Fotografie-Abkürzungen und Fachbegriffe

Wie ein Blick auf die Vergleichstabellen von Kameras und Objektiven zeigt, existieren im weiten Feld der Fotografie für Kameras, Objektive und Funktionen unzählige Abkürzungen, Begriffe und Nomenklaturen. Da es unter den Herstellern keine einheitlichen Bezeichnungen gibt, kann man hier schnell durcheinander kommen. Daher habe ich begonnen, eine Tabelle zu erstellen, in der sowohl die gängigen Abkürzungen als auch einige weitere fotografische Begriffe nachgeschlagen werden können:

AbkürzungErklärung
AbbildungsmaßstabVerhältnis der Abbildungsgröße eines Objektes zur Größe des Originalobjektes
ACDas AC-Bajonett war eine Übergangslösung zwischen dem alten FD- und dem aktuellen EF-Standard (Canon)
AFAutofokus
APOApochromatisch, Verwendung spezieller Linsen in den drei Grundfarben zur besonders effektiven Reduzierung von Farbfehlern
APS-CSensor, nach dem analogen Advanced Photo System (25.1 x 16.7 mm) benannt, bezeichnet heute Sensorgrößen zwischen 20.7 x 13.8 mm und 28.7 x 19.1 mm, die meist in Einsteiger- und Semiprofessionellen DSLR-Kameras verbaut werden; resultiert meist in einem 1,6-fachen Format- bzw. Crop-Faktor
ARTBesonders hochwertige Objektivserie von Sigma, bei der Fokus primär auf optischer Qualität liegt
ASPAsphärisch (Aspherical), Linsen mit mehreren Krümmungsradien für aufwändige optische Korrekturen
AT-XAbkürzung für Advanced Technolgy (Extra) des Herstellers Tokina; bezeichnet vermutlich eine spezielle Glasbeschaffenheit der Objektivlinsen
AT-X ProBezeichnung für die gehobeneren/professionelleren Objektive des Herstellers Tokina (siehe auch AT-X)
BajonettObjektivanschluss; bei Canon aktuell EF- und EF-S-Bajonett, zu Analog-Zeiten z.B. FD-Bajonett, bei Nikon F-Bajonett, bei Sony A- und E-Bajonett
BlendeVorrichtung, die den Lichteinfall durch das Objektiv auf den Spiegel/Sensor/das Filmmaterial bestimmt und damit die Tiefenschärfe des Bildes reguliert. Grundregel: Je größer die Blendenzahl (f16>f8), desto kleiner die Blendenöffnung, desto schärfer das Bild (siehe auch Lichtstärke). Je kleiner die Blendenzahl (z.B. f/1.8), desto größer die Blendenöffnung, desto kleiner der Schärfebereich/die Tiefenschärfe des Bildes.
Die bekannte Faustformel "Sonne lacht, Blende 8" meint etwa, dass ein Foto bei reichlich vorhandenem Licht mit Blende 8 über den gesamten Bildbereich relativ scharf abggebildet wird.
BokehBezeichnung für die Qualität eines Unschärfebereichs im Bildhintergrund
CCDSensor-Typ
CF-KarteSpeichermedium für Kameras (Compact Flash)
CMOSSensor-Typ
Crop-Faktorsiehe APS-C
CSCAbkürzung für Compact System Camera (Kompakte Systemkamera)
DCDigital Compact, Objektive mit für Digitalkameras optimiertem Strahlengang, die speziell für Sensoren im APS-C-Format konstruiert sind (Sigma)
DGDigital Grade, Objektive mit optimiertem Strahlengang für Vollformat-Kameras (Sigma)
Dispeziell für Vollformat-Kameras konstruierte Objektive (Tamron)
Di IIspeziell für APS-C-Kameras konstruierte Objektive (Tamron)
DODiffractive Optics, spezielles Mehrfachbeugungsglied-Linsensystem erlaubt kompaktere Bauweise (Canon)
DSLMAbkürzung für Digitale einäugige spiegellose Kamera (digital single lens mirrorless)
DSLRAbkürzung für Digitale Spiegelreflexkamera (engl. digital single-lens reflex)
DXspeziell für ASP-C-Kameras konstruierte Objektive (Tokina)
DX-FormatSensortyp des Herstellers Nikon, ca. 1,5-facher Formatfaktor, mit ca. 23,7 mm x 15,6 mm ist das DX-Format etwas kleiner als das herkömmliche Kleinbildformat bzw. der APS-C-Standard, siehe auch Sensorformat
ECFEye Controlled Focussing; die Kamera wählt anhand der Bewegung des Augapfels das AF-Feld (nur in wenigen analogen EOS-Kameras verbaute Funktion)
EF-BajonettElectronic Focus, Canons aktueller Objektiv-Standard (für Vollformat- und APS-C-Kameras geeignet)
EF-M-BajonettBajonett für spiegellose Systemkameras mit APS-C-Sensor von Canon
EF-S-Bajonettspeziell für APS-C-DSLR-Kameras konstruierte Objektive (nicht an Vollformat-Kameras verwendbar)
EOSAbkürzung für Electro-Optical System, Modellbezeichnung für alle analogen SLR und digitalen DSLR von Canon
EXExcellence, besonders hochwertige Objektivserie von Sigma
FDDas FD-Bajonett von Canon war die dritte Generation des R-Bajonetts
FFAbkürzung für Full Frame, siehe Vollformat
Filmempfindlichkeitsiehe ISO
Fischauge/Fish-EyeObjektiv mit besonders großem Aufnahmebereich (180° und mehr)
FLDas FL-Bajonett von Canon war die zweite Generation des R-Bajonetts
Folienhalter-FilterhalterVorrichtung, um Folienfilter vor Linsen mit einem sehr großen Durchmesser oder vor dem Bajonett anzubringen
Formatsiehe Sensorformat
FXspeziell für Vollformat-Kameras konstruierte Objektive (Tokina)
FX-FormatBezeichnung des Vollformatsensors in Nikon-Kameras, siehe auch Sensorformat & Vollformat (VF)
Gelatin-FilterhalterVorrichtung, um spezielle Filter in das Objektiv-Bajonett einzusetzen, wenn die Frontlinse zu groß oder zu stark gekrümmt ist, um einen herkömmlichen Filter aufzuschrauben
HSMHyper-Sonic Motor, im Objektiv verbauter Ultraschallmotor (Sigma)
IFInnenfokussierung, beim Fokussieren werden nur eine oder mehrere Linsengruppen im Inneren des Objektivs bewegt
IS Image Stabilizer, optischer Bildstabilisator im Objektiv reduziert Verwacklungen (Canon)
ISOder ISO-Wert gibt die Film-/Sensorempfindlichkeit an. Je höher der ISO-Wert eingestellt wird, desto empflindlicher (d.h. heller) wird das Bild bei gleicher Verschlusszeit und Blendeneinstellung. Je höher der ISO-Wert, desto schlechter die Bildqualität.
Kleinbild (KB)Ein Kleinbild- bzw. Vollformat-Sensor (ca. 36 x 24 Millimeter) kommt vor allem in Profimodellen (sog. Vollformatkameras zum Einsatz, z.B. EOS 1D, EOS 5D & EOS 6D)
LBesonders hochwertige Objektivserie von Canon, erkennbar an einem roten Ring (einige L-Objektive sind darüberhinaus weiß-grau gefärbt)
LDLow Dispersion, spezielle Linsenelemente zur Reduzierung chromatischer Aberration (Tamron), siehe auch APO
LichtstärkeGibt das maximale Öffnungsverhältnis eines Objektivs an (z.B. Blende f/1.8). Je kleiner die Lichtstärkezahl, desto größer die Öffnung der Blende. Mit hoher Lichtstärke lässt sich meist ein weicheres/unschärferes Hintergrundbild erzeugen (siehe auch Bokeh)
MakroSpezielle Objektive für die Makro-Fotografie können einen Abbildungsmaßstab bis ca. 1:1 fotografisch abbilden (herkömmliche Objektive erzielen nur einen Abbildungsmaßstab von 1:7 bis 1:10)
MFManueller Fokus
MFT (µFT)Der Micro-Four-Thirds-Standard ist der einzige herstellerübergreifende Standard für spiegellose digitale Kamerasysteme; wurde maßgeblich von Panasonic und Olympus entwickelt
MikromotorIm Objektiv verbauter Motor zur Autofokussierung, je nach Objektiv manchmal relativ laut und/oder nicht ganz so schnell, siehe auch USM
MILCAbkürzung für Spiegellose Kamera mit Wechselobjektiv (engl. mirrorless interchangeable lens camera) - siehe DSLM
MMsiehe Mikromotor
Mountengl. Bezeichnung für Bajonett
MSSpeichermedium für Kameras des Herstellers Sony (Memory Stick)
MSCAbkürzung für Spiegellose Systemkamera (engl. mirrorless system camera) - siehe DSLM
NEXAbkürzung für Sony New E-Mount eXperience
OSOptischer Stabilisator, im Objektiv eingebaute Sensoren gleichen – im Zusammenspiel mit einem beweglich aufgehängten Linsenelement – Kamerabewegungen aus, um eine Verwacklungsunschärfe zu verhindern (Sigma)
Pancake-ObjektivBesonders schmal konstruiertes Objektiv („flach, wie ein Pfannkuchen“)
PZAbkürzung für Powerzoom, motorisierter Zoom per Drucktaste (nur im Canon EF 35-80mm f/4-5,6 PZ zu finden)
RDas R-Bajonett war der erste Objektivanschluss für Canon Canonflex-SLRs
RFHinterlinsen-Fokussierung (Rear Fokus)
RF-BajonettObjektivbajonett für Canon-Kleinbild-Systemkameras der EOS R-Reihe
SD-KarteSpeichermedium für Kameras (Secure Digital)
SensorformatDSLR-Kameras verwenden meist einen APS-C- oder Kleinbild- bzw. Vollformat-Sensor; an kleineren Systemkameras kommt auch ein MFT-Sensor zum Einsatz
SLRAbkürzung für Spiegelreflexkamera (engl. Single-Lens Reflex)
SLTAbkürzung für Sony-Kameras mit lichtdurchlässigem Spiegel (engl. single-lens translucent camera)
SSSAbkürzung für Sonys in allen Kameras mit A-Bajonett integrierten Bildstabilisator "Super Steady Shot"
Steckfilter (Drop-In-Filter)Vorrichtung, um Filter mit einem relativ kleinen Durchmesser in sehr große Objektive einzusetzen
STFSmooth Trans Focus (Laowa-Objektive)
STMIm Objektiv verbauter Steppermotor (Canon), vor allem zum lautlosen Fokussieren bei Filmaufnahmen konzipiert
StreulichtblendeDie meist aufschraubare, gelegentlich auch fest verbaute Streulichtblende soll seitlich in das Objektiv einfallendes Licht reduzieren
(auch bezeichnet als Gegenlichtblende [Geli] oder Sonnenblende)
TSTilt-Shift-Objektiv, Spezielles Objektiv um stürzende Linien z.B. im Architekturbereich auszugleichen (Shift-Funktion)
USDUltrasonic Silent Drive, im Objektiv verbauter Ultraschallmotor (Tamron)
USMIm Objektiv verbauter Ultraschallmotor, meist leiser und schneller als der in vielen älteren Objektiven verbaute Mikromotor
VCVibration Compensation, optischer Bildstabilisator im Objektiv reduziert Verwacklungen (Tamron)
VerschlusszeitGibt die Belichtungszeit an, die der Kameraverschluss geöffnet ist und in der Zeit der Sensor bzw. das Filmmaterial dem Lichteinfall ausgesetzt ist.
Vollformat (VF)Ein Vollformat-Sensor kommt in professionellen Kamera-Modellen (z.B. Canon EOS-Serie 1D, 5D und 6D) zum Einsatz; meist 24 mm x 36 mm groß (entspricht 35-mm-Kleinbildfilm-Format); VF-Sensor ist größer als ein APS-C-Sensor, dadurch bessere Bildqualität möglich
Vollzeiteingriff Fokussierungmanuelles Eingreifen in das automatische Fokussieren möglich
ZEZeiss-Objektive für das Canon EF-Bajonett
ZF.2Zeiss-Objektive für das Nikon F-Bajonett

Euch fehlt noch ein Begriff oder eine Abkürzung? Schreibt mir Eure Anregungen einfach per Kommentar unter diesen Beitrag oder über das Kontaktformular.

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4 Kommentare

  1. Hallo, finde Ihre Erklärungen sehr gut. Ich habe das Nokia Smartphone 7 Plus mit dem ich fotografiere. Dazu ein neues Camera Programm, HD Camera Pro. Mit einigen Einstellungen, wie SCN, WB, F, EV, S, P, A/AV. Diese finde ich nicht in Ihrer sehr schön gemachten Liste. Ich bin Anfänger, aber es macht mir Spaß. Jetzt möchte ich meine Bilder verbessern, verstehen wie ich es einstellen muss und was alles bedeutet. Ihre Tabelle war das beste was ich gefunden habe.
    mit freundlichen grüßen

    Jürgen

    • Freut mich, dass Ihnen die Tabelle zumindest etwas helfen konnte. Ich füge der Tabelle gelegentlich neue Begriffe und Abkürzungen hinzu, wenn ich fehlende Inhalte bemerke, aber da die Bezeichnungen je nach Hersteller und Sprache variieren, wird es sicher immer etwas geben, das noch fehlt. Ich werde aber schauen, ob ich zu den von Ihnen genannten Abkürzungen etwas finden kann und die Begriffe dann ggf. in der Tabelle ergänzen. 🙂 Bei WB dürfte es sich z.B. um White Balance – also den Weißabgleich handeln (hiermit wird die Farbtemperatur in Kelvin reguliert, damit das Bild z.B. keinen zu kühlen Blaustich bekommt; kann automatisch von der Kamera oder per Hand mittels einer Weißabgleichkarte eingestellt werden), EV müsste Exposure Value sein (d.h. die Kombination aus Belichtungszeit und Blende), S und P könnten Motivprogramme sein, bei denen man weniger Einstellungen selbst vornimmt und die Kamera stattdessen bestimmte Einstellungen automatisch übernimmt (etwa Sport/-Programmautomatik).

  2. Die Bezeichnung AT-X bei Tokina hat nichts mit DSLR zu tun, diese Objektive der gehobenen Leistungsklasse gab es auch schon zu tiefsten Analogzeiten.

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