Burg Bentheim

Burg Bentheim

Steckbrief Burg Bentheim

  • Zustand: erhalten
  • Erbaut: ab 1020
  • Besitz: Privat
  • Nutzung: Museum, Wohnungen

Besichtigung / Preise

  • Außenbesichtigung: jederzeit von öffentlichen Wegen aus
  • Innenbesichtigung: März bis Oktober täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr,
    von November bis Februar dienstags, mittwochs, freitags, samstags, sonntags jeweils von 10.00 bis 17.00 Uhr
  • Eintritt: Erwachsene 5,00 € pro Person | Jugendliche (6-14 Jahre) 3,50 €

Anmerkungen

  • Burg Bentheim ist eine Höhenburg, die sich im Kurort Bad Bentheim befindet. Sie gilt heute als die größte Höhenburg Nordwest­deutschlands und ist das Wahreichen der Stadt Bad Bentheim.
  • Sie thront auf einem großen Felsen aus Bentheimer Sandstein in 91,9 m ü. NN über der Stadt.
  • Erbaut wurde die frühmittelalterliche Anlage vermutlich ab 1020 auf den Überresten eines germanischen Vorgängerbaus. Als Besitzer gilt Graf Otto von Northeim, ein einflussreicher sächsischer Adeliger.
  • Erstmalig urkundlich erwähnt wurde Burg Bentheim schließlich im Jahre 1050 als Besitz der Grafen von Bentheim.
  • 1116 wurde die Burg (damals vermutlich noch ein hölzerner Wehrbau) unter Herzog Lothar von Süpplinburg (der spätere Kaiser Lothar III.) eingenommen und komplett zerstört. Im Laufe der Belagerung verlor vermutlich der letzte Northeimer Graf, Otto der Jüngere, das Leben.
  • Die Burg wurde wenig später neu errichtet und ging in den Besitz von Lothars Schwager Graf Otto von Salm-Rheineck über.
  • Von 1146 bis 1190 unterstand die Burg dem Erzbistum Utrecht.
  • Nachdem die Burg durch Vererbung und Vermählung mehrfach die Besitzer wechselte, gelangte sie schließlich in den Besitz der Grafen von Holland.
  • Gegen Ende des 14. Jahrhunderts starben die Bentheimer Grafen aus dem holländischen Haus aus. Das Erbe fiel dem Neffen, dem Edlen Eberwin IV. von Götterswick, zu. Durch eine weitere Erbschaft fiel dem adligen Haus Götterswick die Grafschaft Bentheim zu, sodass Erberwin IV. zum Stammvater der heutigen Linie zu Bentheim-Steinfurt wurde.
  • Ab 1421 nannten sich die Herren Grafen von Bentheim. Zu dieser Zeit wurde die Grafschaft unter der Herrschaft von Graf Eberwin II. erstmals als unabhängiges Territorium als Reichslehen anerkannt. Aus dieser Zeit stammen u.a. der noch heute erhaltene Pulverturm.
  • Graf Arnold II., der Sohn von Eberwin III., führte schließlich die reformierte Lehre Johannes Calvins und Huldrych Zwinglis ein.
  • Arnold II. gilt außerdem als der bedeutendste Landesherr der Grafschaft Bentheim, da er verscheidene Territorien – u.a. Tecklenburg, Steinfurt, Limburg an der Lenne, niederrheinische Besitzungen und die Vogteirechte im Kurfürstentum Köln – unter seiner Hand vereinigen konnte.
  • Im Dreißigjährigen Krieg, durch Erbstreitigkeiten sowie die fremde Verwaltung durch das Bistum Münster verlor die Grafschaft Bentheim an Geld und Einfluss.
  • Um 1626 wurde die Burg mehrfach besetzt und geplündert. Durch Missernten in den Folgejahren sowie dem Auftreten der Pest in den Jahren 1636 und 1664 fanden Tausende Menschen den Tod.
  • 1752 verpfändete Graf Friedrich Carl Philipp die Grafschaft an das Kurfürstentum Hannover. Dadurch erlosch die Eigenständigkeit des Landes.
  • Nach den Wirren des Krieges war die Burg Bentheim teilweise zersötrt, die umliegenden Dörfer und Städte nach mehrfachen Beutezügen spanischer Truppen zu zwei Dritteln vernichtet. Viele Bürger und Bauern flohen in die nur rund acht Kilometer entfernten  Niederlande.
  • Im Anschluss an den Dreißigjährigen Krieg verlor die Burg ihren militärische Nutzen. Sie wurde fortan als Verwaltungszentrum, Gerichtsort und Gefängnis der Grafschaft genutzt.
  • Im Siebenjährigen Krieg von 1756 bis 1763 wurde die Burg von Franzosen und Engländern mehrfach belagert und eingenommen.
  • Im Krieg gegen die französische Revolutionsarmee 1795 diente sie als Lazarett und wurde von den Truppen des französischen Generals Dominique Joseph Vandamme in Brand geschossen und ebenfalls eingenommen. Die sich zurückziehenden Preussen planten eine Sprengung der Burg, die jedoch misslang, da vermeintlich ein Windstoß die Tür zum mit Sprengstoff gefüllten Pulverturm zuwarf und so die schon brennende Lunte auslöschte. Dadurch blieb die Burg – wenn auch stark beschädigt – erhalten.
  • 1804, im Jahr von Napoleons Kaiserkrönung, gelangte die Grafschaft wieder in den Besitz der Grafen von Bentheim.
  • Im Rahmen der Wiederherstellung feudaler Verhältnisse nach Napoleons endgültiger Niederlage 1817 durften die Grafen den Titel Fürsten zu Bentheim und Steinfurt tragen.
  • Die Burg war zu diesem Zeitpunkt jedoch unbewohnbar, woraufhin ab 1848 damit begonnen wurde, die Burg allmählich wieder aufzubauen. In jener Zeit erlebten die Fürsten zu Bentheim eine zweite Blüte – zwar ohne politische Macht, aber als gesellschaftliche Elite und als fähige Offiziere in preußischen Diensten.
  • Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Jahre 1914 wurden die Renovierungsarbeiten an der Burg vorläufig eingestellt.
  • Nach dem Untergang der Monarchie 1918 wurde die Burg Bentheim nur noch gelegentlich für Sommeraufenthalte genutzt.
  • Nach dem Zweiten Weltkrieg diente die Burg zunächst verschiedenen Zwecken, bis die Kronenburg 1993 schließlich für Besucher geöffnet wurde.

Anfahrt

Adresse:

Schloßstraße,
48455 Bad Bentheim

Kostenpflichtige Parkplätze am Schlosspark vorhanden, nur sehr wenige Parkplätze im Ort verfügbar.

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Haltestelle: Bad Bentheim, Bahnhof (Fußweg ca. 15 Minuten)
Linien: RB 61

Ergänzende Fotos

Weitere Informationen

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