) |
| Auflagemaß | Das Auflagemaß (auch Flanschbrennweite oder Flanschabstand genannt) bezeichnet den genauen Abstand zwischen der Auflagefläche des Objektivbajonetts an der Kamera und der Sensorebene. Es wird vom Kamerasystem (➡️ Bajonett) festgelegt und unterscheidet sich je nach Hersteller und ist entscheidend dafür, ob ein Objektiv korrekt ➡️ fokussieren kann. Ein Objektiv kann nur dann über den gesamten Fokusbereich funktionieren, wenn es für das entsprechende Auflagemaß ausgelegt ist. Bei spiegellosen Kameras (➡️ DSLM) ist das Auflagemaß meist kürzer als bei Spiegelreflexkameras (➡️ DSLR), da der Spiegelkasten entfällt. Durch Adapter können Objektive mit einem anderen Bajonett verwendet werden, wenn der Unterschied im Auflagemaß ausgeglichen wird. |
| Autofokus | Autofokus (AF) ist ein System in einer Kamera oder einem Objektiv, das automatisch die Schärfe auf ein Motiv einstellt. Der Autofokus erkennt die Entfernung zum Motiv und stellt das Objektiv automatisch scharf. Es gibt unterschiedliche Autofokus-Messverfahren (z.B. Kontrast- oder Phasenautofokus). Der AF erleichtert das Fotografieren, besonders bei bewegten Motiven. Es gibt verschiedene Autofokus-Modi, z. B. Einzelautofokus (AF-S) und kontinuierlichen Autofokus (AF-C). Siehe auch ➡️ diesen weiterführenden Artikel zum Thema Autofokus. |
| Autofokusfeld | Autofokusfelder sind die Bereiche oder Messpunkte im Kamerasystem, die dazu dienen, die Schärfe eines Motivs automatisch zu erkennen und einzustellen. Autofokusfelder zeigen an, wo im Bild die Kamera den Fokus messen und setzen kann. Die Kamera nutzt dafür spezielle AF-Sensoren oder Messverfahren auf dem Bildsensor. Je nach Kamera gibt es unterschiedlich viele Autofokuspunkte Üblicherweise gibt es folgende Arten von Autofokusfeldern: Einzelnes AF-Feld: Der Fotograf wählt einen genauen Fokuspunkt (z. B. auf ein Auge). AF-Feldgruppe / Zone: Mehrere Messpunkte arbeiten zusammen, geeignet für bewegte Motive. Automatische AF-Feldwahl: Die Kamera entscheidet selbst, welche Bereiche fokussiert werden. Gesichts- und Augenerkennung: Moderne Kameras erkennen Personen und Tiere automatisch und setzen den Fokus auf Augen oder Gesichter. |
| Autofokusmotor | Die ersten Autofokusmotoren in Objektiven waren einfache Mikromotoren. Über die Jahrzehnte entwickelten die Hersteller leisere und schnellere Motoren, z.B. Ultraschallmotoren (USM bei Canon, HSM bei Sigma), Schritt- bzw. Steppermotoren (STM) für ruhigen Video-Autofokus, Linearmotoren in modernen spiegellosen Objektiven |
| Autofokussensor | In der Fotografie gibt es verschiedene Arten von Autofokussensoren, die sich durch ihre Messmethode und Genauigkeit unterscheiden. Besonders bei DSLR-Kameras werden klassische AF-Sensoren im separaten Autofokusmodul verwendet, während spiegellose Kameras meist AF-Punkte direkt auf dem Bildsensor nutzen. Ein Phasendetektions-AF beispielsweise ist sehr schnell und besonders geeignet für bewegte Motive. Ein Kontrast-AF ermittelt die Schärfe anhand maximaler Kontraste, was meist präziser, aber langsamer ist. Ein Hybrid-AF stellt eine Kombination aus Phasen- und Kontrastmessung dar. Für weitere AF-Arten empfehle ich den ➡️ separaten Artikel zu diesem Thema. |
| Automatikblende | siehe ➡️ Springblende |
| Bajonett | Das sog. Objektivbajonett ist heute der verbreitetste Objektivanschluss für Wechselobjektive. Es basiert auf „Nasen“ rund um die Hinterlinse des Objektivs, die in entsprechende Aussparungen des Flanschrings am Kameragehäuses eingreifen – siehe dazu auch diesen ausführlichen Artikel inkl. einer Tabelle der diversen Bajonett-Typen der unterschiedlichen Kamerahersteller. Der Vorteil eines Bajonettverschlusses gegenüber Schraubgewinden ist die einfachere Handhabung: Die Ansetzposition für das Objektiv an die Kamera sind meist sowohl auf dem Objektiv als auch der Kamera farblich markiert (z.B. mit roten oder weißen Punkten/Strifen). Mittels einer Drehung rastet das Objektiv fest ein. Zum Lösen und Wechseln des Objektivs muss meist eine Drucktaste gedrückt werden, die das Objektiv freigibt, so dass es wieder herausgedreht werden kann. Der Abstand zwischen Film bzw. Sensor und der Objektivauflage am Bajonett wird als Auflagemaß bezeichnet, er unterscheidet sich je nach Hersteller und liegt bei Kleinbildspiegelreflexkameras oft um die 45 mm, bei spiegellosen Systemen desselben Bildformats meist unter 20 mm. Waren Objektivbajonette zu Analogzeiten oft lediglich rein physikalische Anschlüsse, übernehmen sie bei modernen Kamerasystemen mittels diverser elekronischer Anschlüsse auch die Autofokus-/Blendensteuerung der Objektive und übertragen zusätzlich diverse Meta-/Evif-Daten an die Kamera. Bekannte Objektivbajonette sind z.B. bei Canon aktuell EF- und EF-S- sowie RF- und RF-S-Bajonett, zu Analogzeiten z.B. FD-Bajonett, bei Nikon F- und Z-Bajonett, bei Sony A- und E-Bajonett, bei Pentax K-Bajonett, bei Fujifilm X- und G-Bajonett, bei Leica L-, M- und S-Bajonett |
| Belichtungsdreieck | Das Belichtungsdreieck beschreibt das Zusammenspiel der drei Kameraeinstellungen Blende, Verschlusszeit (siehe auch ➡️ Shutter) und ISO, die gemeinsam die Belichtung eines Fotos bestimmen, indem Helligkeit und Bildwirkung gesteuert werden. Die ➡️ Blende (Aperture) regelt, wie viel Licht durch das Objektiv fällt und beeinflusst damit die Schärfentiefe. Die ➡️ Verschlusszeit (Shutter) bestimmt, wie lange Licht auf den Sensor trifft und beeinflusst dadurch die Bewegungsdarstellung. Der ➡️ ISO-Wert legt die Lichtempfindlichkeit des Sensors fest und beeinflusst das Bildrauschen. |
| Belichtungszeit | Die Belichtungs- oder Verschlusszeit ist neben der ➡️ Blende sowie des ➡️ ISO-Werts eine der drei wichtigen Einstellungen des ➡️ Belichtungsdreiecks. Die Belichtungszeit (engl. shutter speed) bestimmt, wie lange der ➡️ Sensor einer digitalkamera oder der Film bei einer Analogkamera ein Bild aufnimmt – in dieser Zeit ist der ➡️ Shutter (Verschluss) einer Kamera geöffnet und wird belichtet bzw. bei Digitalkameras elektronisch ausgelesen, um aus den Informationen der Pixel ein Bild zu erstellen. Die Belichtungszeit wird in Sekunden oder Sekundenbruchteilen angegeben (z.B. 1/1000 s für eine sehr kurze Belichtung oder 1 s für eine lange Belichtung). Die Belichtungsdauer bestimmt außerdem, ob Bewegungen eingefroren oder verwischt dargestellt werden. |
| Bildsensor | siehe ➡️ Sensor |
| Bildstabilisator | Die Technik der Bildstabilisation dient zur Vermeidung von Verwacklungsunschärfe (z.B. durch zittrige Hände oder allgemein langen Belichtungszeiten bei Freihandaufnahmen sowie beim Filmen). Je nach Hersteller werden unterschiedliche Abkürzungen für diese Technik verwendet (siehe z.B. IS bei Canon, VR bei Nikon, OSS bei Sony). In Objektiven kommt ein sog. ➡️ IS zum Einsatz, in Kameras ein ➡️ IBIS. |
| Bit | Ein Bit ist in der digitalen Fotografie die kleinste Einheit digitaler Information und beschreibt einen einzelnen Binärwert, der entweder 0 oder 1 sein kann. In der Fotografie wird die Bit-Anzahl vor allem verwendet, um die Farbtiefe eines Bildes zu beschreiben, also wie viele Helligkeits- und Farbabstufungen eine Kamera oder ein Bildformat speichern kann. Mehr Bits pro Farbkanal ermöglichen feinere Abstufungen und mehr gespeicherte Bildinformationen. Eine höhere Farbtiefe bietet größere Möglichkeiten bei der Nachbearbeitung, besonders bei starken Belichtungs- und Farbkorrekturen. Beispiele: 8 Bit: 256 Helligkeitsstufen pro Farbkanal → JPEG-Dateien (häufiger Standard) 10 Bit: 1.024 Helligkeitsstufen pro Farbkanal → häufig bei professionellen Kameras und Videos 12 Bit: 4.096 Helligkeitsstufen pro Farbkanal → viele RAW-Dateien von Kameras 14 Bit: 16.384 Helligkeitsstufen pro Farbkanal → hochwertige RAW-Dateien vieler professioneller DSLR- und spiegelloser Kameras |
| Bitrate | Die Bitrate beim Filmen beschreibt die Menge an digitalen Daten, die pro Sekunde für ein Video gespeichert oder übertragen wird. Sie wird meist in Mbit/s (Megabit pro Sekunde) angegeben. Eine höhere Bitrate bedeutet, dass mehr Bildinformationen pro Sekunde gespeichert werden. Höhere Bitraten führen in der Regel zu besserer Bildqualität, weniger Kompressionsartefakten und mehr Details in bewegten Szenen. Eine niedrigere Bitrate erzeugt kleinere Dateien, kann aber zu Qualitätsverlusten führen. Die benötigte Bitrate hängt unter anderem ab von der Auflösung (Full HD, 4K, 8K), Bildrate (fps), Farbtiefe (z.B. 8 Bit oder 10 Bit) und Codec (z.B. H.264, H.265). |
| Blende | Vorrichtung aus Blendenlamellen (Irisblende), die – in Kombination mit der ➡️ Belichtungszeit – den Lichteinfall durch das Objektiv auf den Spiegel/Sensor/das Filmmaterial bestimmt und damit die Tiefenschärfe des Bildes reguliert. Grundregel: Je größer die Blendenzahl ➡️ ƒ (z.B. ƒ16>ƒ8), desto kleiner die Blendenöffnung, desto schärfer das Bild (siehe auch ➡️ Lichtstärke). Je kleiner die Blendenzahl (z.B. f/1.8), desto größer die Blendenöffnung, desto kleiner der Schärfebereich/die Tiefenschärfe des Bildes. Die bekannte Faustformel „Sonne lacht, Blende 8“ meint etwa, dass ein Foto bei reichlich vorhandenem Licht mit Blende 8 über den gesamten Bildbereich gleichmäßig scharf abggebildet wird. |
| Bokeh | Bezeichnung für die Qualität eines Unschärfebereichs im Bildhintergrund |
| Breech-lock (ring) | siehe ➡️ Klemmring |
| Brennweite | Brennweite bezeichnet in der Fotografie den Abstand zwischen dem optischen Mittelpunkt eines Objektivs und der Bildebene (➡️ Sensor), wenn das ➡️ Objektiv auf unendlich fokussiert ist. Sie wird in Millimetern (mm) angegeben und bestimmt den Bildwinkel sowie die Vergrößerung eines Motivs. Je nach Brennweite ergeben sich unterschiedliche Bildwirkungen: Kurze Brennweite (z. B. 16–35 mm): Großer Bildwinkel, viel Umgebung im Bild, typisch für Landschafts- und Architekturfotografie (Weitwinkel-Objektive) Normalbrennweite (ca. 50 mm bei Vollformat): Entspricht ungefähr dem natürlichen Seheindruck des Menschen. Lange Brennweite (z. B. 85–200 mm oder mehr): Kleiner Bildwinkel, stärkere Vergrößerung entfernter Motive, häufig für Porträts, Sport- und Tierfotografie (Tele-Objektive) |
| BSI | Backside Illuminated / hintergrundbelichteter Sensor – siehe ➡️ Sensortypen |
| CCD | Charge-Coupled Device, siehe ➡️ Sensortypen |
| Cine-Objektiv | Objektive, die speziell an die Bedürfnisse für Videografen und Filmemacher angepasst sind (meist nur manueller Fokus, dafür breitere Fokus-/Zoom- & Blendenringe als bei herkömmlichen Objektiven für Fotokameras) |
| CF-Karte | Speichermedium für Kameras (Compact Flash) |
| CMOS | Complementary Metal-Oxide-Semiconductor, siehe ➡️ Sensortypen |
| Contemporary | Objektivserie von Sigma, bei der Fokus primär auf Kompaktheit und guten Allround-Eigenschaften liegt |
| Crop-Faktor | Der Crop-Faktor (auch Formatfaktor genannt) beschreibt das Verhältnis der Sensorgröße einer Kamera zum ➡️ Vollformatsensor (36 × 24 mm). Er gibt an, wie sich der Bildausschnitt eines Objektivs auf kleineren Sensoren verändert. Ein kleinerer Sensor (siehe z.B. ➡️ APS-C) erfasst nur einen Teil des Bildkreises eines Objektivs. Dadurch wirkt der Bildaussnitt enger, als wäre eine längere Brennweite verwendet worden. Die tatsächliche Brennweite des Objektivs ändert sich nicht – nur der erfasste Bildwinkel. Typische Crop-Faktoren sind 1,0× (Vollformat), 1,5× (APS-C bei Sony, Nikon, Fujifilm), 1,6× (APS-C bei Canon), 2,0× (Micro Four Thirds) Als Merksatz für den Umrechnungsfaktor gilt: Äquivalente Brennweite = Tatsächliche Brennweite × Crop-Faktor. Beispiele: 50 mm an Vollformat → Bildwinkel wie 50 mm 50 mm an APS-C (1,5×) → Bildwinkel wie 75 mm an Vollformat 50 mm an Micro Four Thirds (2,0×) → Bildwinkel wie 100 mm an Vollformat |
| CSC | Abkürzung für Compact System Camera (Kompakte ➡️ Systemkamera), siehe ➡️ DSLM |
| CX-Sensor | Der CX-Sensor kam in der Nikon 1 Serie zum Einsatz – er hat eine Größe von 13.2 mm × 8.8 mm, was ca. 1 Zoll entspricht, nach dem die Produktreihe benannt wurde. Dies entspricht einem Crop-Faktor von 2.7 gegenüber dem ➡️ Vollformat. |
| DC | Digital Compact, Objektive mit für Digitalkameras optimiertem Strahlengang, die speziell für Sensoren im APS-C-Format konstruiert sind (Sigma) |
| DG | Digital Grade, Objektive mit optimiertem Strahlengang für Vollformat-Kameras (Sigma) |
| Di | Digitally integrated, speziell für Vollformat-Kameras konstruierte Tamron-Objektive |
| Di II | speziell für APS-C-Kameras konstruierte Tamron-Objektive |
| Di III | speziell für spiegellose Systemkameras mit Vollformat-Sensor konstruierte Objektive des Herstellers Tamron (z.B. für Sony E-Mount der Sony α7-Kameras) |
| Di III-A | speziell für spiegellose Systemkameras mit APS-C-Sensor konstruierte Objektive des Herstellers Tamron (z.B. für Sony Alpha 6600 oder Fujifilm X-T4) |
| DO | Diffractive Optics, spezielles Mehrfachbeugungsglied-Linsensystem erlaubt kompaktere Bauweise (z.B. beim Canon EF 70-300mm f/4,5-5,6 DO IS USM oder Canon EF 400mm f/4 DO IS II USM) |
| DOF | Depth of Field, siehe ➡️ Schärfentiefe |
| Drop-in-Filter | siehe ➡️ Steckfilter |
| DS | Defocus Smoothing – z.B. beim Canon RF 85mm f/1.2 L USM DS Objektiv. Diese Technologie sorgt für ein besonders weiches und angenehmes ➡️ Bokeh, indem sie eine spezielle Beschichtung auf zwei Linsenelementen verwendet. Diese Beschichtung reduziert die Lichtdurchlässigkeit an den Rändern der Blendenöffnung, was zu einer gleichmäßigeren Unschärfe führt, insbesondere bei Lichtpunkten im Hintergrund. Dadurch werden harte Kanten im Bokeh vermieden und das Bild erhält eine noch sanftere Hintergrundunschärfe als beim normalen RF 85mm f/1.2 L USM ohne DS. Ein möglicher Nachteil der DS-Technologie ist, dass sie die Lichtdurchlässigkeit verringert, was zu einem etwas geringeren effektiven Lichtwert führt (tatsächlich entspricht die Lichtstärke eher f/2.2 statt f/1.2, obwohl die Tiefenschärfe die gleiche bleibt). |
| DSLM | Abkürzung für Digitale einäugige spiegellose Kamera (digital single lens mirrorless), bei Kameras dieses Typs wird fällt der von herkömmlichen ➡️ DSLR-Kameras bekannte Klappspiegel weg und das Licht fällt direkt auf den Sensor |
| DSLR | Abkürzung für Digitale Spiegelreflexkamera (digital single-lens reflex), das R für Reflex bedeutet, dass das Licht bei diesem Kameratyp vom Schwingspiegel zum optischen Sucher reflektiert wird. Beim Drücken des Auslösers klappt der Spiegel hoch und das Licht fällt auf den Bildsensor (siehe ➡️ Sensortyp) bzw. bei analogen Kameras auf den Negativfilm. |
| DT | Kennzeichnung für speziell für ASP-C-Kameras konstruierte Objektive (Sony) |
| Dual | spezielle doppellinsige Objektive für räumliche Virtual-Reality oder 3D Aufnahmen, z.B. folgende Objektive: Canon RF 5,2mm f/2.8 L Dual Fisheye, Canon RF-S 3.9 mm f/3.5 STM Dual Fisheye oder Canon RF-S 7,8mm f/4 STM Dual |
| DX | speziell für ASP-C-Kameras konstruierte Objektive (Nikon) |
| DX-Format | Sensortyp des Herstellers Nikon, ca. 1,5-facher Formatfaktor, mit ca. 23,7 mm x 15,6 mm ist das DX-Format etwas kleiner als das herkömmliche Kleinbildformat bzw. der APS-C-Standard, siehe auch Sensorformat |
| Dynamikumfang | Der Dynamikumfang in der Fotografie bezeichnet den Bereich zwischen den dunkelsten und den hellsten Bildbereichen, in denen eine Kamera oder ein Bildsensor noch Details erfassen kann. Ein großer Dynamikumfang bedeutet, dass sowohl in den Schatten als auch in den Lichtern viele Details sichtbar bleiben. Ein kleiner Dynamikumfang führt dazu, dass sehr helle Bereiche überbelichtet (weiß ohne Details) oder sehr dunkle Bereiche unterbelichtet (schwarz ohne Details) erscheinen. Der Dynamikumfang wird häufig in ➡️ Blendenstufen (oder auch ➡️ EV für Exposure Value bzw. Stops) angegeben. Besonders professionelle Kameras haben einen Dymaikumfang von 14 bis zu 17 Blendenstufen. Jede zusätzliche Blendenstufe verdoppelt den erfassbaren Helligkeitsbereich. |
| E | Kennzeichnung bei Sony-Objektiven für APS-C-Kameras (z.B. Sony E 35mm f/1.8 OSS) |
| E-Bajonett | Das E-Bajonett wurde erstmals 2010 von Sony in den Alpha (α) NEX-Modellen verbautes. Besitzt ein deutlich kleineres Auflagenmaß (18 mm) als das ebenfalls von Sony genutzte A-Bajonett (44,5 mm), wodurch sich deutlich kleinere Objektive und damit auch kleinere Kameragehäuse realisieren lassen. Sony scheint sich vom ursprünglich für DSLR-Kameras genutzten A-Bajonett zu verabschieden, um sich nur noch auf das E-Bajonett für spiegellose Kameras zu konzentrieren (auch bei Canon und Nikon sind ähnliche Entwicklungen gegenwärtig zu beobachten; Wechsel von EF- zu RF-Bajonett bei Canon und F- zu Z-Bajonett bei Nikon und Fokus auf spiegellose Kameras) |
| ECF | Eye Controlled Focussing; die Kamera wählt anhand der Bewegung des Augapfels das AF-Feld (nur in wenigen analogen EOS-Kameras verbaute Funktion, Canon EOS 30, EOS 50, EOS 3 und EOS 5) |
| ED | Abkürzung für Extra Dispersion. Bezeichnet bei Objektiven z.B. von Sony, Nikon u.a. Glaselemente mit extra geringer Dispersion. Mittels Linsen mit extra geringer Dispersion werden chromatische Aberrationen reduziert. |
| EF-Bajonett | Das EF-Bajonett wurde bereits zu Analogzeiten zusammen mit der analogen Canon EOS 650 Kamera im Jahr 1987 eingeführt und löste damals das FD-Bajonett ab. „EF“ steht für Electronic Focus. Die Kommunikation zwischen Kamera und Objektiv erfolgt beim EF-Bajonett rein elektronisch. Sämtliche EF-Objektive verfügen seitdem über einen vollautomatischen elektrischen Autofokus. Auch die Steuerung der Blende funktionierte von nun an durch einen elektrischen Antrieb im Objektiv. Seit 2018 wird das EF-Bajonett sukzessive vom neuen RF-Bajonett der spiegellosen EOS R-Kameras und RF-Objektive abgelöst (auch bei Nikon und Sony ist ein ähnlicher Trend zu erkennen: Einstellung der DSLR-Kameras und dazugehöriger Bajonette – A-Bajonett bei Sony sowie F-Bajonett bei Nikon werden vermutlich eingestellt – sowie Fokussierung auf DSLM-Systeme mit E-Bajonett bei Sony und Z-Bajonett bei Nikon) |
| EF-M-Bajonett | Bajonett für spiegellose Systemkameras mit APS-C-Sensor von Canon |
| EF-S-Bajonett | speziell für APS-C-DSLR-Kameras von Canon konstruierte Objektive (nicht an Vollformat-Kameras verwendbar) |
| Entfernungsskala | siehe ➡️ Fokusskala |
| EOS | Abkürzung für Electro-Optical System, Modellbezeichnung für alle analogen SLR und digitalen DSLR von Canon |
| EV | Exposure Value – siehe ➡️ Blendenstufen und ➡️ Dynamikumfang |
| EVIL | Abkürzung für Kamera mit elektronischem Sucher und austauschbarem Objektiv (electronic viewfinder interchangeable lens), siehe DLSM |
| EX | Excellence, besonders hochwertige Objektivserie von Sigma |
| Exposure Triangle | siehe ➡️ Belichtungsdreieck |
| ƒ | Angabe der maximalen Lichtstärke (z.B. f/2.8) bzw. größten maximalen Blendenöffnung eines Objektivs (siehe auch ➡️ Blende & ➡️ Lichtstärke) |
| Farbtemperatur | Die Farbtemperatur beschreibt die Farbwirkung einer Lichtquelle und wird in Kelvin (K) angegeben. Sie bestimmt, ob Licht warm (gelblich) oder kühl (bläulich) erscheint. Typische Werte sind z.B. 1.800–2.000 K – Kerzenlicht (sehr warm) 2.700–3.200 K – Glühlampen und Kunstlicht (warm) 5.500–5.600 K -Tageslicht (neutral) 6.500–8.000 K – Bewölkter Himmel oder Schatten (kühl) |
| F-Bajonett | Das F-Bajonett ist ein Objektivbajonettsystem des japanischen Herstellers Nikon. Es dient dem Anschluss von Objektiven an analoge oder digitale Spiegelreflexkameras. Das F-Bajonett wurde im Jahr 1959 mit dem hauseigenen Kameramodell Nikon F eingeführt. Es wurde über die Jahre mehrfach aktualisiert und mit neuen Funktionen versehen. Anders als beim Hauptkonkurrenten Canon, bei dem in der Vergangenheit mehrfach die Bajonette komplett überholt und ersetzt wurden, hält man bei Nikon am F-Bajonett fest, wodurch selbst ältere Kameras neueste Objektive verwenden können (ggf. mit Einschränkungen, da Kontakte für die modernen Funktionen der Datenübertragung fehlen). Gegenwärtig scheint Nikon das F-Bajonett und herkömmliche DSLR-Kameras auslaufen zu lassen, um sich primär auf DSLM-Kameras mit dem Z-Bajonett zu konzentrieren. |
| FD-Bajonett | Das FD-Bajonett von Canon war die dritte Generation des R-Bajonetts |
| FE | Kennzeichnung bei Sony-Objektiven für Vollformat-Kameras (z.B. Sony FE 24-70mm f/2.8 GM II) |
| Festbrennweite | ➡️ Objektiv mit einer festen ➡️ Brennweite im Gegensatz zum ➡️ Zoom-Objektiv |
| FF | Abkürzung für Full Frame, siehe Vollformat |
| Filmempfindlichkeit | siehe ➡️ ISO |
| Fischauge/Fish-Eye | Objektiv mit besonders großem Aufnahmebereich (180° und mehr) |
| FL-Bajonettt | Das FL-Bajonett von Canon war die zweite Generation des R-Bajonetts |
| Focus Breathing | Focus Breathing (deutsch: Fokusatmen) bezeichnet den Effekt, dass sich der Bildausschnitt bzw. die scheinbare ➡️ Brennweite eines Objektivs beim Fokussieren verändert, obwohl die Kamera ihre Position nicht verändert. Der Effekt tritt häufig beim Wechsel des Fokus zwischen nahen und weit entfernten Motiven auf. Besonders auffällig ist dies bei Videoaufnahmen, da sich der Bildausschnitt während des Nachfokussierens sichtbar verändert. Hochwertige Foto- und Cine-Objektive sind oft so konstruiert, dass Focus Breathing möglichst gering ausfällt. |
| Focus Peaking | Wörtlich übersetzt „überspitzte Bildschärfe“. Verfahren zur deutlichen Hervorhebung von scharfen Bildbereichen bzw. Konturen, das insbesondere beim manuellen Fokussieren das Scharfstellen erleichtert |
| Focus Stacking | Focus Stacking (deutsch: Fokusstapelung) ist eine fotografische Technik, bei der mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen Fokusebenen zu einem einzigen Bild kombiniert werden, um eine größere Schärfentiefe zu erreichen. Das gleiche Motiv wird mehrfach fotografiert. Bei jeder Aufnahme wird der Fokus leicht verändert (z. B. vom Vordergrund bis zum Hintergrund). Die scharfen Bereiche der einzelnen Bilder werden mit einer Software zu einem einzigen, durchgehend scharfen Bild zusammengesetzt. Dies erzeugt eine größere Schärfentiefe, als sie mit einer einzelnen Aufnahme möglich wäre. Besonders wichtig bei Makrofotografie, Landschaftsfotografie und Produktfotografie. Voraussetzung sind in der Regel ein stabiles Stativ und unbewegte Motive. |
| Fokus | Fokus bezeichnet in der Fotografie die Einstellung der Schärfeebene eines Bildes, also den Bereich, in dem ein Motiv scharf dargestellt wird. |
| Fokusskala | Die Fokussskala (auch Entfernungsskala genannt) auf einem Objektiv ist eine Anzeige, die die eingestellte Fokusentfernung zwischen Kamera und Motiv in Metern oder Fuß angibt. Sie Zeigt an, auf welche Entfernung das Objektiv scharf gestellt ist. Sie befindet sich meist auf dem Objektivtubus neben dem Fokusring und wird vor allem bei manuellem Fokussieren verwendet. Sie hilft bei der Einstellung der Schärfentiefe und bei der Arbeit mit der Hyperfokaldistanz. |
| Fokussieren | Fokussieren ist der Vorgang, bei dem die Kamera oder der Fotograf die Entfernungseinstellung des ➡️ Objektivs so verändert, dass das gewünschte Motiv scharf abgebildet wird. Beim Fokussieren werden die Linsen im Objektiv so bewegt, dass Lichtstrahlen vom Motiv genau auf dem Bildsensor gebündelt werden. Der Fokus bestimmt, welcher Bereich im Bild scharf erscheint. Vor und hinter der Fokusebene liegt ein Bereich akzeptabler Schärfe, die sogenannte ➡️ Schärfentiefe. Der Fotograf kann entweder manuell (MF) fokussieren oder die Kamera – sofern ein ➡️ Autofokus vorhanden ist – automatisch (AF) fokussieren lassen. |
| Folienhalter-Filterhalter | Vorrichtung, um Folienfilter vor Linsen mit einem sehr großen Durchmesser oder vor dem Bajonett anzubringen |
| Format | siehe ➡️ Sensorformat |
| Formatfaktor | siehe ➡️ Crop-Faktor |
| Four Thirds (FT, auch 4/3) | von Olympus und Kodak entwickelter Standard für DSLR (siehe auch ausführlicher Artikel zum Four Thirds System). Mit der Olympus E-1 im Jahr 2003 eingeführt, Einstellung im Jahr 2017. Siehe auch Micro Four Thirds (bzw. MFT oder µFT) für das Nachfolger-System mit gleicher Sensorgröße. |
| FPS | FPS steht in der Fotografie und Videografie für „Frames Per Second“ (deutsch: Bilder pro Sekunde) und beschreibt, wie viele einzelne Bilder eine Kamera pro Sekunde aufnehmen oder wiedergeben kann. Die Angabe in FPS wird hauptsächlich bei Videoaufnahmen und bei Serienbildaufnahmen verwendet. Eine höhere FPS-Zahl bedeutet eine flüssigere Bewegungsdarstellung. Bei Foto-Serienaufnahmen gibt FPS an, wie viele Bilder die Kamera pro Sekunde aufnehmen kann. Höhere Bildraten benötigen meist mehr Speicherplatz und eine schnellere Speicherkarte. Typische Werte sind 24 fps für einen filmischen Look (klassischer Kinostandard), 25 fps (PAL-Videostandard in Europa), 30 fps bei Online-Videos und Fernsehen, 50/60 fps bei flüssigeren Bewegungen (z.B. Sportaufnahmen) oder 120 fps und mehr für starke Zeitlupeneffekte. |
| F-Stop | siehe ➡️ ƒ, Blende und Lichtstärke |
| FX | speziell für Vollformat-Kameras konstruierte Objektive (Nikon) |
| FX-Format | Bezeichnung des Vollformatsensors in Nikon-Kameras, siehe auch Sensorformat & Vollformat (VF) |
| G | Abkürzung für Genesis. Kennzeichnung von Nikon-Objektiven ohne Blendenring. Blendensteuerung erfolgt rein elektrisch über die Kamera. Verwendung daher nur an modernen DSLR-Kameras von Nikon möglich; Verwendung an älteren – insbesondere analogen – Nikon-SLRs mit F-Bajonett nur mit Einschränkungen oder teils gar nicht möglich. Herstellung von G-Objektiven erfolgt seit ca. 2000. |
| G-Bajonett | Das G-Bajonett ist ein Objektivbajonettsystem des japanischen Herstellers Fujifilm für digitalen Mittelformatkameragehäuse der GFX-Serie. |
| Gelatin-Filterhalter | Vorrichtung, um spezielle Filter in das Objektivbajonett einzusetzen, wenn die Frontlinse zu groß oder zu stark gekrümmt ist, um einen herkömmlichen Filter aufzuschrauben |
| Geli | Gegenlichtblende -siehe ➡️ Streulichtblende |
| Gewinde | siehe ➡️ Schraubgewinde oder Bajonett |
| Global Shutter | Ein Global Shutter ist eine relativ neue Technik, bei der alle Pixel des Sensors einer Kamera gleichzeitig ausgelesen werden (siehe auch ➡️ Shutter). Der Einsatz eines Global Shutters minimiert den sog. ➡️ Rolling Shutter Effekt. |
| GF | Bezeichnung für Fujifilm-Objektive für die digitalen Mittelformatkameragehäuse der GFX-Serie. |
| GM | G Master Objektive (besonders hochwertig konstruierte Objektive von Sony, vgl. z.B. Canon L-Objektive, S-Serie bei Nikon oder ART bei Sigma) |
| Halbformat | Das Halbformat kam in analogen Kameras zum Einsatz, die in der Regel konventionellen 35-mm-Film (also Kleinbildfilm) verwendeten, die Bilder jedoch nicht im üblichen Kleinbildformat 24×36 mm belichteten, sondern dafür das ursprüngliche Stummfilm-Kinoformat 18×24 mm verwendeten. Dieses wird daher auch als Halbformat bezeichnet, da sich Bildanzahl gegenüber dem Kleinbildformat verdoppelte – je nach eingesetztem Film auf 24 (statt 12 Bildern), 48 (statt 24 Bildern) oder 72 (statt 36 Bildern). Einen Boom erlebte dieses Filmformat in den 1960er Jahren durch die Veröffentlichung der Olympus Pen F (1963), der eine ganze Modellreihe folgte (Pen FT, Pen FV etc.). Auch andere Hersteller wie Minolta, Canon und Konica entwickelten daraufhin eigene Halbformat-Modelle. |
| HLA | High-response Linear Actuator – Bezeichnung des ➡️ Linearmotors bei Sigma-Objektiven |
| Holy Trinity | Holy Trinity (deutsch: Heilige Dreifaltigkeit) meint in der Fotografie die drei professionellen Standard-Zoomobjektive, die zusammen den wichtigsten Brennweitenbereich abdecken. Sie sind meist lichtstark mit einer konstanten Blende von f/2.8 und werden von vielen Profifotografen verwendet. Bei Vollformat: Ultraweitwinkel-Zoom (14–24 mm f/2.8 oder 16–35 mm f/2.8), Standard-Zoom (24–70 mm f/2.8), Telezoom (70–200 mm f/2.8). Da APS-C-Sensoren einen Crop-Faktor haben, sind die Brennweiten entsprechend kürzer als bei Vollformat: z.B. 10–18 mm f/2.8 oder 11–20 mm f/2.8, 17–50 mm, 18–50 mm oder 16–55 mm f/2.8, 50–100 mm f/1.8 oder 50–150 mm f/2.8. |
| HSM | Hyper-Sonic Motor, im Objektiv verbauter Ultraschallmotor (Sigma) |
| IBIS | In Body Image Stabilization, optische Bildstabilisierung des Sensors direkt im Kamera-Gehäuse. Ein IBIS ist vor allem bei weitwinkligen Brennweiten effektiv, während ein ➡️ IS im Objektiv vor allem bei langen Telebrennweiten hilft, Verwacklungen zu reduzieren. Bei Canon erstmals in den Modellen EOS R5 und R6 verbaut, davor bei Canon nur in Objektiven als IS eingebaut. Nikon hat bisher sämtlichen Z-Kameras mit Vollformatsensor einen IBIS spendiert, während die APS-C-Modelle der Z-Serie ohne IBIS auskommen müssen. Bei Sony unter der Bezeichnung SSS für Super Steady Shot bereits ab 2010 in SLT-Kameras eingesetzt, seit 2015 auch in vielen DSLM-Kameras wie der α7II und neueren Modellen vorhanden. |
| IF | Innenfokussierung, beim Fokussieren werden nur eine oder mehrere Linsengruppen im Inneren des Objektivs bewegt, die äußere Länge des Objektivs verändert sich dadurch nicht (Abkürzung findet sich z.B. bei Tamron-Objektiven) |
| ILCA | Interchangeable Lens Camera with A-mount, Abkürzung für (Sony Alpha (α) Kameras) mit A-Bajonett |
| ILCE | Interchangeable Lens Camera with E-mount, Abkürzung für (Sony Alpha (α) Kameras) mit E-Bajonett |
| ILME | Interchangeable Lens Mirrorless Exmor, Abkürzung für (Sony Filmkameras mit Exmor-Sensor) wie z.B. die FX3 |
| Irisblende | siehe ➡️ Blende |
| IS | Image Stabilizer, optischer Bildstabilisator im Objektiv reduziert Verwacklungen (Canon); bei anderen Herstellern z.B. als OS (Sigma), OSS (Sony), OIS (Fujifilm), VC (Tamron), VR (Nikon) bezeichnet. Ein IS im Objektiv hilft vor allem bei langen Telebrennweiten, Verwacklungen zu reduzieren, während ein ➡️ IBIS vor allem bei weitwinkligen Brennweiten seine Stärke ausspielt. |
| ISO | der ISO-Wert gibt die Film-/Sensorempfindlichkeit an. Je höher der ISO-Wert eingestellt wird, desto empflindlicher (d.h. heller) wird das Bild bei gleicher Verschlusszeit und Blendeneinstellung. Je höher der ISO-Wert, desto schlechter wird üblicherweise die Bildqualität durch ein immer stärker ausfallendes ISO-Rauschen (siehe auch ➡️ Belichtungsdreieck). |
| IX | IX-Objektive wurden von Nikon speziell für die Verwendung an den Spiegelreflexkameras Pronea 600i und Pronea S des Advanced Photo System entworfen (siehe APS) |
| K | Kelvin – Einheit, in der die ➡️ Farbtemperatur angegeben wird |
| K-Bajonett | Das K-Bajonett ist ein Objektivbajonett der Kameramarke Pentax für Spiegelreflexkameras. |
| KB | siehe ➡️ Kleinbild |
| Kelvin (K) | In der Fotografie bezeichnet Kelvin (K) die ➡️ Farbtemperatur des Lichts. Sie beschreibt, ob eine Lichtquelle eher warm (gelblich/rötlich) oder kalt (bläulich) erscheint. |
| Kleinbild | Ein Kleinbild- bzw. Vollformat-Sensor (ca. 36 x 24 Millimeter) kommt vor allem in Profimodellen (sog. Vollformatkameras zum Einsatz, z.B. EOS 1D, EOS 5D & EOS 6D) – siehe auch 35-mm-Film |
| Kleinbildfilm | siehe ➡️ 35-mm-Film |
| Klemmring | Bei einigen älteren Objektiven erfolgte die Befestigung an der Kamera mittels eines außen am Objektiv angebrachten Klemmrings. Dise Technik kam z.B. bei den FD- und FL-Objektiven von Canon zum Einsatz (nicht jedoch bei den New FD-Objektiven). Vgl. dazu auch ➡️ Bajonett und Schraubgewinde. Mehr Infos zu diesem Thema. |
| Kompaktkamera | Eine Kompaktkamera ist eine kleine, leichte Kamera mit fest eingebautem Objektiv, die für eine einfache und unkomplizierte Bedienung entwickelt wurde. Eine Kompaktkamera besitzt in der Regel kein ➡️ Wechselobjektiv, ist dafür deutlich kleiner und leichter als eine ➡️ Systemkamera oder Spiegelreflexkamera. Je nach Modell ist der ➡️ Sensor meist kleiner als bei Systemkameras. Man unterscheidet u.a. zwischen Einsteigerkameras, sog. Edel-Kompaktkameras und Bridge-Kameras – siehe dazu die ➡️ ausführliche Übersicht zum Thema Kompaktkameras. |
| L | Besonders hochwertige Objektivserie von Canon, erkennbar an einem roten Ring (einige L-Objektive, meist im Telebereich ab 70mm aufwärts, sind darüberhinaus weiß-grau gefärbt) |
| L-Bajonett | Das L-Bajonett ist ein Objektivbajonettsystem, das von der Leica Camera AG entwickelt und im April 2014 erstmals in einem Produkt für das Leica TL-System mit Bildsensor im APS-C-Format verwendet wurde. Auch das Leica-SL-System für Vollformatkameras verwendet dieses Bajonett seit 2015. Von anderen Herstellern gibt es Objektivadapter für das L-Bajonett. Seit 2018 wird das L-Bajonett auch für Vollformatkameras der Hersteller Sigma und Panasonic verwendet. Hierfür wurde die sog. L-Bajonett-Allianz gegründet. 2021 trat die Ernst Leitz Wetzlar GmbH der Allianz bei, 2022 folgte der chinesische Fotodrohnen-Anbieter dji. |
| Lense | engl. für Linse, siehe ➡️ Objektiv |
| LD | Low Dispersion, spezielle Linsenelemente zur Reduzierung chromatischer Aberration (Tamron), siehe auch APO |
| LE | Light Edition, bisher nur bei einem einzigen Sony Objektiv (Sony E 18-200mm f/3.5-6.3 OSS LE) angewandte Technik zur Gewichtsreduzierung des normalen Sony E 18-200mm f/3.5-6.3 OSS Objektivs |
| Leaf shutter | z.B. in Mittelformat-Objektiven von Hasselblad oder Phase One verbaut; siehe Zentralverschluss |
| Linearmotor | Ein Linearmotor ist ein Autofokus-Antrieb in einem Kameraobjektiv, der die Linsen direkt entlang einer geraden Linie bewegt, ohne ein Getriebe zu verwenden. |
| Live-View | Live-View (LV) ist ein System, das das Fotografieren und Filmen über den elektronischen Monitor einer Kamera ermöglicht. Die Auswahl des Bildschnitts, das Fokussieren usw. erfolgt somit nicht wie früher über den optischen Sucher bzw. das Okular, sondern den in die Kamera eingebauten Bildschirm. Das elektronische Signal des Bildsensors wird hierzu in Echtzeit (also „live“) auf den Bildschirm übertragen. |
| LM | Linearmotor (Abkürzung findet sich z.B. bei Fujifilm-Objektiven) |
| LV | siehe ➡️ Live-View |
| LVF | Live View Finder (Lumix), siehe ➡️ Live-View |
| Lichtstärke | Gibt das maximale Öffnungsverhältnis eines Objektivs an (z.B. Blende f/1.8). Je kleiner die Lichtstärkezahl, desto größer die Öffnung der Blende. Mit hoher Lichtstärke lässt sich meist ein weicheres/unschärferes Hintergrundbild erzeugen (siehe auch Bokeh) |
| Makro | Spezielle Objektive für die Makro-Fotografie können einen ➡️ Abbildungsmaßstab bis ca. 1:1 oder 2:1 fotografisch abbilden (herkömmliche Objektive erzielen nur einen Abbildungsmaßstab von 1:7 bis 1:10) |
| Mark (auch MK / M) | Kennzeichnung für neue Versionen eines Produkts, üblicherweise gefolgt von einer römischen Zahl (z.B. Canon EOS 5D Mark II für den Nachfolger der Canon EOS 5D). Die Kennzeichnung Mark tritt üblicherweise erst ab der zweiten Version eines Produkts auf, außer es ist bereits bei Veröffentlichung der ersten Produktversion geplant, weitere Modelle auf den Markt zu bringen. Der Begriff leitet sich vom englischen Wort „mark“ im Sinne von (Fortschritts-)Markierung ab. |
| Megapixel | Megapixel (MP) ist eine Maßeinheit für die Auflösung eines Kamerasensors oder eines digitalen Bildes. 1 Megapixel entspricht 1 Million Pixel – siehe auch ➡️ Pixel. Beispiel: Ein Sensor oder Foto mit 4.000 × 3.000 Pixeln hat 12.000.000 Pixel – das entspricht 12 Megapixeln (12 MP). |
| MF | Manueller Fokus (siehe auch ➡️ Autofokus) |
| MFT (µFT) | Der Micro-Four-Thirds-Standard ist der einzige herstellerübergreifende Standard für spiegellose digitale Kamerasysteme; wurde maßgeblich von Panasonic und Olympus entwickelt – siehe ausführlichen Artikel zum Micro Four Thirds System sowie Four Thirds (FT) |
| Mikromotor (MM) | Im Objektiv verbauter Motor zur Autofokussierung, je nach Objektiv manchmal relativ laut und/oder nicht ganz so schnell, siehe auch USM |
| MILC | Abkürzung für Spiegellose Kamera mit Wechselobjektiv (mirrorless interchangeable lens camera) – siehe DSLM |
| Mirrorless camera | spiegellose Kamera, siehe ➡️ DSLM |
| MKX | Kennzeichnung für Fujifilm Cine-Objektive der X-Serie, die sich speziell an Filmemacher richten |
| MM | siehe ➡️ Mikromotor |
| Mount | engl. Bezeichnung für ➡️ Bajonett |
| MS | Speichermedium für Kameras des Herstellers Sony (Memory Stick) |
| MSC | Abkürzung für Spiegellose Systemkamera (mirrorless system camera) – siehe DSLM |
| Nahgrenze / Naheinstellgrenze | Die Naheinstellgrenze bezeichnet den kürzesten Abstand, aus dem ein Objektiv ein Motiv noch scharf ➡️ fokussieren kann. Sie wird vom Hersteller als Mindestabstand zwischen Motiv und Bildebene (➡️ Sensor) angegeben. Wird die Naheinstellgrenze unterschritten, kann das Objektiv nicht mehr scharfstellen. Eine kurze Naheinstellgrenze ermöglicht Nahaufnahmen und Makrofotografie. Sie beeinflusst zusammen mit der ➡️ Brennweite und dem Objektivdesign den möglichen ➡️ Abbildungsmaßstab. |
| New FD-Bajonett | das New FD-Bajonett war eine Modifikation des Vorgängers FD-Bajonett, das jedoch keine zusätzlichen Funktionen bot, sondern lediglich die Handhabung des Scharfstellens bzw. des Zoomens veränderte. |
| NEX | Abkürzung für Sony New E-Mount eXperience |
| Noct | Abkürzung für Nocturne (wörtlich übersetzt Nachtstück), Kennzeichnung für besonders lichtstarke Objektive für den Einsatz in der Nacht bzw. in dunklen Situationen (bei Nikon tragen bisher nur zwei Objektive diese Bezeichnung: das alte Noct-Nikkor 58mm f/1,2 aus dem Jahr 1977 und das neue Nikkor Z 58mm f/0,95 S Noct; auch bei Objektiven von Zeiss und Voigtländer findet sich diese Bezeichnung) |
| Normalobjektiv | siehe ➡️ Standardobjektiv |
| Objektiv | Objektiv bezeichnet in der Fotografie das optische System einer Kamera, das aus mehreren Linsen besteht und das Licht bündelt, um ein scharfes Bild auf dem Bildsensor zu erzeugen. Es bestimmt maßgeblich die Bildqualität sowie Eigenschaften wie Brennweite, Lichtstärke und Bildwinkel. Objektive können entweder fest in der Kamera verbaut oder als Wechselobjektive konzipiert sein. Es existieren Festbrennweiten-Objektive mit nur einer statischen Brennweite sowie Zoom-Objektive mit variabler Brennweite. Je nach Bauart eignen sich Objektive für unterschiedliche Einsatzbereiche, beispielsweise: Weitwinkelobjektive für Landschafts- und Architekturfotografie, Standardobjektive für vielseitige Aufnahmen, Teleobjektive für weit entfernte Motive, Makroobjektive für Nahaufnahmen – siehe auch den separaten Artikel zu Objektiv-Typen. |
| Objektivbajonett | siehe ➡️ Bajonett |
| Objektivgewinde | siehe ➡️ Schraubgewinde |
| OS | Optischer Stabilisator, im Objektiv eingebaute Sensoren gleichen – im Zusammenspiel mit einem beweglich aufgehängten Linsenelement – Kamerabewegungen aus, um eine Verwacklungsunschärfe zu verhindern (Sigma) |
| OIS | Optical Image Stabilizer, Bezeichnung für den optischen Bildstabilisator (z.B. von Fujifilm und Panasonic) |
| OSS | Optical SteadyShot, Bezeichnung für den optischen Bildstabilisator (Sony) |
| Pancake-Objektiv | Besonders schmal konstruiertes Objektiv („flach, wie ein Pfannkuchen“) |
| Parfokal | Bezeichnung für Zoom-Objektive, deren Fokussierung beim Verändern der Brennweite bzw. der Vergrößerung konstant bleibt. Dies ermöglicht es, beim manuellen Fokussieren in der Tele-Stellung (längste Brennweite, stärkste Vergrößerung) die Schärfe einzustellen und erst anschließend durch die Veränderung der Brennweite den gewünschten Bildausschnitt festzulegen. Damit ist eine präzisere manuelle Einstellung der Schärfe möglich, da man die Fokussierung anhand des in Tele-Stellung vergrößerten Sucherbildes besser beurteilen kann. |
| Pixel | Picture Element, die kleinste lichtempfindliche Einheit eines digitalen Bildsensors – zur Funktionsweise von Pixeln und ➡️ Megapixeln siehe den ausführlichen Artikel zu diesem Thema |
| Prime lense | siehe ➡️ Festbrennweite |
| PZ | Abkürzung für Powerzoom, motorisierter Zoom per Drucktaste (z.B. beim Canon EF 35-80mm f/4-5,6 PZ), auch bei einigen Sony-, Nikon– und Fujifilm-Objektiven zu finden |
| PZD | Piezo Drive, Bezeichnung für Ultraschall-Autofokus-Motor bei Tamron-Objektiven (vgl. USM) |
| R | Kennzeichnung für Fujifilm-Objektive mit Blendenring |
| Rangefinder | engl. für Messsucherkamera |
| R-Bajonett | Das R-Bajonett war der erste Objektivanschluss für Canon Canonflex-SLRs |
| RAW-Datei | Jeder Kamerahersteller verwendet eigene RAW-Dateiformate, die die Rohdaten des Sensors im ➡️ RAW-Format speichern. Die Dateiendungen unterscheiden sich je nach Marke, z.B. Canon (.CR2 oder .CR3), Nikon (.NEF), Sony (.ARW), Fujifilm (.RAF). Da nicht jede Bildbearbeitungssoftware sämtliche RAW-Formate öffnen kann, empfiehlt sich die Nutzung des von Adobe entwickelten, herstellerunabhängigen RAW-Formats DNG (Digital Negative). Einige Kameras können direkt in DNG speichern, andere RAW-Dateien können nachträglich konvertiert werden. |
| RAW-Format | Das RAW-Format ist ein unkomprimiertes bzw. verlustarm gespeichertes Bilddatenformat, bei dem die Kamera die rohen Sensordaten nahezu unverarbeitet in einer ➡️ RAW-Datei speichert. Die Datei enthält deutlich mehr Bildinformationen als ein fertiges JPEG. Sie speichert einen größeren Dynamikumfang und mehr Farbinformationen und ermöglicht dadurch umfangreiche Nachbearbeitung. Zur Entwicklung wird eine spezielle Software (z.B. RAW-Konverter) benötigt. RAW-Dateien sind deutlich größer als JPEG-Dateien. |
| Red Badge | Kennzeichnung für besonders hochwertige Fujifilm-Objektive (erkennbar am XF-Logo auf rotem Grund, vergleichbar mit Canon L- oder Sony GMaster-Objektiven) |
| RF | Hinterlinsen-Fokussierung (Rear Fokus) |
| RF-Bajonett | Objektivbajonett für DSLM-Kameras der Canon EOS R-Reihe |
| RF-S-Bajonett | Speziell für APS-C-DSLM-Kameras der R-Reihe von Canon konstruierte Objektive (nicht an Vollformat-R-Kameras verwendbar) |
| Rolling Shutter | Die meisten digitalen Kameras verfügen über Sensoren, die zeilenweise ausgelesen werden (siehe auch ➡️ Sensortypen). Dadurch kann ein sog. Rolling Shutter Effekt auftreten. Das bedeutet, dass bei schnellen Bewegungen die fotografierten Objekte schief erscheinen können (insbesondere krumme Rotorblätter bei Hubschraubern oder Flugzeugen sind ein häufiges Problem). Beim Filmen können ebenfalls Verzerrungen (sog. „Jello“-Effekt) auftreten. Durch den Einsatz eines ➡️ Global Shutters wird dieses Problem weitgehend beseitigt, da hier alle Pixel gleichzeitig ausgelesen werden. |
| RXD | RXD-Schrittmotor, Abkürzung für Rapid Extrasilent Stepping Drive (Tamron), vgl. STM |
| SAL | SAL steht für Sony Autofokus-Objektiv für das A-Mount (SAL2470Z steht etwa für das Objektiv Sony 24-70 mm f/2,8 ZA SSM) |
| SAM | Smooth Autofocus Motor, eine weitere Bezeichnung für einen Objektivmotor, den Sony seit 2009 in günstigen Einsteiger- bzw. Kit-Objektiven verbaut. Er ist relativ schnell und leise, aber nicht ganz so gut wie der SSM-Autofokus. Objektive mit der Kennzeichnung SAM bestehen meist aus einer Kunststoffkonstruktion. Objektive mit SAM funktionieren an Minolta-Kameragehäusen von vor 2000 nur mit manueller Fokuseinstellung. |
| S.C. | Spectra-Vergütung (Spectra Coating), Beschichtung der Objektivlinsen zur Reduzierung von unerwünschten Geisterbildern und Schleiereffekten. Das Canon FD 50mm 1.8 und einige weitere frühe FD-Objektive hatten nur eine SC-Vergütung, die meisten FD- und alle später erschienenen EF- sowie RF-Objektive verfügen über eine Super Spectra Vergüting (SSC), auch wenn die Bezeichnung an modernen Objektiven entfallen ist |
| Schärfentiefe | Schärfentiefe (auch Tiefenschärfe genannt) bezeichnet in der Fotografie den Bereich eines Bildes, der für das menschliche Auge ausreichend scharf erscheint. Sie erstreckt sich vor und hinter dem Punkt, auf den die Kamera fokussiert ist. Die Schärfentiefe wird hauptsächlich von vier Faktoren beeinflusst: Blende: Eine kleine Blendenöffnung (z. B. f/11 oder f/16) sorgt für eine große Schärfentiefe. Eine große Blendenöffnung (z. B. f/1.8 oder f/2.8) erzeugt eine geringe Schärfentiefe – siehe ➡️ Blende. Brennweite: Kürzere Brennweiten (Weitwinkel) führen meist zu einer größeren Schärfentiefe, längere Brennweiten (Teleobjektive) zu einer geringeren – siehe ➡️ Brennweite. Abstand zum Motiv: Je näher die Kamera am Motiv ist, desto geringer ist die Schärfentiefe. Mit zunehmendem Abstand wird sie größer. Sensorgröße: Bei gleichem Bildausschnitt und gleicher Blendenzahl erzeugen größere Sensoren in der Regel eine geringere Schärfentiefe als kleinere Sensoren – siehe ➡️ Sensorgrößen. Beispiele: Porträtfotografie: Hier wird oft eine geringe Schärfentiefe verwendet, damit die Person scharf und der Hintergrund unscharf erscheint. Landschaftsfotografie: Hier wird meist eine große Schärfentiefe angestrebt, sodass sowohl der Vordergrund als auch der Hintergrund scharf abgebildet werden. |
| Schraubgewinde | Als Schraubgewinde werden in der Fotografietechnik standardisierte, herstellerunabhängige Objektivanschlüsse für Wechselobjektive bezeichnet. Bekannte Schraubgewinde sind z.B. M39, M40 und M42, für die Objektive bis in die 1970er Jahre hergestellt wurden. Das „M“ in der Bezeichnung steht jeweils für einen metrischen Durchmesser, die Maßzahl für den Durchmesser in Millimetern. Schraubgewinde waren die Vorläufer für die heutige gängigen Objektivbajonette der unterschiedlichen Kamerahersteller. Während das M42 in Europa bis heute noch auf dem Gebrauchtmarkt stark verbreitet ist, ist in den USA das T2-Gewinde vorherrschend, das ursprünglich von Tamron entwickelt wurde. Mehr Infos zu diesem Thema. |
| Screw thread mount | siehe ➡️ Schraubgewinde |
| SD-Karte | Speichermedium für Kameras (Secure Digital) |
| SDM | Supersonic Dynamic Motor, im Objektiv verbauter Ultraschallmotor (Pentax) |
| SE | Special Edition, Kennzeichnung für Objektive einer Sonderedition, die es meist nur im Bundle mit einer in limitierter Auflage hergestellten Kamera gibt – z.B. Kamera Nikon Z fc mit dem Objektiv Nikkor Z 28 mm 1:2,8 (SE) |
| SEL | SEL steht für Sony Autofokus-Objektiv für das E-Mount (SEL2470GM steht z.B. für das Objektiv Sony FE 24–70 mm F2.8 GM) |
| Sensor | Sensor bezeichnet in der Fotografie das lichtempfindliche Bauteil einer Digitalkamera, das das durch das Objektiv einfallende Licht in elektrische Signale umwandelt. Diese Signale werden anschließend von der Kamera verarbeitet und als digitales Bild gespeichert. Die Größe und Qualität des Sensors beeinflussen unter anderem die Bildqualität, das Bildrauschen, den ➡️ Dynamikumfang und die ➡️ Schärfentiefe. Gängige Sensorformate sind u.a. Mittelformat, Vollformat, APS-C, Micro Four Thirds, 1 Zoll und kleiner. |
| Sensorgrößen / Sensorformate | DSLR- und DSLM-Kameras verwenden meist einen APS-C- oder Kleinbild- bzw. Vollformat-Sensor; an kleineren Systemkameras kommt auch ein MFT-Sensor zum Einsatz. Einige Profimodelle z.B. von Hasselblad oder Phase One verwenden einen Mittelformat-Sensor. Kompakt-, Drohnen- und Handykameras haben teilweise einen Sensor mit einer Größe von einem Zoll oder noch kleiner. |
| Sensor Shift | optischer Stabilisator des Sensors im Kameragehäuse (siehe auch ➡️ IBIS) |
| Sensortypen | Die wichtigsten wichtigsten Sensortypen in Digitalkameras sind CCD (Charge-Coupled Device) und CMOS (Complementary Metal-Oxide-Semiconductor). Bei CCD-Sensoren sammelt jeder Pixel Licht als elektrische Ladung. Die Ladungen werden zeilenweise zu einem Ausleseverstärker transportiert und dort digitalisiert. Die Vorteile sind ein sehr gleichmäßiges Bild mit geringem Farbrauschen und guter Farbwiedergabe – allerdings auf Kosten eines hohen Stromverbrauchs, langsamer Auslesegeschwindigkeit und teurer Herstellung, weshalb diese Sensoren beinahe nur noch in speziellen Anwendungsgebieten zum Einsatz kommen. Bei CMOS-Sensoren besitzt jeder Pixel eigene Ausleseschaltungen und kann unabhängig ausgelesen werden. Die Vorteile dadurch gegenüber der CCD-Technik sind ein geringerer Stromverbrauch bei schnelleren Ausleseraten, die wiederum hohe Serienbildgeschwindigkeiten ermöglicht, was auch für sämtliche Videofunktionen von Vorteil ist. Außerdem sind sie günstiger herzustellen, weshalb CMOS heute de facto der Standard in der Kamerabranche ist. Nachteile haben CMOS-Sensoren so gut wie keine. Frühe CMOS-Sensoren wiesen zwar mehr Bildrauschen als CCDs auf, dieser Nachteil ist heute aber praktisch irrelevant geworden. Seit einigen Jahren kommen Weiterentwicklungen des CMOS-Sensors in aktuellen DSLM-Kameras zum Einsatz: Backside Illuminated (BSI CMOS) – während bei einem normalen CMOS die Leiterbahnen teilweise vor der lichtempfindlichen Fläche liegen werden sie bei einem BSI-Sensor hinter die Photodioden verlegt. Dadurch erreicht mehr Licht den Sensor – die Vorteile davon sind u.a. weniger Bildrauschen und allgemein eine bessere Leistung bei schlechten Lichtverhältnissen. Je kleiner der Sensor ist, desto mehr zahlt sich ein BSI-Sensor aus (z.B. bei Smartphones). Stacked CMOS – die neueste Technik. Hier besteht der Sensor aus mehreren übereinanderliegenden Schichten. Ein typischer Aufbau besteht aus der oberer Schicht (Pixel), in der Mitte liegt der Speicher, gefolgt von der Prozessorlogik. Hierdurch werden noch schnellere Auslesezeiten erreicht, was u.a. den Rolling-Shutter-Effekt reduziert. Diese Technik ist aktuell noch relativ teuer in der Herstellung, weshalb momentan in der Regel nur die Profikameras der jeweiligen Hersteller einen Stacked Sensor verbaut haben. |
| Shutter | Verschluss – das Bauteil einer Kamera, das bestimmt, wie lange Licht auf den Bildsensor oder den Film fällt. Es steuert die ➡ Belichtungszeit und beeinflusst damit (neben der eingestellten Blende sowie dem ISO-Wert) die Helligkeit eines Bildes – siehe auch ➡ Belichtungsdreieck. Es kann zwischen drei Arten von Shuttern unterschieden werden: Mechanischer Schlitzverschluss (Focal Plane Shutter) Sitzt direkt vor dem Sensor. Besteht meist aus zwei Verschlussvorhängen. Standard bei vielen Spiegelreflex- und spiegellosen Kameras. Zentralverschluss (Leaf Shutter) Befindet sich im Objektiv. Besteht aus Lamellen, die sich kreisförmig öffnen und schließen. Ermöglicht Blitzsynchronisation auch bei sehr kurzen Belichtungszeiten. Elektronischer Shutter Keine beweglichen Teile. Der Sensor startet und beendet die Belichtung elektronisch. Sehr leise und verschleißfrei. Je nach Sensor und Motiv kann ein ➡ Rolling-Shutter-Effekt auftreten, da das Bild zeilenweise ausgelesen wird. |
| Shutter Count | Der Shutter Count (Auslösungszahl oder Verschlussauslösungen) gibt an, wie oft der mechanische Kameraverschluss ausgelöst wurde. Er entspricht dem Kilometerstand eines Autos und dient als Hinweis auf den Verschleiß einer Kamera. Die Anzahl der Auslösungen dient (insbesondere beim Gebrauchtkauf) zur Einschätzung des Zustands und der Restlebensdauer einer Kamera. Besonders wichtig war die Anzahl beim Kauf oder Verkauf von Spiegelreflexkameras. Moderne Kameraverschlüsse sind je nach Modell oft für 100.000 bis 500.000 Auslösungen oder mehr ausgelegt. Aufnahmen mit elektronischem Verschluss werden bei vielen Kameras nicht zum Shutter Count gezählt, da sich hier keine Bauteile physikalisch bewegen, die verschleißen könnten. |
| Shutter Speed | siehe ➡️ Beleichtungszeit |
| SLR | Abkürzung für (analoge) Spiegelreflexkamera (Single-Lens Reflex); für digitale Spiegelreflexkameras wird meist die Abkürzung ➡️ DSLR verwendet |
| SLT | Abkürzung für Sony-Kameras mit festtehendem lichtdurchlässigem Spiegel (engl. single-lens translucent camera) |
| Sonnenblende | siehe ➡️ Streulichtblende |
| SP | Super Performance, besonders hochwertig konstruierte Objektive von Tamron (vgl. z.B. Canon L-Objektive, S-Serie bei Nikon oder ART bei Sigma) |
| Sports | Objektivbezeichnung von Sigma für schnelle Tele- und Supertele-Objektive |
| Spiegellose Kamera | siehe ➡️ DSLM |
| Spiegelreflexkamera | siehe ➡️ DSLR |
| Springblende | Mechanismus, bei dem die ➡️ Blende des Objektivs erst beim Auslösevorgang auf eine (meistens am Objektiv einzustellende) vorgewählte Blendenzahl schließt. Vorteil einer Springblende gegenüber einer herkömmlichen, voll manuellen Blende ist ein helleres Sucherbild bei der Bildvorbereitung, da die Blende bei allen Einstellvorgängen voll geöffnet ist und somit ein Maximum an Licht durchlässt. Durch die geringere Schärfentiefe des aufgeblendeten Objektivs ist eine genauere Fokussierung möglich. Eine Besonderheit der Springblende ist, dass die Beurteilung der Schärfentiefe nur möglich ist, wenn die Blende durch Drücken einer Abblendtaste oder eines Abblendschiebers geschlossen wird und die Blende damit die vorgewählte Einstellung bringt. Bei modernen (Autofokus)-Spiegelreflexkameras, die auf dieses Bedienungselement verzichten, lassen sich Objektive, die keine andere Möglichkeit anbieten, die Blende zu schließen, nur mit Schwierigkeiten verwenden (siehe z.B. Nikon Pre-AI-Objektive) |
| S-Serie | Kennzeichnung für besonders hochwertige Objektive von Nikon (vgl. L-Objektive bei Canon) |
| SSM | Super Sonic Motor, im Objektiv verbauter Ultraschallmotor (Sony) |
| S.S.C. | Super-Spectra-Vergütung (Super Spectra Coating), Beschichtung der Objektivlinsen zur Reduzierung von unerwünschten Geisterbildern und Schleiereffekten. Die meisten FD-Objektive und alle später erschienenen EF- sowie RF-Objektive verfügen über eine Super Spectra Vergüting (SSC), auch wenn die Bezeichnung an modernen Objektiven entfallen ist |
| SSS | Abkürzung für Sonys in allen Kameras mit A-Bajonett integrierten Bildstabilisator „Super Steady Shot“ (gelegentlich auch Steady Shot Inside genannt). Sonys Bezeichnung der sog. Antishake-Technik von Konica Minolta. |
| Stacked Sensor | gestapelter Sensor, siehe ➡️ Sensortypen |
| Standardobjektiv | Ein Standard- bzw. Normalobjektiv ist ein Objektiv mit einer Brennweite, die einen natürlichen Bildeindruck erzeugt und der Wahrnehmung des menschlichen Auges ähnelt. Die Brennweite bei Vollformat entspricht etwa 50 mm (bei APS-C ca. 35 mm). Dies ergibt eine natürliche Perspektive ohne starke Vergrößerung oder Weitwinkelwirkung. Solche Objektive sind vielseitig einsetzbar (z. B. für Porträts, Straßenfotografie und Alltagsszenen), meistens lichtstark gebaut und verfügen in der Regel über eine hohe Bildqualität. |
| Steckfilter | Vorrichtung, um Filter mit einem relativ kleinen Durchmesser in sehr große Objektive einzusetzen (meist erfolgt der Einsatz nah am Objektivanschluss an die Kamera, da das Objektiv dort den kleinsten Durchmesser hat) |
| STF | Smooth Transition Focus (Sony-Objektive) bzw. Smooth Trans Focus (Laowa-Objektive). Objektive mit STF verfügen über spezielle APD-Linsengruppen, die zu den Rändern hin dicker werden. Dadurch reduziert sich die durchgehende Lichtmenge. STF-Objektive haben zwar meist eine große Anfangsblende (z.B. f/2), es kommt jedoch nur so viel Licht hindurch wie bei einem normalen Objektiv mit Blende f/3.5. Der Blendenunterschied zwischen Objektiven mit und ohne STF kann bis zu anderthalb Blendenstufen betragen. Objektive mit STF besitzen keinen Autofokus. Der Grund, weshalb diese Objektive angeboten werden: Durch die spezielle Linsenkonstruktion erscheinen unscharfe Bereiche im Bildhintergrund, die außerhalb des gewählten Schärfepunkts liegen, seidenweich und glatt. |
| STM | Im Objektiv verbauter Steppermotor (Canon), vor allem zum lautlosen Fokussieren bei Filmaufnahmen konzipiert |
| Streulichtblende | Die meist aufschraubare, gelegentlich auch fest verbaute Streulichtblende soll seitlich in das Objektiv einfallendes Licht reduzieren (wird auch als Gegenlichtblende [Geli] oder Sonnenblende bezeichnet) |
| SVC | Abkürzung für Still-Video Kamera (engl. still video camera); SVC-Kameras waren in den 1980er Jahren populär und gelten als Vorläufer der modernen Digitalkameras. SVCs verfügten über einen elektrischen Bildsensor (meist CCD-, seltener auf MOS-Sensor), das Bildmaterial wurde jedoch noch analog auf kleinen Floppy Disks gespeichert. Die Kameras nahmen keine Fotos im klassischen Sinn auf, sondern es wurden Standbilder aus aufgenommenen Videosequenzen erstellt. Um die Standbilder z.B. am Fernseher wiederzugeben, wurden anfangs externe Geräte benötigt, spätere Modelle hatten eine eingebaute Wiedergabemöglichkeit |
| SWD | Supersonic Wave Drive, im Objektiv verbauter Ultraschallmotor (Olympus) |
| SWM | Silent-Wave-Motor, im Objektiv verbauter Ultraschallmotor (Nikon) |
| Systemkamera | Eine Systemkamera ist eine Kamera mit austauschbaren Objektiven, die aus einem Kameragehäuse und verschiedenen Zubehörteilen (z. B. Objektiven, Blitzgeräten oder Griffen) ein individuell anpassbares Kamerasystem bildet. Die Nutzung von ➡️ Wechselobjektiven mit unterschiedlichen ➡️ Brennweiten und Eigenschaften ermöglicht eine flexible Anpassung an verschiedene fotografische Situationen. |
| T* | Kennzeichnung für Zeiss-Objektive mit mehrfachbeschichteten Linsen |
| T-Bajonett | Objektivbajonett, das 2014 zusammen mit der spiegellosen Systemkamera Leica T eingeführt wurde. Ein Jahr später wurde es zusammen mit der Veröffentlichung der Kamera Leica S in L-Bajonett umbenannt. |
| T-Blende (T-Stop) | Zwei verschiedene Objektive mit identischer maximaler Blendenöffnung (z.B. f/2.8) können unterschiedlich viel Licht durchlassen, da Linsen und Tubus einen Teils des Lichts absorbieren. Die T-Blende berücksichtigt solche Absorptions-, Reflexions- und Streuungsverluste des Objektivs. Sie entspricht also dem tatsächlichen Lichtdurchlass und wird vor allem bei Cine-Objektiven angegeben. |
| TC | Tele Converter, im Objektiv verbauter Telekonverter (z.B. bei folgenden Objektiven: Nikkor Z 400mm f/2,8 TC VR S und Nikkor Z 600mm f/4 TC VR S) |
| Tele / Tele-Objektiv | Ein Teleobjektiv ist ein ➡️ Objektiv mit langer Brennweite, das weit entfernte Motive vergrößert und nah erscheinen lässt. Es gibt Tele-Objektive sowohl als Festbrennweite als auch als Zoom-Objektiv. Typische Merkmale eines Tele-Objektivs sind eine große Brennweite (meist ab etwa 70 mm bei Vollformat bis hin zu Werten von 1000 mm und mehr) sowie ein kleiner Bildwinkel, sodass nur ein kleiner Ausschnitt der Szene erfasst wird. Entfernte Motive wirken dadurch größer und näher und der Hintergrund erscheint optisch näher am Motiv (Perspektivkompression). Mit großer Blendenöffnung lässt sich der Hintergrund oft unscharf darstellen. |
| Tiefenschärfe | siehe ➡️ Schärfentiefe |
| TS | Tilt-Shift-Objektiv, Spezielles ➡️ Objektiv, mit dem der Fotograf die Lage der Linsen gegenüber dem Bildsensor verschieben (Shift) und teilweise neigen (Tilt) kann. Die Shift-Funktion verschiebt den Bildausschnitt ohne die Kamera zu bewegen, korrigiert stürzende Linien bei Architekturaufnahmen und verhindert so, dass hohe Gebäude nach oben hin zusammenlaufen. Die Tilt-Funktion verändert die Schärfeebene und ermöglicht so eine größere oder gezielt eingeschränkte ➡️ Schärfentiefe. |
| USD | Ultrasonic Silent Drive, im Objektiv verbauter Ultraschallmotor (Tamron) |
| USM | Im Objektiv verbauter Ultraschallmotor, meist leiser und schneller als der in vielen älteren Objektiven verbaute Mikromotor |
| Vario | Kennzeichnung für ➡️ Zoom-Objektive mit verstellbarer d.h. variabler ➡️ Brennweite (z.B. bei Panasonic und Leica Objektiven) |
| VC | Vibration Compensation, optischer Bildstabilisator im Objektiv reduziert Verwacklungen (Tamron) |
| VCM | Voice Coil Motor (relativ neue Autofokus-Motor-Technik, z.B. bei Canon RF Objektiven) |
| Verschluss | siehe ➡️ Shutter |
| Verschlusszeit | Gibt die ➡️ Belichtungszeit an, die der Kameraverschluss geöffnet ist und in der Zeit der Sensor bzw. das Filmmaterial dem Lichteinfall ausgesetzt ist. |
| Vignettierung | dunkle, meist kreisrunde Abschattung zum Bildrand hin (Randlichtabfall). Eigentlich ein ungewolltes Phänomen, das entweder direkt von der Kamera oder in der Bildbearbeitung nachträglich entfernt werden kann, kann es auch als künstlerischer Effekt angewandt und/oder verstärkt werden |
| VF | siehe ➡️ Vollformat |
| Vollformat | Ein Vollformat-Sensor kommt in vielen professionellen Kamera-Modellen (bei Canon z.B. Canon EOS 1D, 5D und 6D sowie R1, R3, R5, R6, bei Nikon Z5 bis Z9, bei Sony A1, A7, A9 und deren jeweilige Nachfolgemodelle) zum Einsatz; meist 24 mm x 36 mm groß (entspricht 35-mm-Kleinbildfilm-Format); VF-Sensor ist größer als ein Sensor im ➡️ APS-C-Format, dadurch in der Regel etwas bessere Bildqualität möglich – insbesondere bei schwierigen Lichtbedingungen |
| Vollzeiteingriff Fokussierung | manuelles Eingreifen in das automatische Fokussieren möglich |
| VR | Vibration Reduction, Bezeichnung für den Bildstabilisator in Nikon-Objektiven (Nikon) |
| VXD | Voice-coil eXtreme-torque Drive – Bezeichnung für Voice Coil Autofokus-Motor bei (Tamron) |
| Wechselobjektiv | Ein Wechselobjektiv ist ein ➡️ Objektiv, das an einer Kamera ausgetauscht und durch ein anderes Objektiv ersetzt werden kann, um unterschiedliche fotografische Anforderungen zu erfüllen. Es wird über ein spezielles ➡️ Bajonett (z. B. Sony E-Mount, Canon RF, Nikon Z, Fujifilm X) an der Kamera befestigt. Wechselobjektive ermöglichen das Fotografieren verschiedener Aufnahmesituationen durch unterschiedliche Brennweiten (z. B. Weitwinkel, Standard, Tele), Lichtstärken (z. B. f/1.4, f/2.8) und weiterer Spezialisierungen (z. B. Makro-, Porträt- oder Tilt-Shift-Objektive). Wechselobjektive kommen primär bei ➡️ Systemkameras (➡️ DSLR und ➡️ DSLM Kameras) zum Einsatz. Ein Wechselobjektiv bietet im Vergleich zu fest eingebauten Objektiven mehr Flexibilität und kreative Möglichkeiten. |
| WR | Weather Resistant, Kennzeichnung z.B. für wetterfeste Fujifilm-Objektive mit Staub- und Spritzwasserschutz. Bezeichnet auch die Spezialbeschichtung der Frontlinse bei Pentax-Objektiven, an der Wasser besser abperlt und Dreck schlechter haften bleibt |
| X-Bajonett | Das X-Bajonett ist ein Objektivbajonettsystem des japanischen Herstellers Fujifilm für digitale Systemkameras der X-Serie. |
| XC | Kennzeichnung für kleine, leichte und kompakte Fujifilm-Objektive der X-Serie (das C steht für compact), die hauptsächlich aus einer Plastikkonstruktion bestehen und daher günstiger sind als XF-Objektive. Sie besitzen keinen extra Blendenring und auch keine Schalter zum Umschalten zwischen Autofokus und manuellen Fokus. |
| XCD-Objektive | Objektive für Hasselblad-Kameras der X-Serie (z.B. X1D, X1D II 50C und X2D 100c) |
| XF | Kennzeichnung für besonders hochwertige Fujifilm-Objektive (das F steht hier für finest) aus einer Metallkonstruktion, die üblicherweise auch über einen Blendenring und diverse Schalter zum Anpassen der Autofokus- und Bildstabilisator-Einstellungen verfügen. |
| XM | „X-Mount Filter Lens“, Kennzeichnung für ein Fujifilm-Body-Cap-Objektiv mit drei sehr kleinen eingebauten Filterlinsen |
| Z-Bajonett | Das Z-Bajonett ist ein Objektivbajonettsystem des japanischen Herstellers Nikon für die spiegellosen Systemkameras der Z-Serie. |
| ZA | Zeiss-Objektive für Sony Alpha-Kameras |
| ZE | Zeiss-Objektive für das Canon EF-Bajonett |
| Zentralverschluss | Ein Zentralverschluss (leaf shutter) findet sich vor allem in Mittelformat-Objektiven von Hasselblad oder Phase One. Ein Zentralverschluss ersetzt die Blende im Objektiv. Er besteht ebenfalls aus Lamellen, diese öffnen und schließen aber vollständig, um die Belichtung zu starten und zu beenden. Er ersetzt damit den Verschluss in der Kamera, was u.a. schnellere Blitzsynchronisationszeiten ermöglicht – siehe auch ➡️ Shutter |
| ZF | Zeiss-Objektive ohne elektrische Kontakte für das Nikon F-Bajonett |
| ZF.2 | Zeiss-Objektive für das Nikon F-Bajonett mit elektrischen Kontakten |
| ZF-I | Zeiss-Objektive der Industrial Edition (Objektive mit speziellen Schrauben an Blenden- und Fokusring zum Betrieb durch Industriemaschinen) |
| ZK | Zeiss-Objektive für das Pentax K-Bajonett |
| ZM | Zeiss-Objektive für das Leica M-Bajonett |
| Zoom / Zoomen | Zoom/Zoomen bezeichnet den Vorgang, die ➡️ Brennweite eines Zoom-Objektivs zu verändern, um den Bildausschnitt anzupassen. Hineinzoomen (größere Brennweite): Das Motiv erscheint näher und größer im Bild, der Bildwinkel wird kleiner. Herauszoomen (kleinere Brennweite): Es passt mehr von der Umgebung aufs Bild, der Bildwinkel wird größer. Wichtig: Ein optischer Zoom verändert die Brennweite des Objektivs und liefert die volle Bildqualität. Ein digitaler Zoom vergrößert das Bild lediglich elektronisch durch einen Bildausschnitt, wodurch die Bildqualität meist abnimmt. |
| Zoom-Objektiv | ➡️ ️Objektiv mit variabler ➡️ Brennweite (im Gegensatz zur ➡️ Festbrennweite) |
Euch fehlt noch ein Begriff oder eine Abkürzung? Oder ihr habt einen Fehler entdeckt? Schreibt mir eure Ankerungen einfach über mein Kontaktformular.
Wenn Ihr die Tabelle teilen wollt, nutzt am besten folgenden Link:
https://fotowalther.de/fotografie-abkuerzungen/
Zurück zum Fotografie-Portal: