Meteora-Klöster

Meteora-Klöster - Kloster Varlaam und im Hintergrund das Metamorfossis-Kloster

Die Fahrt zu den in den Himmel ragenden Klöstern begann um 6.30 Uhr. Zu solch früher Stund wurden wir von einem Bus am Hotel abgeholt, der mit einigen wenigen anderen Gästen zu einem Platz in einem Außenbezirk von Thessaloniki fuhr, wo wir in einen anderen bereits gut gefüllten Bus umsteigen mussten.

Von dort ging die Fahrt mit dem neuen Bus über die Umgehungsstraße von Thessaloniki zur ersten Mautstelle der A1, wo die griechische Reiseleiterin, die so gut und fließend Deutsch sprach, dass sie auch ohne Weiteres ein Hörbuch hätte aufnehmen können, zustieg. Während der Fahrt hielt sie die Teilnehmer der Tour mit vielen Anekdoten bei Laune, so dass die lange Fahrt gar nicht so lang erschien.

Nach einer kleinen Frühstückspause auf einer Raststätte neben der Hauptstraße führte die Route vorbei am gut sichtbaren Olymp, dem Berg der antiken Götter sowie der Festung von Platamonas, durch das Tempe-Tal (ja, ohne “L”) vorbei am Fluss Pinios, der das Tal durchströmt, bis Larissa und von dort weiter nach Trikala. Gut fünf Stunden nach dem Start in Psakoudia schlängelte der Bus sich schließlich die Bergstraße zu den Klöstern hinauf.

Der Name “Metéora” leitet sich vom griechischen “meteorizo” ab, was so viel heißt wie “in die Höhe heben” – der Begriff ist auch vollkommen legitim angesichts der spektakulären Bauweise auf den massiven Felsen. Bei diesigem Wetter wirkt es  sogar so, als ob die Klöster über den Wolkenschwaden schweben würden.

Ursprünglich befanden sich 24 Klöster und Eremitagen auf den Felsen, von denen heute jedoch nur noch sechs bewohnt sind. Von den übrigen verlassenen Anlagen sind viele baufällig oder bereits durch den Zahn der Zeit zerstört worden. Lange bevor die eigentlichen Klöster errichtet wurden, lebten schon Einsiedler in den vielen kleinen Höhlen in den Felsen.

Meteora-Klöster - Kloster Varlaam

Weil jedes der sechs noch bewohnten Klöster an mindestens einem Tag für Besucher gesperrt ist, werden je nach Wochentag unterschiedliche Gotteshäuser angefahren. Ich machte die Fahrt an einem Dienstag mit, an dem die zwei Klöster Varlaam und Roussanou auf dem Programm standen.

Schon beim ersten angefahrenen Kloster Varlaam, das bis 1923 übrigens nur betreten konnte, wenn man sich mit einer Seilwinde hochziehen ließ, wurde mir der Begriff von Massentourismus schlagartig klar. Vor dem Männerkloster, das heute bequem über rund 200 Stufen erklommen werden kann, standen 10 (!) Reisebusse. So tummelten sich auf dem engen Weg den Felsen hinauf sowie im und um das Kloster herum mehrere hundert Touristen auf engem Raum. Dementsprechend chaotisch war auch die Führung durch das Herzstück des Klosters, den Innenbereich. Die Kreuzkirche fiel vor allem durch die aufwändigen Malereien und Verzierungen auf. Zwar hielt die Reiseleiterin einen guten Vortrag, dem man jedoch aufgrund drängelnder Touristen anderer Gruppen so gut wie gar nicht folgen konnte.

Da die Mönche nicht wollen, dass die Kirchen von Innen fotografiert werden, kann ich Euch leider keine Bilder präsentieren. Den Wunsch sollte man natürlich respektieren – leider hielten sich nicht alle Touristen daran. Einige fotografierten sogar einfach von Außen durch offen stehende Fenster – schier unglaublich, welche Zustände sich dort abspielten. Von den Toiletten kann ich übrigens abraten, auch wenn ich sie selbst nicht besucht habe – aber der Geruch der Stehklos hat mir schon gereicht. Man sollte lieber einhalten und die grandiose Aussicht genießen oder dem kleinen Museum einen Besuch abstatten. ;)

Kurze Zeit später wurde auch schon das Nonnenkloster Roussanou, das um 1525 auf einem kleinen Gipfel errichtet wurde, angefahren. Früher war es nur per Strickleiter zugänglich, heute ist der Aufstieg über einige Stufen und zwei Hängebrücken weitaus angenehmer. Die schöne Klosterkirche mit aufwändigen Darstellungen des jüngsten Gerichts befindet sich in der untersten Etage des dreigeschossigen Klosters. In einem kleinen Innenhof haben die Nonnen einen hübschen Garten angelegt. Die Reiseleiterin wusste auch hier wieder viel zu berichten, jedoch machte das enorm hektische und laute Treiben der zum Teil regelrecht rüpelhaften anderen Besucher ein Zuhören recht schwer.

Meteora-Klöster - Kloster Roussanou

Die Zeit in den Klöstern verging wie im Flug – die Aufenthaltsdauer war allerdings auch ziemlich knapp bemessen. Auf der Rückfahrt ins Tal fuhr der Bus am Kloster Agios Stefanos sowie einem Felsen, der aussieht wie ein Finger – der sog. Finger Gottes – vorbei ins Dorf Kalambaka, wo man Zeit hatte, um etwas zu Mittag zu Essen oder sich die Beine zu vertreten.

Schon auf der Fahrt ins Tal warb die Reiseleiterin in höchsten Tönen für das Restaurant Meteora. Das 1925 eröffnete Restaurant befindet sich zur Zeit in der dritten Generation. Die 71 Jahre alte Frau, die von allen liebevoll “die Oma” genannt wird, steht trotz des Alters noch am Herd und kocht. Doch nicht nur das: Sie stellt auch die verschiedenen Speisen in diversen Sprachen vor, die sich die Gäste in der Küche frisch aus dem Topf zusammenstellen können. Der Innenraum könnte aufgrund der vielen Habseligkeiten darüber hinaus auch schon als kleines Museum durchgehen.

Auch auf der langen Rückfahrt erzählte die Reiseleiterin wieder allerlei wissenswerte Dinge über Griechenland, ehe sie uns an der Mautstelle, an der sie am Morgen zugestiegen war, wieder verließ. Gegen 20 Uhr trudelte ich wieder im Hotel ein und muss sagen: Die Fahrt war zwar anstrengend – jedoch bei weitem nicht so schlimm, wie ich mir vorher ausgemalt hatte – aber absolut lohnenswert. Egal ob man die Fahrt mit dem Bus oder auf eigene Faust mit dem Auto unternimmt – den Anblick der faszinierenden Klöster sowie die Ausblicke von oben hinab werde ich mein Leben lang wohl nicht vergessen!

Einige Tage später stand die Erkundung des 1. Fingers Kassandra auf dem Programm.

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3 Kommentare

  1. Hallo nach Deutschland
    Ich mache die fahrt auch manchmal als Reiseleiter mit und bin natuerlich immer dankbar wenn Leute auf diese tolle Ausflugsmoeglichkeit aufmerksam machen. Die Kloester sollte jeder einmal gesehen haben, sie sind einfach das achte Weltwunder von Griechenland

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