Schloss Hohenschwangau

Schloss Hohenschwangau

Steckbrief Schloss Hohenschwangau

  • Zustand: erhalten
  • Erbaut: 1537 bis 1547 & 1833–1837
  • Besitz: Wittelsbacher Ausgleichsfonds (WAF)
  • Nutzung: Museum

Besichtigung / Preise

  • Außenbesichtigung: jederzeit von öffentlichen Wegen aus
  • Innenbesichtigung: Im Rahmen einer Führung
  • Eintritt: Erwachsene 13,00 € pro Person | Jugendliche bis 18 Jahre kostenfrei

Anmerkungen

  • Schloss Hohenschwangau befindet sich unmittelbar gegenüber von Schloss Neuschwanstein im Ortsteil Hohenschwangau der Gemeinde Schwangau bei Füssen in Bayern.
  • Erstmals urkundlich erwähnt wurde ein sog. „Castrum Swangowe“ im Jahre 1090. Dabei handelte es sich allerdings um zwei kleine Burgen, die an der Stelle des heutigen Schlosses Neuschwanstein standen: Burg Vorderhohenschwangau und ein befestigter Wohnturm namens Hinterhohenschwangau. Die beiden Burgen gingen auf die Herren von Schwangau zurück, die in der Region anfänglich als Lehensnehmer, später als reichsunmittelbare Ritter, bis zu ihrem Aussterben im Jahre 1536, ansässig waren.
  • 1363 brachte Herzog Rudolf IV. von Österreich Tirol unter habsburgische Herrschaft. Zu dieser Zeit verpflichteten sich die Herren von Schwangau ihre Festen Vorder- und Hinterschwangau sowie die (heute nicht mehr vorhandene) Burg Frauenstein dem österreichischen Herzog offenzuhalten.
  • Eine Urkunde von 1397 erwähnt erstmals den Schwanstein als burgartiges Anwesen an der Stelle des heutigen Schlosses Hohenschwangau.
  • Aufgrund von Erbstreitigkeiten und Misswirtschaft sah sich Georg von Schwangau im Jahr 1440 genötigt, sein gesamtes Erbe, die zwei Hohenschwangauer Burgen und den Frauenstein samt Gerichtsbarkeit dem Herzog Albrecht III. von Bayern-München zu verkaufen.
  • 1521 wurden die beiden Brüder Heinrich und Georg von Schwangau auf dem Reichstag zu Worms durch Kaiser Karl V. zwar erneut mit ihrem Besitz belehnt, aber schon 1535 mussten sie ihn wieder verkaufen. 1536 starben die beiden Brüder als Letzte ihres Geschlechts.
  • Das vom kaiserlichen Rat Wolf Haller von Hallerstein aufgekaufte Konglomerat ging umgehend in den Besitz des bürgerlichen Augsburger Patriziers Johann Paumgartner über.
  • Er nannte sich fortan Paumgartner von Hohenschwangau zum Schwanstein und ließ die verwahrloste Burg Schwanstein von italienischen Handwerkern als Zentrum seiner neuen Herrschaft wieder herrichten. Vorder- und Hinterhohenschwangau sowie Burg Frauenstein verfielen jedoch weiterhin.
  • 1547 waren die Bauarbeiten abgeschlossen, doch 1549 – nicht einmal zwei Jahre später – starb Paumgartner und die Herrschaft ging an seine beiden Söhne David und Georg über, die jedoch in Schulden gerieten und das Anwesen 1561 an verpfändeten.
  • Im 16. und 17. Jahrhundert wechselte Burg Schwanstein mehrfach die Besitzer. Es wurde zu dieser Zeit u.a. zur Bärenjagd genutzt oder gelegentlich den nachgeborenen Söhnen der wittelsbacher Kurfürsten überlassen.
  • Während verschiedener Kriege (z.B. dem Dreißigjährigen Krieg) wurde das Anwesen immer wieder schwer beschädigt, diente verschiedenen Truppen als Stützpunkt, wurde mehrfach geplündert und verfiel zusehends.
  • Nach den Koalitionskriegen wurde das Schloss 1820 sogar zum Abbruch verkauft.
  • Fürst Ludwig von Oettingen-Wallerstein hörte von den Abrissplänen und kaufte das Schloss auf, um es zu erhalten. Er ließ das Anwesen sichern und reparieren, verkaufte es jedoch drei Jahre später wieder.
  • 1832 erwarb schließlich der spätere König Maximilian II., der Vater des berühmten bayrischen Königs Ludwig II., Burg Schwanstein. Er ließ das Anwesen nach Originalplänen im neugotischen Stil wiederaufbauen und nannte es fortan Schloss Hohenschwangau.
  • Der bayerischen Königsfamilie diente Schloss Hohenschwangau in der Folgezeit als Sommer- und Jagdresidenz.
  • Der im Münchener Schloss Nympenburg geborene König Ludwig II. verbrachte nicht nur einen Teil seiner Kindheit im Schloss Hohenschwangau, sondern nutzte es bis zu seinem Tod 1886 auch als Sommerdomizil und als Aufenthaltsort während der Bauarbeiten an seinem nahegelegenen „Märchenschloss“ Neuschwanstein, das anfangs noch Neue Burg Hohenschwangau genannt wurde.
  • Ludwig II. ließ im Schloss Hohenschwangau lediglich seine eigenen Schlafräume umfangreich verändern. So wurde für ihn z.B. eine Felsengruppe samt Wasserfall, ein künstlicher Regenbogen, und ein Spiegelsystem, das einen Nachthimmel mit Mond und Sternen an Decken und Wände projizierte, eingebaut. Nach seinem Tode wurden die Zimmer jedoch wieder in ihren Ursprungszustand zurückgebaut.
  • Seit 1923 bis heute gehört das Schloss dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds (WAF). Der WAF geht auf das Haus Wittelsbach zurück, das einst mit privaten Geldmitteln die ehemalige bayrische Königsfamilie und damit den fast zahlungsunfähigen bayerischen Staat vor dem Bankrott bewahrt hatte. 1923 ging das benachbarte Schloss Neuschwanstein in staatlichen Besitz Bayerns über, während der Stiftung des WAF ca. 12.000 ha Wald, Immobilien im Raum München, diverse Kunstschätze, die Schlossmuseen Berchtesgaden und Hohenschwangau sowie das Museum der bayerischen Könige , die Schlösser Berg, Grünau und Sandersdorf sowie Unternehmensanteile zugesprochen wurden.

Anfahrt

Adresse:

Alpseestraße 30
87645 Schwangau

Kostenpflichtige Parkplätze im Ort Hohenschwangau vorhanden.

Der Aufstieg zum Schloss Hohenschwangau muss entweder per kurzem rund 20 minütigem Fußmarsch über Treppen, auf einem etwas längeren ca. 30 minütigen Fußweg oder per kostenpflichtiger Kutschfahrt rfolgen. Eine Auffahrt mit privaten Fahrzeugen ist nicht gestattet.

Kutschen pendeln nach Bedarf, ohne festen Fahrplan und je nach Wetterlage.

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln (über Bahnhof Füssen):

Haltestelle: Hohenschwangau Neuschwanstein Castles, Schwangau
Linien: Bus 73, 78

Ergänzende Fotos

Weitere Informationen

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