Inland von Chalkidiki

Erste Station am Samstag war das Bergdorf Poligiros, in dem ein großer Wochenmarkt stattfand. Da hier weniger Touristen vorbei kamen als am Vortag in Nikiti, gefiel mir der Markt in Poligiros deutlich besser, auch wenn die angebotenen Waren und auch manche Stände die gleichen waren. Ein Bummel durch das Dorf lohnt sich aber auch, wenn gerade kein Markt stattfindet.

Inland von Chalkidiki - Blick auf ein typisches Küstendorf

Von Poligiros aus folgten wir der Straße nach Paleokastro. Eine Abzweigung führte auf die wenig befahrene Bergstraße in das Cholomondas-Gebirge hinauf. Fährt man weiter nördlich, gelangt man einige Kilometer weiter zur Hauptstraße, die Thessaloniki mit Arnea und Stratoni verbindet. In Richtung Thessaloniki liegt übrigens die Tropfsteinhöhle Petralona, welche man jedoch nicht unbedingt besuchen muss, wenn man schon Mal eine andere vergleichbare Höhle besucht hat. Da die Hauptstraße natürlich stärker befahren ist, entschieden wir uns für die eben erwähnte Bergstraße nach Taxiarchis.

Dass die Nebenstraße durch die Berge mit der dichten Bewaldung (ein Teil wird von der Universität Thessaloniki für Forschungen benutzt) obendrein schöner war, als die Umgehungstraße, brauche ich glaube ich nicht zu erwähnen oder? Dort sollte man übrigens auf allerlei Tiere, die die Straße kreuzen, achten. Wir trafen während der Fahrt durch das satte Grün auf eine Herde Ziegen, aber auch auf einen Fuchs sowie eine Landschildkröte. Nach einem kleinen Abstecher im Bergdorf Taxiarchis folgten wir weiter der Bergstraße auf den Gipfel des Cholomondas hinauf.

Inland von Chalkidiki - Grüne Idylle im Cholomondas-Gebirge

Dort befinden sich zwei Tavernen. Zum Wirt Sogambros der gleichnamigen ersten Taverne muss ich ein paar mehr Worte verlieren. Im Reiseführer wurde er in höchsten Tönen gelobt und als eine authentische griechische Persönlichkeit beschrieben. Authentisch ja, aber bei weitem nicht typisch.

Inland von Chalkidiki - Wirt SogambrosInland von Chalkidiki - Fotosammlung vom Wirt SogambrosWild gestikulierend lief er wie ein Wahnsinniger auf die Straße als er unser Auto sah, winkte uns auf den Parkplatz und empfing uns mit den Worten: “Du hier essen, zahlen im nächsten Jahr.” Nur einer von vielen Sprüchen, mit denen er seine Gäste unterhält. Fast schon legendär sind wohl auch seine Aufzählungen der – übrigens sehr günstigen – Speisen: Souvlaki, Lammkotelett, Wildscheinkotelett (eine Spezialität des Hauses vom schwarzen Schwein) und Schwiegermutterkotelett.

 Wenn man Sogambros einen Reiseführer zeigt, in dem ein Foto von ihm abgebildet ist, fühlt er sich wie ein Hollywoodstar und signiert ihn nur allzu gern. Besonders stolz ist er auch auf sein Gästebuch sowie den Korb mit hunderten Bildern, die Sogambros mit allerlei – zumeist weiblichen – Touristen zeigen. Eben ein richtiger Charmeur.

Die Bergstraße kreuzte die Hauptstraße kurz vor Arnea, dem angeblich schönsten Bergdorf der gesamten Chalkidiki. Aus einer Platane am Dorfplatz sprudelt noch Wasser – von ehemals über 30 Quellen die einzige verbliebene. Bekannt ist das Dorf für seinen guten Honig, den man in den Geschäften frisch probieren darf – bzw. muss. Ein Geschäft zu verlassen, ehe man alle Sorten mindestens ein Mal probiert hat, ist so gut wie unmöglich, je nachdem, welche Person einem den Honig verkaufen will.

Nach Neochori verließen wir die Hauptstraße erneut und nahmen stattdessen wieder einen Waldweg in Richtung Olimbiada, dem Geburtsort des berühmten Philosophen Aristoteles. Eine große Ausgrabung des antiken Stagira kann dort kostenfrei besichtigt werden – festes Schuhwerk und Trinken empfiehlt sich, da man zum Teil ein wenig klettern muss, um auf bestimmte Teile der alten Stadtmauer zu gelangen.

Inland von Chalkidiki - Blick auf eine kleine Bucht bei Olimbiada

Der Strand von Olimbiada war indes nicht so schön. Mehrere kleine idyllische Buchten in der näheren Umgebung waren zwar deutlich ansprechender, jedoch bei Weitem kein Geheimtipp mehr, da sie von Touristen und Einheimischen gleichermaßen regelrecht überfüllt waren.

Zurück ging es über die Küstenstraße, vorbei an Stratoni und Ierissos. Von dort aus führte unser Weg wieder eine Weile durch das Festland nach Gomati. Ein Stück weiter hielt eine Weggabelung wieder zwei Routen bereit: Entweder über Metangitsi oder Pyrgadikia. Die Straße nach Pyrgadikia erwies sich als schöner, da sie hinter dem Dorf unmittelbar an der Küste mit zum Teil sehr schönen Aussichten entlang verlief. Über Nikiti führte die Tour wieder zurück zum Hotel in Psakoudia.

Da man Thessaloniki besser nicht mit dem eigenen Leihwagen besuchen sollte (zumindest nicht die chaotische Altstadt), fuhr ich ein paar Tage später mit dem Linienbus dort hin. Warum die Busfahrt hin und zurück mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ein kleines Abenteuer war, erfahrt Ihr im nächsten Beitrag.

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